Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Erfahrungen zu Versanddienstleistern wie Deutsche Post, DHL, Hermes, GLS, UPS DPD, sowie Verpackungsfragen und Tipps beim Import / Export von Waren.
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Alexa
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Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Alexa » 10. Apr 2019 13:48

Hallo,
Nach unserem wechsel zu DPD schlagen wir uns jetzt mit viel zu vielen Problemen rum, Sendungen nicht angekommen, leer angekommen, etc etc. Und dazu schlagen wir uns nun auch noch mit den Eidesstattlichen Versicherungen der Kunden rum. Jetzt will zum Beispiel eine englische Kundin nicht Ihre Passnummer angeben, sie meint das ist persöhnlich und unterliegt dem Datenschutz, das muss sie nicht. Meine Frage ist jetzt, was muss so eine Versicherung an Eidesstatt beinhalten und was muss der Kunde ausfüllen und was nicht.
Gruss
Alexandra
Eigentlich unglaublich, bei DPD verschwinden die Sachen und dann wollen die nicht mal zahlen und machen einem noch Probleme mit den Kunden.



meikel
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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von meikel » 10. Apr 2019 14:03

Das was du meinst, ist ledigilch ein Stück Papier. Eine "Eidesstattliche Versicherung" ist was anderes.

https://de.wikipedia.org/wiki/Versicher ... ides_statt
Eine Versicherung an Eides statt muss vor einer dazu legitimierten Behörde erfolgen. Andere als eidesstattlich bezeichnete Versicherungen oder Erklärungen – wie im politischen Raum gegenüber Medien – haben keine besondere rechtliche Relevanz
Demnach stellt sich für mich die Frage: Nach welchem Datenrecht begehrst du Auskunft über eine Passnummer ?

ReginaSF
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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von ReginaSF » 10. Apr 2019 18:48

DPD hat doch da so eine vorgefertigte Erklärung, die der Kunde unterschreiben soll?

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koshop
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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von koshop » 10. Apr 2019 19:03

Du brauchst einfach nur ein Schreiben auf dem steht: HIermit bestätige ich Erika Mustermann, Musterstr. 123, 12345 Musterstadt das DHL Paket Sendungsnummer XY, nicht erhalten zu haben.

Unterschrift fertig. Irgendwas mit eidesstattlich, Passnummer oder so ein Zeug ist kokolores und da brauch sich die Kundin auch nicht drauf einlassen. Grundsätzlich hast du ja nichtmal einen Rechtsanspruch auf den obigen Schrieb aber das bringt man noch am ehesten den Kunden dazu zu unterschreiben, wenn man ihn höflich bittet.

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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Alexa » 10. Apr 2019 19:37

Naja, da sind sie halt die zwei paar Schuhe. Der Kunde braucht das nicht, ist klar. Aber ohne dem Zahlt der DPD (Seur da ja Spanien) die verlangen das halt. Und wie er mir gerade mitgeteilt hat, benötigen Kunden aus Uk keine Ausweissnummer, aber zum Beispiel Kunden aus Deutschland schon, auf der Erklärung.

Wie formuliert ihr denn so ein Schreiben, damit der Kunde das auch unterschreibt?

sendiX
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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von sendiX » 10. Apr 2019 23:43

Sorry, aber aus Kundensicht würde ich auch keine Ausweisnummer eintragen, und wäre damit rechtlich auch auf der sicheren Seite... Was DPD oder andere von Dir fordern, wäre mir dann relativ wumpe, denn ich habe als Empfänger keinen Vertrag mit denen. Und wenn du dann auch noch die Ausweisnummer an einen Dritten weiterleiten willst....... Das Eis wird reichlich dünn gerade.

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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Alexa » 11. Apr 2019 00:23

„Sendix“ Wo sind wir hier in einem Kundenforum oder Sellerforum.

Mal nur so nebenbei. Hier in Spanien muss man andauernt seine Ausweissnummer angeben, kauf einen Fernseher im Media Markt, bei Ikea, bei der Post, beim Versenden und abholen, etc etc. Hier kann jeder seine NIE auswendig, das ist hier normal. Gut wir sind hier nicht in Deutschland, aber Europa. Und zu guter Letzt, ich lebe noch und mein Bankkonto wurde auch nicht geräunt.
Und wenn der Kunde das auf dem Wisch freiwillig angibt und unterschreibt, dann kann ich das auch an den DPD weitergeben, zumal der Kunde ja darüber in der Mail aufgeklärt wurde, wofür das Schreiben ist. Ich sehe da kein dünnes Eis. Vielleicht kann ja mal einer der Rechtsgelerten hier aus dem Forum darüber auskunft geben, was man darf, was nicht. Das wäre toll.

