Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

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welpe
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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von welpe » 13. Jun 2019 21:25

Ist das ganze überhaupt noch erlaubt?

Warensendung kompakt hat sich ja rein theoretisch jetzt von 0,90 innerhalb 1 oder 2 Jahre auf 3,89 Euro verteuert?

Fehlt eig nur noch das die Post einfach Briefsendungen vereinfacht. Standard und Großbrief. Fertig.



Buchmerlin
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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von Buchmerlin » 15. Jun 2019 17:47

Derweil gibt es seitens der Bundesregierung eine Antwort auf die oben erwähnte kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken. Wie so oft in der Politik meiner Ansicht nach etwas schwammig, aber die Antworten auf die Punkte 2 und 3 finde ich durchaus interessant.
Den im folgenden wiedergegebenen Text habe ich aus den im Internet zu der Anfrage kursierenden pdfs kopiert, er ist somit als Zitat zu sehen.

Kleine Anfrage der Abgeordneten Simone Barrientos, Dr. Petra Sitte,
Doris Achelwilm und weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE. betr.: „Gefährdung von Verlagen und Buchhandlungen durch Erhöhung des Portos für Büchersendungen"
BT-Drucksache: 19/10409


Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident,
namens der Bundesregierung beantworte ich die o.a. Kleine Anfrage wie folgt:
Fraqe Nr. 1

Wie schätzt die Bundesregierung den Einfluss der Preiserhöhung für Büchersendungen auf die Deutsche Buchhandels- und Verlagslandschaft ein?
Antwort:

Büchersendungen ermöglichen den preisgünstigen Versand von Büchern. Sie tragen damit wesentlich zu einem hohen Verbreitungsgrad von Büchern und zur Förderung der literarischenVielfaltsowiezumerleichtertenZugangzumKulturgutBuchbei. Welchen Einfluss die Preiserhöhung auf die deutsche Buchhandels- und Verlagslandschaft, insbesondere die kleinen und inhabergeführten Buchhandlungen, hat, ist im Einzelnen zu eruieren. Die Bundesregierung wird die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Preiserhöhung und der gleichzeitigen Reduzierung der zulässigen Maximalhöhe für Büchersendungen sehr genau beobachten.

Fraqe Nr. 2

Erzeugt nach Einschätzung der Bundesregierung das Rabattmodell bei Paketversand eine Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten kleinerer Verlage und Buchhandlungen gegenüber Onlinehändlern?
Antwort:
Ein Wettbewerbsverstoß der Deutschen Post AG durch die Bereitstellung verschiedener Versandprodukte und deren Rabattierung ist nach Auffassung der Bundesnetzagentur auf den ersten Blick nicht anzunehmen. Paketversand einerseits und Bücher- bzw. Warenversand andererseits sind schon aufgrund der unterschiedlichen Versandbedingungen (nachweisbare Sendung gegenüber Briefkastenzustellung, unterschiedliche Laufzeiten) keine vergleichbaren Produkte und unterscheiden sich damit auch in ihren Kostenstrukturen. Rabattmodelle für z.B. Großeinlieferungen —ggf. auf späteren Stufen der postalischen Wertschöpfungskette —sind postregulatorisch zulässig, soweit die Entgeltmaßstäbe nicht verletzt werden. Des Weiteren wird auf die Antwort zu Frage Nr. 3 verwiesen.
Ein Verstoß gegen Kartellrecht durch das neue Produktangebot für Bücher- und Warensendungen kommt nur in Betracht, wenn die Deutsche Post AG hiermit eine marktbeherrschende Stellung missbrauchen würde. Dem Bundeskartellamt liegen entsprechende Beschwerden vor. Diese werden aktuell geprüft, insbesondere unter dem Gesichtspunkt einer möglichen sachlichen Rechtfertigung der angekündigten Preisanpassungen. Ein Verfahren wurde bislang nicht eingeleitet, abgeschlossen oder abgelehnt und die Bundesregierung kann deswegen derzeit keine Einschätzung zur kartellrechtlichen Bewertung des Produktangebots abgeben. Unabhängig hiervon behält das Bundeskartellamt jedoch die mit den angekündigten Preisanpassungen verbundenen Wirkungen im Blick.

