Kalkulationsaufschlag

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Beim Kalkulationsaufschlag handelt es sich um eine prozentuale Erhöhung des Einstandspreises zur Ermittlung eines Verkaufspreises.

Der Kalkulationsaufschlag (oder Kalkulationszuschlag) soll alle weiteren Kosten abdecken und auch einen Gewinn ermöglichen.
Er wird prozentual angegeben und enthält in Teilen u.a. Steuern, Verkaufsgebühren, Arbeitskosten, Lagerkosten, Gewinn, Rabatte etc.

Beispiel:
Ein Händler kauft einen Artikel für 100€ netto und möchte seinen möglichen Mindest-Verkaufspreis wissen.
Zu den 100€ kommen nun Steuern, Verkaufsgebühren, anteilige Kosten für Lager/Versand/Verpackung/Arbeitskraft/Software sowie Abwicklungskosten, Rücklagen Reklamationen und einen Wunschgewinn > nach Ermittlung aller Werte müsste er beispielsweise 70% auf den Einstandspreis aufschlagen => Verkaufspreis min. 170€.
Der Kalkulationsaufschlag beträgt somit im Beispiel 70%.

Der Kalkulationsaufschlag lässt sich auch als Kalkulationsfaktor darstellen.
Der Kalkulationsfaktor ergibt sich wenn man den Verkaufspreis durch den Einstandspreis dividiert.
Aus unserem Beispiel: 170€ / 100€ = 1,7 Kalkulationsfaktor
Der Händler muss bei seiner aktuellen Kostenstruktur also die jeweiligen Einstandskosten mit dem Kalkulationsfaktor 1,7 multiplizieren, um auf den Mindestverkaufspreis zu kommen.

Die Problematik „E-Commerce und klassischer Kalkulationsaufschlag“
Der Kalkulationsaufschlag oder Kalkulationsfaktor ist eine Arbeitsweise aus dem klassischen Einzelhandel, wo die Kostenstrukturen sehr einheitlich erfassbar sind.
Ein Bäcker hat z.B. immer diegleichen Kosten wenn Btörchen und Teilchen nebeneinander in der Verkaufstheke liegen.
Im E-Commerce ist die Rechenweise mit einem Kalkulationsaufschlag wesentlich schwieriger, da gegenüber dem klassischen Einzelhandel weitere variable Kosten in die Rechnung einfließen müssen, z.B. verschiedene Verkaufsprovisionen, unterschiedliche Verpackungs- und Versandkosten.
Desweiteren steht man beim E-Commerce im direkten Vergleich gegenüber anderen Angeboten und kann nicht immer exakt seine Gewinnvorstellung einhalten, sondern es macht Sinn die Artikel einzeln statt mit einem einfachen Kalkulationsaufschlag zu kalkulieren.

 

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