Ich finde wir sollten mal ein wenig mehr als Verkäufer denken und nicht immer aus Kundensicht. Und wir sollten nicht versuchen die grossen Nachzumachen, die grossen sehen schon zu, das sie Geld verdienen und wenn es auf unsere Kosten ist. So das musste jetzt mal raus, Sorry.

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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Wolkenspiel » 11. Apr 2019 06:47

Alexa hat geschrieben:
10. Apr 2019 13:48
Jetzt will zum Beispiel eine englische Kundin nicht Ihre Passnummer angeben, sie meint das ist persöhnlich und unterliegt dem Datenschutz, das muss sie nicht.
Und natürlich hat sie vollkommen recht. Die Diskussion ergibt sich doch auch eigentlich gar nicht. Das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand. (Und in Zeiten der DSGVO sowieso).
Wenn mir ein Versanddienstleister sagen würde, er erstattet die Verluste nicht, wenn er nicht die persönlichen Ausweisdaten des Kunden erhält, würde ich die Sache einem Anwalt übergeben.
Alexa hat geschrieben:
11. Apr 2019 00:23
Ich finde wir sollten mal ein wenig mehr als Verkäufer denken und nicht immer aus Kundensicht.
:gruebel: Falscher Ansatz.

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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von koshop » 11. Apr 2019 08:33

Im Anhang hab ich dir mal das Formular, dass wir irgendwann mal von DHL bekommen haben hochgeladen.

Auf irgendwelche Ausweisnummern würde ich verzichten, dein Vertragspartner ist DPD und nicht irgendein spanischer Paketdienst. Im Zweifelsfall sagst du, dass das nicht geht wegen DSGVO, das zieht zur Zeit immer. Da nicken immer alle verständnisvoll und sagen "Ah, ja. Da hab ich auch schon von gehört, da darf man ja fast gar nix mehr." Und dann sagst du: "Genau, sie können froh sein, daß der Kunde seinen Namen drauf geschrieben hat."
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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Wolkenspiel » 11. Apr 2019 08:50

Und auch diese Erklärung ist rechtlich NICHT erforderlich. Der Kunde MUSS gar nichts. Es reicht völlig aus, wenn er formlos bestätigt, die Sendung nicht erhalten zu haben. Wir belästigen unsere Kunden damit gar nicht und es ist auch völlig wurscht, wer dieses Pamphlet unterschreibt. Ich als Kunde würde mir auch an den Kopf fassen, wenn ich irgendwelche Pseudo-EVen ausdrucken, unterschreiben und wieder einscannen, dann wieder schicken soll. Warum sollte ich das tun? Es gibt eine Unterschrift für das Paket und diese ist nicht meine. Punkt. Und wenn es keine Unterschrift gibt, ist das Ganze ja noch beschruppter. Da muss ich doch als Kunde nichts tun.
Und wenn Versanddienstleister das möchten, dann muss man sich als Händler mit denen halt streiten. Aber bestimmt nicht mit dem Kunden, der eh schon genug Ärger hat, weil er sein Paket nicht bekommt.

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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Alexa » 11. Apr 2019 12:53

koshop Danke für das Formular
Und Danke für Eure Antworten. Leider helfen mir Antworten wie „ich als Kunde würde nicht“, nicht weiter. Wir sind halt nicht in Deutschland sonder in Spanien und haben einen Vertrag mit dem DPD hier und hier können die das halt rechtlich verlangen und wenn ich das nicht bringe, zahlen die halt nicht, fertig. Die Frage war ja jetzt auch, wie bringe ich den Kunden höflich dazu so etwas zu schicken, oder wie formuliert man sowas am besten. Streiten und woanders hingehen bringt da auch nichts, der GLS hat genau das selbe verlangt.

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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von daytrader » 11. Apr 2019 20:31

Bislang hat DPD bei mir noch nie eine Ausweisnummer verlangt, auch nicht bei Auslandssendungen. "Leer" angekommene Pakete hatte ich zum Glück noch nie in all den Jahren.