Fraqe Nr. 3

Welche Möglichkeiten hat die Bundesregierung, um Einfluss auf die Preisgestaltung der Deutschen Post zunehmen?
Antwort:
Die Entgelte für den Bücher- und Warenversand unterliegen nicht der vorherigen Entgeltgenehmigungspflicht durch die Bundesnetzagentur. Gleichwohl sind die Entgeltmaßstäbe des Postgesetzes einzuhalten, wonach sich die verlangten Entgelte an den Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung zu orientieren haben.
Sie dürfen keine Aufschläge enthalten, die der Anbieter nur auf Grund seiner marktbeherrschenden Stellung durchsetzen kann, und auch keine Abschläge enthalten, die die Wettbewerbsmöglichkeiten anderer Unternehmen auf einem Markt für Postdienstleistungen in missbräuchlicher Weise beeinträchtigen. Außerdem dürfen die verlangten Entgelte einzelnen Nachfragern keine Vorteile gegenüber anderen Nachfragern gleichartiger Postdienstleistungen einräumen. Die Bundesnetzagentur wird die Einhaltung dieser Maßstäbe durch die Deutsche Post AG überprüfen. Daneben ist das Bundeskartellamt nach Maßgabe kartellrechtlicher Vorschriften zuständig, siehe hierzu auch Antwort zu Frage Nr. 2.

Frage Nr. 4

Liegen der Bundesregierung Informationen vor, ob das Produkt Büchersendung perspektivisch aus dem Produktportfolio der Post genommen werden soll?
Antwort:
Nach Auskunft der Deutschen Post AG gibt es keine Pläne, das Produkt Büchersendungen einzustellen. Auch in Zukunft würden für den Versand von Büchern zwei spezifische Produkte angeboten, die unter der Portohöhe für Brief- und Paketsendungen liegen.

Fraqe Nr. 5

Ist eine Förderung von Buchhandel und Verlagen durch die Bundesregierung über den Preis des deutschen Buchhandels und den Verlagspreis hinaus, vorgesehen?
Antwort:
Der „Deutsche Buchhandlungspreis" und der in diesem Jahr erstmalig vergebene „Deutsche Verlagspreis" sind wichtige Förderinstrumente, um die Bedeutung des stationären Buchhandels und der kleinen und unabhängigen Verlage für die vielfältigeBuchkultur inDeutschland zuwürdigen.
Die Bundesregierung fördert den Buchhandel und das Verlagswesen darüber hinaus, indem sie die Rahmenbedingungen schafft, die diesen Branchen einerseits gutes Wirtschaften ermöglichen und andererseits das Kulturgut Buch fördern. Zu diesen Rahmenbedingungen zählen eine urheberrechtliche Regulierung, die neben den Rechten der Autoren und Interessen der Nutzer auch die Belange der Verlage und

Olli
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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von Olli » 17. Jun 2019 13:13

Alles wissenwerte kompakt auf einer Seite zusammengefasst:

https://www.deutschepost.de/de/w/bueche ... ndung.html

Interessant dabei:
Etikettenbeschriftung nicht mehr Bücher-bzw. Warensendung sondern: BÜWA
Mengenrabatte entfallen vollständig.

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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von Vio » 17. Jun 2019 15:03

Der Börsenverein hat sich jetzt bewegt und Beschwerde eingereicht: Portoerhöhung: Börsenverein legt bei Bundeskartellamt Beschwerde ein

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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von al-k-seltzer » 18. Jun 2019 15:08


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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von buysellonline » 18. Jun 2019 18:06

richtig gruselig wird es, wenn der Börsenverein selbst nicht rechnen kann und von Erhöhungen von bis zu 60 % spricht:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/der_boer ... 90384.html

Ein Taschenbuch unter 500 gr , über 5 cm kostet aktuell 1,20, nach der Erhöhung nur noch als Päckchen/Paket...wir reden hier dann eher von 200 - 300 % !
Einmal ganz abgesehen davon, dass die letzte Erhöhung vor einem Jahr schon 20 % ausmachte.

