Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

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Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von fossi » 25. Okt 2019 22:34

Digitale Krankschreibung: Bundestag beschließt Aus für "gelben Schein"

Der Bundestag hat das Aus für den "gelben Schein" beschlossen. Die Krankmeldung auf Papier soll künftig durch eine digitale Bescheinigung für den Arbeitgeber ersetzt werden. Das sieht ein umfangreiches Gesetzespaket zum Bürokratieabbau vor, das am Abend den Bundestag passiert hat.

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 69009.html


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AndreM93
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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von AndreM93 » 25. Okt 2019 22:45

Ganz unten folgt dann noch folgendes: "Zudem sind Unternehmensgründer in den kommenden sechs Jahren nicht mehr monatlich, sondern nur noch vierteljährlich zur Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet."

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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von Wolkenspiel » 26. Okt 2019 07:57

Wir dürfen gespannt sein, wie unser Datenschutzvatikan das "sicher" löst. Ein Land, in dem ich eine TAN eingeben muss, wenn ich meinen Kontostand von vor mehr als vier Wochen abrufen möchte, in dem ich im Krankenhaus meine Röntgenbilder nicht in Dateiform erhalte, sondern aus Datenschutzgründen auf CD (!) und in dem jeder Krankenkassenangestellte am Telefon hysterisch lacht, wenn ich frage "können Sie mir das mailen?", findet bestimmt eine bequeme und einfache Möglichkeit. :-y

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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von fonprofi » 26. Okt 2019 08:17

Ich denke auch, das es schwierig wird.

Im Artikel wird von der Telematik gesprochen.
Telematik sind die G2 Onlinechipkarten.

Seit Jahren wird geplant, das es auf der Chipkarte Speicherplatz für Medikation und Rezepte geben soll, damit ein Patient nicht von Arzt zu Arzt geht um sich bei Medikamentenabhängigkeit zu viel Tabletten verschreiben lassen kann. -Nix

Rezepte und Überweisungen sollen drauf -nix

Jetzt die AU... wird auch nix.

Vorraussetzung dazu ist, das der Patient einen PIN hat um dem Arzt den Zugriff auf die Karte zu geben. Hat man aber nicht, kein PIN da. Bei jeder Änderung der Daten muss eine neue Karte her von der KK.

Das einzige wäre eventuell das die KK einen Abgleich über SV macht. Aber auch da muss der Patient wieder zustimmen, wie denn ohne PIN?

kreien
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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von kreien » 26. Okt 2019 12:26

Die Digitalisierung von Prozessen
Die Digitalisierung von Prozessen stellt weder eine Vereinfachung noch Bürokratieabbau dar. Es wird auch niemand entlastet, wenn ein umständlicher Prozess digital abgebildet wird - vielmehr sind elektronische Prozesse in der Regel anspruchsvoller. Das geht schon damit los, dass eine Infrastruktur geschaffen werden muss, die mit Daten operiert, die unter das Sozialgesetzbuch fallen und bei der DSGVO noch eine Schippe drauf gelegt werden muss, da diese eine besondere Stellung haben. Das heißt, bei allen Teilnehmern, beginnend in der Arztpraxis muss erst mal in Hard- und Software investiert werden, fürs Backbone bedarf es Extra-Personal, um die ganze kritische Infrastruktur am Laufen zu halten, und natürlich werden die Kosten bei solch großen Projekten aus dem Ruder laufen - das ist doch völlig klar.

Wo die Vereinfachung beim elektronisch eingemeldeten gelben Schein sein soll, erschließt sich mir nicht. Wie oft habe ich als Arbeitnehmer den vorhandenen gelben Schein dann doch nicht eingereicht, weil ich mich umentschieden habe und doch zur Arbeit gegangen bin. Wenn die Krankmeldung umgehend offiziell erledigt ist, dann geht das wohl nicht mehr so gut. Auch ist es so, dass der AN in der Beweispflicht dumm da steht, wenn die Meldung irgendwo versumpft, weil die ach so tolle digitale Infrastruktur in einem Bundesland gerade nicht funzt - wie oft funktioniert z. B. das elektronische Unternehmensregister in einzelnen Bundesländern gerade nicht (heute stehen z. B. Infos aus Hessen und Niedersachsen nicht zur Verfügung). Erschwerend kommt hinzu, dass nicht längst jede Arztpraxis an das System angeschlossen ist.

Gelben Schein einfach abschaffen
Zurück zum Grundübel: Bürokratieabbau und eine pragmatische vereinfachende Lösung wären gewesen, den gelben Schein abzuschaffen. Der AN meldet sich beim AG krank, das macht er sowieso, ... und gut ist. Wenn der AG Zweifel hegt, kann er sich im Einzelfall bei der Krankenkasse rückversichern, dass alles seine Ordnung hat. Eine AU gleich für den ersten Krankheitstag finde ich überholt, eine Karenzzeit von drei Tagen führt zudem dazu, dass sich Leute mit einem grippalen Infekt oder Magen-Darm nicht noch - nur der Krankmeldung wegen - ins Wartezimmer schleppen und sich dort gegenseitig anstecken. Auch gibt es Ärzte, die dazu neigen gleich die ganze Woche die AU zu bescheinigen.

Der elektronische gelbe Schein ist eher ein Konjunkturporgramm für Anbieter solcher Lösungen. Der ganze Mist hat schon bei der elektronischen Gesundheitskarte zu einem Riesenaufwand, Ärger und Kosten geführt.