Aber in meiner internen Statistik fällt auf, dass diese "ist nicht meine Unterschrift" fast ausschließlich in einen ganz bestimmten Kundenstamm sehr gehäuft auftreten. Sprich ich behaupte davon ist ein großer Teil Betrug. Manche schreiben ja ganz offen, dass dies bei Ihnen öfters vorkommt. (also bei mir kam dies noch nie vor, bei meiner Frau auch nicht, bei meinen Eltern auch nicht, auch sonst ist mir keiner im Bekanntenkreis bekannt dessen Unterschrift gefälscht wurde)
Ist es wirklich so einfach, dass ich mir etwas bestellen kann, bewusst unleserlich etwas hinkritzel und danach formlos per Email dem Verkäufer melde, dass dies nicht meine Unterschrift ist?

Jetzt ist klar, das das ganze beim Paketdienst so gemeldet wird, dass es später wahrscheinlich zur Unterschriftenklärung kommt. Inzwischen dauert das bei DPD viele Wochen. Ich lese hier selbst von Verkäufern, dass diese als Käufer nicht bereit wären zu warten bis dies geklärt ist. Muss der Verkäufer also eine dahin geschmierte email (man kann nicht mal prüfen, ob da der Betroffene selber schreibt oder jemand anders) als festes Urteil hinnehmen muss und den Fahrer somit automatisch als Unterschriftenfälscher abstempeln? Kein Recht auf Prüfung, abwarten bis der Vorgang mit allen Beteiligten geklärt ist? Ich finde diese Art extrem betrügerfreundlich.

Bei Paypal, Ebay und Klarna ist die Sache klar. Solche Fälle wurden bei mir noch nie zu Gunsten des Käufers entschieden.

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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Alexa » 12. Apr 2019 03:24

Da stimme ich Dir voll zu daytrader Danke. Wir sind jetzt seit 16 Jahren dabei und ja es stimmt, es wird immer schlimmer, bisher hatten wir auch das übliche, mit ist nicht meine Unterschrift, den Nachbarn kennen wir nicht, Hotel Lieferungen sind auch schön. Dinger erlebt.....und ja es ist in allen Ländern der gleiche Kundenkreis, auch das stimmt. Nur das mit dem, das, das Produkt fehlt, ist neu, das hatten wir glaube ich noch nie. Naja und mit der Ausweissnummer, in Deutschland wird halt keine verlangt, ist nicht üblich, da verlangen die wohl auch keine. Hier ist es üblich, also verlangen die, die Nummer. Ist doch klar, die wollen doch auch nicht zahlen. Also werden Sachen verlangt, die man vielleicht nicht bringen kann. Und dann bleibt man halt auf dem Schaden sitzen, nicht ganz unerheblich bei Sendungen von ab 100€ aufwärts.

Und ja mein reden, wirr dürfen uns die Kunden nicht zum Betrug erziehen. Die Hemmschwelle singt gerade gewaltig. Wie Ende der 80er mit Versicherungsbetrug, hinterher haben wir das alle mit den Erhöhungen bezahlt. Und man sollte nicht glauben, mir passiert das nicht, abwarten, wenn die Hemmschwelle sinkt, betrifft das irgendwann alle Verkäufer, nicht nur die mit Populärer Ware.

Jeff_Bezos
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Re: Eidesstattliche Versicherung, Was muss drauf, was nicht?

Beitrag von Jeff_Bezos » 9. Jun 2019 17:05

@Alexa

Hallo Alexa,

ich würde es wie folgt formulieren:

******************
Estimado cliente,

Lamentamos que no haya recibido su pedido a tiempo. Queremos ayudarle lo más rápidamente posible y hemos procedido a reclamar su mercancía al transportista.

Para que el transportista tramite nuestra reclamación es necesario que usted nos facilite una “Declaración de pérdida de paquete” firmada por usted. Solo así podemos hacer valer nuestros derechos frente al transportista y tramitar lo más rápidamente posible su envío.

Ruego nos devuelva completo y firmado a la mayor brevedad el formulario adjunto. Nosotros nos ocupamos del resto de gestiones.

Si tiene alguna pregunta no dude en contactar con nosotros.

Atentamente

Alexa

*******************

Gruß

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