Auf der einen Seite unterliegt das Buch einer staatlich festgelegten, verminderten Sonderbesteuerung - aber hier hat der Staat dann kein Mitspracherecht mehr, sehr logisch.
Es wird das AUS vom Taschbuch-Versand, das hat nur noch niemand verstanden
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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von roman » 18. Jun 2019 18:41

buysellonline hat geschrieben:
18. Jun 2019 18:06
Es wird das AUS vom Taschbuch-Versand, das hat nur noch niemand verstanden
Glaube ich nicht. Insbesondere große Player, die ja ohnehin einen großen Teil des Versandvolumens generieren, haben, wie man landläufig hört, für weniger als +1 Euro (ggü. Büchersendung) die Möglichkeit sowas zu versenden. Und das deutlich schneller als E+4 und vor allem auch sicherer und verlässlicher.
Von den großen B2C Buchversendern haben doch auch schon bisher viele ein höherwertigeres Produkt als die Büchersendung verwendet. Diese sind von der Umstellung/Erhöhung bei der Büchersendung somit nichtmal betroffen.

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Re: Ab 1. Juli: Deutsche Post vereinfacht Bücher- und Warensendungsangebot

Beitrag von fossi » Gestern 15:53

Pressemitteilung Deutsche Post DHL Group


19.06.2019, 10:45 MESZ
Neue Briefpreise ab 1. Juli 2019 genehmigt

Die Bundesnetzagentur hat heute die ab diesem Zeitpunkt geltenden Preise für Briefe und Brief-Zusatzleistungen vorläufig genehmigt.


- Standardbrief bis 20 Gramm kostet im Inland zukünftig 80 Cent
- Neue Briefmarken ab 1. Juli in den Filialen oder online erhältlich

Bonn - Die Deutsche Post AG darf ab dem 1. Juli 2019 höhere Briefpreise verlangen. Die Bundesnetzagentur hat heute die ab diesem Zeitpunkt geltenden Preise für Briefe und Brief-Zusatzleistungen vorläufig genehmigt. Da das Genehmigungsverfahren wegen Beteiligungsrechten Dritter noch nicht fristgemäß abgeschlossen werden konnte, wird die Bundesnetzagentur die endgültige Genehmigung voraussichtlich erst in den nächsten Wochen erteilen.

Nach mehr als drei Jahren Preisstabilität erhöht sich der Preis für den inländischen Standardbrief bis 20 Gramm um 10 Cent auf 0,80 Euro. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnittspreis für einen inländischen Standardbrief liegt einer aktuellen Gegenüberstellung von 31 Ländern zufolge derzeit bei 0,97 Euro.

Ebenfalls um 10 Cent erhöhen sich die Preise für den Kompaktbrief bis 50 Gramm (0,95 Euro), den Großbrief bis 500 Gramm (1,55 Euro) und den Maxibrief bis 1.000 Gramm (2,70 Euro). Nach mehr als 15 Jahren Preisstabilität kostet der Versand einer Postkarte im Inland ab dem 1. Juli 0,60 Euro.

Auch für Zusatzleistungen und grenzüberschreitende Briefsendungen werden sich einige Preise erhöhen. So steigt der Preis für den Standardbrief International auf 1,10 Euro. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnittspreis von 31 Ländern für einen Standardbrief ins europäische Ausland liegt aktuell bei 1,57 Euro.

Der Preis für den Kompaktbrief International beträgt zukünftig 1,70 Euro und für die Postkarte ins Ausland 0,95 Euro.

Für Einlieferungen von Geschäftskunden mit großen Briefmengen im Rahmen von Teilleistungen inklusive Infrastrukturrabatt wird die Preiserhöhung zum 1. Juli 2019 weitgehend kompensiert. Teilleistungs-Kunden werden im zweiten Halbjahr 2019 über den Zeitpunkt der nächsten Rabattanpassung informiert.


Neue Briefmarken und Ergänzungsmarken rechtzeitig im Handel

Für die bis zum 30. Juni nicht aufgebrauchten Briefmarkenbestände sind Ergänzungsmarken mit einem Wert von 5, 10, 15 und 20 Cent bereits heute schon in den Filialen oder online erhältlich. Die ersten Briefmarken mit den neuen Portowerten werden rechtzeitig zum 1. Juli 2019 in den Filialen und online verfügbar sein. Vorhandene Briefmarken wie auch noch vorhandene Ergänzungsmarken aus den Vorjahren können für die Frankierung von Sendungen mit der Deutschen Post weiter verwendet werden. Ein Umtausch ist nicht nötig. Darüber hinaus lassen sich einzelne Briefmarken zu jedem gewünschten Portowert jederzeit an einem der bundesweit 1.200 Briefmarkenautomaten ausdrucken.
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