Amazon Rückgaberecht Businesskunden

Verkauf mit Eigenversand oder Versand durch Amazon (FBA)
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fonprofi
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6. Aug 2018 17:16

Hallo,

ich bin beim Amazon Forum gestolpert über eine Aussage, das Businesskunden kein Rückgaberecht hätten. Man müsste es extra bei der Registrierung als Businesskunde bestätigen.

Wenn ich mit nun die AGB der Businesskunden anschaue, steht gaaaanz unten unter Punkt 18:
https://www.amazon.de/gp/help/customer/ ... =202056040
18. ERGÄNZUNGEN ZU DEN AGB

Die folgenden Bestimmungen der AGB gelten ausschließlich für die Nutzung der Amazon Services für Verbraucherzwecke und sind daher für Ihre Nutzung von Amazon Business als Geschäftskunde nicht relevant:

(a) Die in den Verkaufsbedingungen im letzten Absatz von Abschnitt 2 ("Vertragsschluss") genannte Mengenbeschränkung,

(b) Das in den Verkaufsbedingungen in Abschnitt 3 ("Widerrufsrecht bis zu 14 Tagen, Ausschluss des Widerrufsrechts, unsere freiwillige Rückgabegarantie und gesetzliches Gewährleistungsrecht") unter den Überschriften "Widerrufsbelehrung", "Widerrufsrecht", "Folgen des Widerrufs" und "Ausnahmen vom Widerrufsrecht" genannte gesetzliche Widerrufsrecht, und

(c) Die in den Verkaufsbedingungen in Abschnitt 3 ("Widerrufsrecht bis zu 14 Tagen, Ausschluss des Widerrufsrechts, unsere freiwillige Rückgabegarantie und gesetzliches Gewährleistungsrecht") unter der Überschrift "Widerrufsrecht" sowie in Abschnitt 9 ("Gewährleistung auf Produkte, die von Amazon verkauft wurden und Haftungsbegrenzung") genannten gesetzlichen Gewährleistungsrechte.
Echt? juhu Ich habe zu 80% Businesskunden /-(x)


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Repricing
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6. Aug 2018 18:19

Na ja, so ganz freuen solltest Du Dich jetzt mal nicht gleich.
Es wäre natürlich ein Traum für VK, die an B2B Amazon teilnehmen - auch ich habe da einen nicht unerheblichen Teil an Gewerbekunden, aber:

1. Gilt das nicht, wenn der Artikel vollkommen zu 100% unbeschädigt ist, also auch ungeöffnet weiter verkauft werden kann.
Dazu gibt es bereits einige Urteile (das sieht bei individuell angefertigten Artikeln für den Kunden wieder anders aus).

2. Kann es Dir schnell passieren, wenn Du einem Kunden (Gewerbe) die Rücknahme verweigerst, dass er einen A-Z aufmacht und dann von Amazon trotzdem Recht bekommt - die Mitarbeiter kennen oft die eigenen AGBs nicht oder setzen sich drüber hinweg

3. Kann es sein, dass Du bei Verweigerung der Rücknahme schnell Dir ein paar negative Bewertungen einsammelst - ob die dann gelöscht werden, wenn Du dem Amazon Support die eigenen AGBs vorliest, mag ich zu bezweifeln :)

Wie gesagt, es gibt schon einige Gründe, weshalb man nicht unbedingt selbst bei B2B alles verweigern sollte.
Ich nehme trotzdem vieles zurück und einige Kunden rufen sogar vorher an und fragen, ob sie es retounieren können - bisher wurde dies immer durch eine positive Bewertung honoriert.

Gruß


regalboy
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7. Aug 2018 09:30

Repricing hat geschrieben:
6. Aug 2018 18:19
...... 1. Gilt das nicht, wenn der Artikel vollkommen zu 100% unbeschädigt ist, also auch ungeöffnet weiter verkauft werden kann.
Dazu gibt es bereits einige Urteile (das sieht bei individuell angefertigten Artikeln für den Kunden wieder anders aus)......
Du meinst gewerbliche Käufer haben bei originalverpackter Ware ein gesetzliches Wiederrufsrecht? :shock:
Das Urteil dazu würde ich gerne lesen.
Oder ist das irgend ein Amtsgericht gewesen?


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fussel
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7. Aug 2018 10:48

regalboy hat geschrieben:
7. Aug 2018 09:30

Du meinst gewerbliche Käufer haben bei originalverpackter Ware ein gesetzliches Wiederrufsrecht? :shock:
Das Urteil dazu würde ich gerne lesen.
Interpretiere ich deine Aussage richtig, wenn du damit sagen willst, das gewerbliche Kunden generell kein Widerrufsrecht haben?


regalboy
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7. Aug 2018 14:00

Ja, es sei denn es wird explizit vereinbart.


