Erfahrungen Webshoperstellung inkludierte Leistungen

Kunden, Lieferanten, Existenzgründung...
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strichpunkt
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25. Jul 2018 11:39

Hi,
wir bekommen ja demnächst einen neuen Webshop und das hat folgende Diskussion entfacht:
Kann ich bei der Erstellung des Shops durch eine Firma davon ausgehen, dass der Shop zur Zeit der Erstellung rechtskonform ist und alles beinhaltet, was ich für den Bestellprozess des Kunden benötige (z.B. die Möglichkeit, dass ich Rechnungen erstellen kann)?
Ich denke ja, denn für was beauftrage ich sonst einen Profi? :gruebel: Oder ist die Firma rein für das Design und die Programmierung zuständig und der Rest ist eine Sache der Absprache?

Wie seht ihr das?

Über eure Erfahrungen / Meinungen würde ich mich sehr freuen

Strichpunkt


Andre (KM)
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25. Jul 2018 11:47

In der Regel wird das umgesetzt, dass in dem ausgearbeiteten Pflichtenheft vereinbart wurde.
Existiert ein Pflichtenheft? Oder was wurde genau vereinbart?


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Scienceticker
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25. Jul 2018 11:50

Das Pflichtenheft (auch Lastenheft, Anforderungskatalog, engl. Requirements Document etc...) ist die Grundlage und macht teilweise mehr Arbeit als das eigentliche Umsetzen. Aber ohne geht es nun mal nicht.


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strichpunkt
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25. Jul 2018 13:11

Ok, danke für die Info!
Ein Pflichtenheft wurde nicht ausgearbeitet - beim Gespräch zwischen GF und Dienstleister war ich nicht dabei. Ich habe ein Angebot vor mir liegen, wo als Inhalt Installation, Design und Payment Plugin drauf sind. Dann fasse ich hier noch genau nach :daumenhoch:


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knoge
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25. Jul 2018 13:19

Jede noch so unwichtige Kleinigkeit vorher vereinbaren.

Programmierer / Designer sind leider ein ganz "besonderer" Menschenschlag. Es ist ein absoluter Glücksfall in diesem Bereich zuverlässige Dienstleister zu bekommen.(siehe Jammerthread - egal welches Jahr du wirst immer fündig)

Was die rechtlichen Aspekte betrifft, da hilft nur alles selbst nachprüfen.


Lou mi sa.
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koshop
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25. Jul 2018 13:37

dass der Shop zur Zeit der Erstellung rechtskonform ist und alles beinhaltet, was ich für den Bestellprozess des Kunden benötige (z.B. die Möglichkeit, dass ich Rechnungen erstellen kann)?
Da fängts ja z.B. schon an.

Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass ein Shopsystem Rechnungen erstellen kann. Unseres kann das z.B. nicht und das ist auch nicht gewünscht, denn die Rechnungen erstellt bei uns die Warenwirtschaft.

D.h. ihr müsst euch eine Liste erstellen mit den Features die ihr braucht. Ihr dürft nichts als selbstverständlich voraussetzen. Ihr müsst euch überlegen welche Exportmöglichkeiten und Schnittstellen ihr braucht, welche Zahlungsweisen ihr anbieten wollt usw.


welpe
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25. Jul 2018 13:55

knoge hat geschrieben:Jede noch so unwichtige Kleinigkeit vorher vereinbaren.

Programmierer / Designer sind leider ein ganz "besonderer" Menschenschlag. Es ist ein absoluter Glücksfall in diesem Bereich zuverlässige Dienstleister zu bekommen.(siehe Jammerthread - egal welches Jahr du wirst immer fündig)

Was die rechtlichen Aspekte betrifft, da hilft nur alles selbst nachprüfen.

Naja. Problem ist das man das es für den einen selbstverständlich ist und für den anderen wieder nicht.

Zum Beispiel: Der Threadersteller will das Rechnungen erstellt werden. Natürlich geht er dann natürlich davon aus das man die Rechnungen mit einem Klick dann mailen kann oder speichern kann in einem bestimmten Ordner.

Der Programmierer programmiert aber nur das die Rechnungen erstellt werden und heruntergeladen werden können.


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Templer
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25. Jul 2018 14:42

Klärt ganz klar die Anforderungen die ihr an das System habt. So eine Anforderungsanalyse und resultierendes Pflichtenheft kosten viel Zeit und Arbeit zu Beginn, spart aber Zeit, Geld und Nerven hinten raus. Holt euch auch mal die Agentur beim Geschäftsalltag dazu, damit diese sieht, wie ihr arbeitet und was ihr braucht.

Ohne solche spezifischen Anforderungen kann so eine Softwareeinführung ein Fass ohne Boden werden, weil hier noch etwas dazu programmiert werden muss und da noch etwas angepasst werden muss. Das kostet nicht nur zusätzliches Geld, sondern artet auch nicht selten in Gefrickel und unsauberen Code aus, weil die ursprünglich ausgewählte Software den Bedarf gar nicht abdeckt bzw. nicht zu den Geschäftsprozessen im Betrieb passt und überall angepasst werden muss. Die kleinen Anpassungen sorgen aber nicht selten dafür, dass die Software unhandlich wird und einen höheren Wartungsaufwand hat.

Nutzt bei einer Softwareumstellung auf jeden Fall auch die Gelegenheit, eure Geschäftsprozesse einmal zu überprüfen und ggf. anzupassen/optimieren.


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strichpunkt
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25. Jul 2018 14:51

Alles klar, dann setze ich mich da nochmal dahinter :daumenhoch:
Meine Nachfrage hat ergeben, dass tatsächlich nur Installation, Design und Payment Plugin von Stripe enthalten sind. Bzgl. der Rechtskonformität kennt sich der Dienstleister gar nicht aus, dafür übernimmt er auch keine Haftung und wir müssen ihm das alles genau vorgeben :shock: Rechnungserstellung ist ebenfalls nicht integriert. Das heißt, ich brauche jetzt noch jemanden, der mir bzgl. der Rechtssicherheit und der DSGVO hilft (bzw. müssen Plugins wie WooCommerce Germanized oder German Markets integriert werden) und ich muss zu erst mal schauen, was WooCommerce von sich aus alles beinhaltet... Rechnungserstellung ist nicht mit dabei, sollte aber laut meinen ersten Recherchen mit Germanized oder German Markets funktionieren.

Ich bin eigentlich auch nur die Bürotante, die über das Backend die Bestellungen abwickeln soll. Ehrlich gesagt, frage ich mich da schon, ob ein Dienstleister den Kunden zumindest darauf aufmerksam machen müsste, dass man heutzutage nicht mehr einfach einen Shop ins Netz stellen darf. Auch, wenn man dann für diese Umsetzung wieder jemand anderes braucht.

Was machen da bloß Kunden, die Ihren ersten Webshop erstellen lassen und noch keine Erfahrung haben? :durchdreh:


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Frank D.
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25. Jul 2018 18:15

Wenn all diese Anforderungen euer GF (sofern er dafür verantwortlich war) vorher nicht durchdacht und zumindest als Liste erstellt hat, ist er eigentlich fehl am Platze.
Wir haben für das Pflichtenheft mehrere Wochen Zeit gebraucht.


eluno
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25. Jul 2018 18:50

Ich würde das komplette Projekt direkt einstampfen und nicht zum derzeitigen Zeitpunkt realisieren. Das wird so nix.

Und der Dienstleister wird sich an Euch dumm und dämlich verdienen weil ihr wegen jedem weiteren kleinkram dort ankommen werdet, die umgesetzt werden müssen - und es dann nach realisierung zu schade ist, das bisherige Geld welches schon investiert wurde für ein vernünftiges Shopsystem mit passender Warenwirtschaft und Co auszugeben.


ReginaSF
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25. Jul 2018 19:49

Es gibt, nicht nur im Projektgeschäft, ein knackiges Sprichwort: "Shit in, shit out."

Macht ein vernünftiges Pflichtenheft, holt euch bei Bedarf dazu Unterstützung (aber nicht von denen, die nachher implementieren). Das Geld, das das kostet, spart ihr mehrfach wieder ein.


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Xantiva
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25. Jul 2018 21:27

knoge hat geschrieben:Programmierer / Designer sind leider ein ganz "besonderer" Menschenschlag.
Hehe, das könnte man in Gegenrichtung manchmal genauso sehen. aetsch

Sobald ich mit dem bösen Wort mit "L" ankomme, wollen manche Kunden gar nicht mehr so recht ;)

Ich kann mich den Vorschreibern nur anschliessen, auch wenn ich häufig auf der Gegenseite sitze. Je detaillierter und konkreter die Anforderungen / das Lastenheft sind, desto ...
  • genauer kann man die erforderliche Zeit abschätzen (genauere Angebote)
  • desto weniger Missverständnisse gibt es später
Nichts ist für beide Seiten schlimmer als diese ganzen unausgesprochenen Annahmen: Ich dachte es ist möglich rechtsgültige Rechnungen damit zu erstellen, wieso kann der Kunden denn nicht XY machen, das kann doch jeder Shop, usw.