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Charon
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7. Aug 2018 14:28

Falsch. Solange Du die Gewerbekunden in der WRB nicht ausschliesst haben die eins.


regalboy
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7. Aug 2018 14:34

Es ist die Rede von einem gesetzlichen Wiederrufsrecht für B2B.

Und das gibt es halt nicht.

Selbst wenn es eine Wiederrufsbelehrung gibt gilt sie auch von der Intention des Gesetzgebers - nicht für B2B:
Verbrauchern steht ein Widerrufsrecht nach folgender Maßgabe zu, wobei Verbraucher jede natürliche Person ist, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können:


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fussel
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7. Aug 2018 14:50

Nur ein Unternehmen, welches den bestellten Artikel nachweisbar für die gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit nutzt, hat kein Widerrufsrecht. :konfuzius:
Eine pauschale Ablehnung des Widerrufsrechts nur weil eine Firma bestellt, ist falsch!


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fonprofi
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7. Aug 2018 15:05

Wenn der Besteller aber als Businesskunde bei Ama angemeldet ist...


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fussel
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7. Aug 2018 15:50

Ja und? Was soll dann sein? Pauschale Ablehnung des Widerrufsrechts? Böse Falle...


Das ist ein Thema, was schon so oft diskutiert wurde.


xMerchant
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7. Aug 2018 16:48

Was auch immer dieser Absatz in den AGB bedeuten soll, Amazon hält sich nicht dran:

Hier der Text, der angezeigt wird, wenn man als Business-Kunde ein Produkt zurück schicken will:
Sie können sämtliche Produkte, die Sie bei Amazon und bei gewerblichen Marketplace-Verkäufern gekauft haben, innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Ware zurücksenden, sofern die Ware vollständig ist und sich in ungebrauchtem und unbeschädigtem Zustand befindet.
Ich habe auch bereits Artikel zurück geschickt, bei denen Amazon der Verkäufer war. Es wurden weder Rückversandkosten berechnet, noch die Rücksendung abgelehnt. Vermutlich will sich Amazon nur davor schützen, dass sich jemand einen Tieflader Tempos schicken läßt und den dann widerruft.

(Ich kenne jemanden, der seinen Geschäftspartnern wirklich mal einen LKW Tempo-Taschentücher liefern hat lassen, damit sie sich mal richtig ausweinen können)


regalboy
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7. Aug 2018 17:20

fussel hat geschrieben:
7. Aug 2018 14:50
Nur ein Unternehmen, welches den bestellten Artikel nachweisbar für die gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit nutzt, hat kein Widerrufsrecht. :konfuzius:
Eine pauschale Ablehnung des Widerrufsrechts nur weil eine Firma bestellt, ist falsch!
Nenn mir bitte einen Fall, in dem das Widerrufsrecht bestehen würde, wann kauft ein Unternehmen etwas nicht für die gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit?


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fonprofi
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7. Aug 2018 17:32

regalboy hat geschrieben:
7. Aug 2018 17:20
...wann kauft ein Unternehmen etwas nicht für die gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit?
Bei mir sind 90+% gewerbliche Kunden, davon fast alle "Businesskunde". Wir verkaufen Telefonanlagen für Unternehmen, keine Fritzboxen, Gigasets etc - kein Privatkundenkram.
Trotzdem kommt es immer wieder vor - nicht oft- das Widerrufen wird. Eigentlich kein Problem, aber wenn die Ware dann als halber Schrott zurückkommt, hätte ich neben dem Wertersatz noch eine weitere Handhabe die Rücksendung abzulehnen. Wenn jemand 10 Telefone bestellt und dann zurücksenden will mit dem Vermerk "gefällt nicht" dann geht mir gegen den Strich.
Klar, ist der Widerruf für Gewerbetreibende bei uns ausgeschlossen. Wenn nun aber in den Amazon AGBs das auch so drinsteht und es auch bei der Registrierung so bestätigt wurde, würde mir das gefallen.


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8. Aug 2018 10:13

regalboy hat geschrieben:
7. Aug 2018 17:20
fussel hat geschrieben:
7. Aug 2018 14:50
Nur ein Unternehmen, welches den bestellten Artikel nachweisbar für die gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit nutzt, hat kein Widerrufsrecht. :konfuzius:
Eine pauschale Ablehnung des Widerrufsrechts nur weil eine Firma bestellt, ist falsch!
Nenn mir bitte einen Fall, in dem das Widerrufsrecht bestehen würde, wann kauft ein Unternehmen etwas nicht für die gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit?
Ein Elektriker der ein Waschbecken kauft?
Es geht um die Verwendung der Bestellung für die eigene berufliche Tätigkeit. Ein Einzelunternehmer ist genau genommen auch ein Unternehmen. Haben die alle kein Widerrufsrecht deiner Meinung nach? Kauft der Elektriker einen Lichtschalter, dann könnte man ein Widerrufsrecht ablehnen. Könnte! Er kann diesen ja schließlich auch für das eigene private Schlafzimmer gekauft haben. Dann hätte er wieder ein Widerrufsrecht.


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8. Aug 2018 10:33

fussel hat geschrieben:
7. Aug 2018 14:50
Ein Elektriker der ein Waschbecken kauft?
Es geht um die Verwendung der Bestellung für die eigene berufliche Tätigkeit.
Wahrscheinlich kauft er es für seine gewerblich genutzten Räume. Bei Rechnungs- und Lieferadresse des Waschbeckens auf die Firma liegt die Vermutung nahe.


Viele Grüße,
Christian
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fussel
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8. Aug 2018 10:41

Wahrscheinlich ja, aber mit "wahrscheinlich" kommst du im Streiffall nicht durch. Das Lampenurteil sollte uns allen bekannt sein.


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8. Aug 2018 10:57

fussel hat geschrieben:
8. Aug 2018 10:41
Wahrscheinlich ja, aber mit "wahrscheinlich" kommst du im Streiffall nicht durch. Das Lampenurteil sollte uns allen bekannt sein.
Okay, kann ja jeder handhaben wie er denkt. Ich glaube in vorauseilendem Gehorsam generell alles zu akzeptieren ist falsch. In genanntem Fall wäre mein Vorgehen klar.


Viele Grüße,
Christian
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hkhk
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8. Aug 2018 10:59

In dem Lampenurteil, so wie ich es in Erinnerung habe, hat sich die RECHTSANWÄLTIN ( :winken: ) die Lampen an die Kanzlei schicken lassen UND die Rechnungsadresse war ebenfalls die Kanzleianschrift.
Dies könnte von einem Automatismus bei der Bestellung herrühren. Der Käufer gibt automatisch die Lieferadresse ein, keine abweichende Lieferadresse (was ja erfahrungsgemäß manchmal nicht klappt beim Versender)

In erster Instanz gab das AG der Rechtsanwältin Recht.
In nächster Instanz gab dann das Landgerecht dem Verkäufer (zurecht) Recht.
Erst das BGH gab dann wieder der Käuferin Recht.

Warum aber bestellt jemand im Namen und auf Rechnung einer Firma Ware? Doch nur, weil die Ware dem Betrieb zugeführt werden soll und man eine Rechnung für die Steuer braucht. Oder ich bestelle aus privater Absicht auf Firmennamen, um zu Unrecht den Betrag von der Steuer absetzen zu können.
Womöglich würde ein Gerichtsurteil in einem ähnlichen Fall wieder zugunsten des Händlers entscheiden.

Eindeutiger als beim Lampenurteil schaut es für mich aus, wenn auf einer Plattform von einem als gewerblich gekennzeichneten Account aus bestellt aus. Dann ist es für mich IMMER gewerblich. Man könnte ja auch vom Privataccount bestellen, wenn es privat ist.

Aber, ach ja... ebay gibt ja 5% für Käufe über gewerblichen Account.. Da ist dann die Versuchung natürlich schon hoch...

Aber deswegen streiten oder klagen?


Solange es hell ist, kann die Sonne scheinen
(Wetterprognose auf "Bayern 5" vom 5. Februar 2013)
pifan
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9. Aug 2018 02:29

Charon hat geschrieben:
7. Aug 2018 14:28
Falsch. Solange Du die Gewerbekunden in der WRB nicht ausschliesst haben die eins.
Ebenso falsch ...

Widerrufsrecht ist nach §312... ein Verbraucher Recht und ein Unternehmer ist kein Verbraucher.


ReginaSF
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9. Aug 2018 05:34

Es wird immer eine Anscheinssache bleiben, wenn die Behauptung "nutze das privat" im Raum steht.

Wir haben viele kleine Selbständige als Kunden. Besonders bei der weiblichen Fraktion ist da trotz gewerblicher Bestellung inzwischen die Zalando-Mentalität sehr weit verbreitet. Die Anfrage lautet dann nicht "nehmt ihr bitte auf Kulanz zurück" (Antwort: ja, gerne), sondern ist eine Ansage: "ich schicke euch zurück!" (Antwort: nein, siehe AGB).

Bei besonders renitenten Fällen kann ich es mir nicht verkneifen, bei der (dann meist letzten) Mail hinzuzufügen, dass wir im System einen Hinweis hinterlegen für den anstehenden Besuch der USt-Prüfung, die dann zu einer Kontrollmitteilung führen kann. Ich weiß, kindisch, aber man ist manchmal auch nur Mensch.


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