Und bezüglich der "Rechtskonformität" sollte ein Dienstleister schon in etwa wissen, was los ist. Aber die ganzen Inhalte (AGB, WRB, Artikelbeschreibungen, usw.) tragen nicht unerheblich zur Rechtskonformität bei und können nicht vom Dienstleister kommen. Der kennt sich auch nicht mit den Besonderheiten Eurer / der Kunden- Branche aus. (z. B: Sicherheitshinweise müssen sichtbar sein, bevor der Artikel in den Warenkorb gelegt werden kann.)

Wenn es bislang keine detaillierte Auflistung gibt, dann würde ich auch zügig auf die Bremse treten ;) und erst mal damit anfangen. Ja ich weiß, das kostet u. U. viel Zeit, aber die holt Ihr später auf jeden Fall wieder rein.

Und auch als Dienstleister macht es keinen Spaß, etwas was man gerade erstellt hat gleich wieder in die Tonne klopfen zu müssen, nur weil die Anforderungen vorher nicht eindeutig waren. Aber da ist eigentlich auch der Dienstleister in der Pflicht, diverse Dinge einfach beim Kunden vorher abzufragen! Wenn z. B. kritische Punkte unklar sind, dann frage ich ggf. per Mail noch mal nach und bestätigen dem Kunden dass auf seine Antwort hin auch noch mal mit meinen Worten. Einfach um sicher zu sein, dass da kein Missverständnis vorliegt.


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25. Jul 2018 23:10

Hat nur indirekt etwas mit dem Thema zu tun, ist aber ein schönes Bild, das es ganz gut trifft:

Ich hatte mit einem Illustrator zu tun, der die Bedienungsanleitungen für technische Produkte illustrieren sollte. Dafür wurde damals sehr viel Geld ausgegeben.

Grundlage dazu waren Fotos von den Produkten die in Serie gehen sollten. Anhand dieser Fotos sollte der Illustrator ein Gefühl dafür bekommen, wie das Produkt, einzelne Schalter usw. aussieht, um sie eben entsprechend genau, wie es gewünscht war, illustrieren zu können, ohne das eigentliche Produkt jemals gesehen zu haben. Ging alles über die Fotos. Da waren auch recht komplexe Sachen dabei.

Die Fotos waren mal besser, mal schlechter, manchmal ging das nur mit Raterei.

Einmal, daran erinnere ich mich mit Freude, hat der ein Foto bekommen, da waren nur unscharfe Farbflecken drauf, mit der ernsthaften Bitte, das für eine Anleitung zu illustrieren. Da hat der Illustrator das Foto auf den Boden geworfen, ist darauf herum gesprungen und hat seine Kaffeetasse an der Wand zerschossen. Ich fand das großartige Action.


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strichpunkt
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2. Aug 2018 12:51

Hallo in die Runde!
Danke nochmals für eure Antworten.
Ich habe gleich nach euren Posts wieder mit unserem Dienstleister telefoniert und mir hat sich der schwere Verdacht aufgetan, dass er zum ersten Mal von rechtlichen Anforderungen an Webshops wie z.B. Buttonlösung, Grundpreisangabe, Lieferzeitangabe, etc hört. Daraufhin bin ich zur GF gegangen und habe die Sachlage angesprochen. Die GF hat mit dem Dienstleister telefoniert, der wiederum meinte, dass er nicht weiß, warum ich wg. der AGB und dem Impressum ein Theater mache :shock:
Im Endeffekt habe ich Kontakt zur Wirtschaftskammer aufgenommen und dort sehr gute Unterlagen bekommen, woraus ich dann eine Übersicht erstellt habe, welche rechtlichen Anforderungen zu erfüllen sind.
Das Angebot wurde neu erstellte und heute bestätigt. Der Dienstleister meinte dann noch, dass er das bei anderen Shops nicht so genau mache, aber so sei es billiger, als später eine Abmahung kosten würde applaus


ReginaSF
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2. Aug 2018 12:54

Und den will Dein Chef wirklich beauftragen? Schwippschwager?


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strichpunkt
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2. Aug 2018 15:11

ReginaSF hat geschrieben:
2. Aug 2018 12:54
Und den will Dein Chef wirklich beauftragen? Schwippschwager?
Nein - er hat die bereits bestehende Website inkl. Design und Produktbildern sehr zufriedenstellend umgesetzt. Dass ein Webshop aber eine ganz andere Nummer ist, ist ihm glaube ich aber nicht ganz bewusst :roll:


Andre (KM)
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2. Aug 2018 15:17

Dann hilft nur lernen durch Schmerz. rauchen


ReginaSF
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2. Aug 2018 16:50

Tja, ein guter Schaufenster-Dekorateur ist noch lange kein guter Shop-Designer.


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