Meldeschein für Beherbungsstätten einfach abschaffen
Und auch die anderen Bürokratieabbaumaßnahmen mit den digital eingemeldeten Meldescheinen für Hotels, Pensionen und Campingplätze sind doch im Zeitalter von AirBnB und Couchsurfing absoluter Nonsens. Diese Meldescheine für Beherbergungsstätten sind ein Relikt der NS-Reichsmeldeverordnung und eine polizeiliche Datenerhebung, die in keinem Verhältnis steht. Diese jährlich millionenfach zur Anwendung kommenden Meldescheine für Beherbungsstätten werden ausgefüllt und abgeheftet, die sind völlig nutzlos, zumal man da doch quasi jeden Mist eintragen kann. Man könnte ja sogar gefahrlos mit offenem Haftbefehl im Hotel den Meldeschein ausfüllen. Kurzum: Einfach abschaffen den Quatsch, das wäre Bürokratieabbau, ist dann aber für die Lobby der Software-Lösungsanbieter nicht so zielführend, weswegen die Frage Bürokratieabbau vs. Digitalisierung nun beantwortet wurde. Das Ganze dann aber noch mit Bürokratieabbau verkaufen zu wollen ist dummdreist.

DerRobert
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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von DerRobert » 26. Okt 2019 12:36

Ich sehe das sehr kritisch, was das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung betrifft. Der Patient kann nicht mehr selbst entscheiden, ob er den gelben Schein an AG und/oder KK schickt.

Dann noch ein paar praktische Aspekte:

Was mache ich, wenn ich einen gelben Schein brauche für
- Ämter (Ich brauchte letztens den gelben Schein fürs Finanzamt, weil ich wegen Krankheit Steuererklärung nicht rechtzeitig abgeben konnte)
- Pflichttermine vor Gericht etc.
- Bildungseinrichtungen (Schule, Prüfung an der Uni)

Die sollen also dann alle eine Software bekommen, um die Daten von der KK abrufen zu können, wann jemand krankgeschrieben ist?
Das alles soll in 18 Monaten fertig sein und funktionieren?

:popcorn:

Oder es gibt ein hässliches Webinterface, das die erste Zeit nur manchmal funktioniert, schwer zu bedienen ist, keine Schnittstellen... Das übliche halt, wenn sowas eingeführt wird. Ich erinnere nur an die alte Version von Elster Online. Ich habe es gehasst. Mittlerweile ist es echt klasse für ein Webinterface einer Behörde, aber es hat ja auch ewig gedauert.

Eine erhelbliche Erleichterung sehe ich da für kaum jemanden, außer vielleicht die Krankenkassen. Die meisten AN sind wohl 1-3 Mal im Jahr krankgeschrieben (reine Schätzung). Der AN schickt einen Brief zur Arbeit und zur KK. Mein Hausarzt schickt es auf Wunsch für mich gratis zur KK. AG tippt Zeitraum der Krankschreibung in Lohn-Software, heftet gelben Zettel ab, fertig.

kreien
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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von kreien » 26. Okt 2019 13:23

DerRobert hat geschrieben:
26. Okt 2019 12:36
Was mache ich, wenn ich einen gelben Schein brauche für
- Ämter (Ich brauchte letztens den gelben Schein fürs Finanzamt, weil ich wegen Krankheit Steuererklärung nicht rechtzeitig abgeben konnte)
- Pflichttermine vor Gericht etc.
- Bildungseinrichtungen (Schule, Prüfung an der Uni)
Der gelbe Schein ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer zur Vorlage beim Arbeitgeber. Für die aufgezählten Situationen lässt du dir besser eine passende ärztliche Bescheinigung (vulgo Attest) ausstellen, die du auch gleich an der Theke der Sprechstundenhilfe bezahlst. Beim Gerichtstermin reicht ein gelber Schein jedenfalls nicht (vgl. https://www.juraforum.de/recht-gesetz/n ... min-454726).

Kleine Anekdote: Kindergartenplätze sind in Großstädten schwer zu kriegen, entsprechend zurückhaltend tritt man besser auf, findet alles ganz toll und hat für jeden Schwachsinn irgendwelcher Helikoptereltern, Religioten oder Diplom-Sozialpädagogen natürlich nach außen hin grundsätzlich vollstes Verständnis. Für die Erstaufnahme im Kindergarten brauchten wir so eine ärztliche Bescheinigung, die ist in wenigen Minuten erstellt und kostet zwischen 26 € und 47 €, beim zweiten Kindergarten wieder das Gleiche. Ein kirchlicher Kindergarten hatte damals Gesundschreibungen verlangt, also nach jeder krankheitsbedingten Abwesenheit von mehr als drei Tagen mit dem gesundeten Kind wieder hin zum Kinderarzt, sich im Wartezimmer eine angemessene Zeit anhusten lassen, um dann eine abgestempelte Bescheinigung in Empfang zu nehmen, kostet mich jedes Mal Arbeitszeit zur besten Sendezeit (sic!) und so an die 6 € oder 8 €, die nicht Thema der gesetzlichen Krankenkasse sind. Für die Gesundschreibung hat sich die Ärztin den Kandidaten gar nicht mehr angeschaut, und so produzieren wir am laufenden Band irgendwelche Kosten und Belege ohne Ende. Und dann wird das Ganze als nächster logischer Schritt digitalisiert. So produzieren wir zusätzlich Datenbanken und digitale Infrastrukturen.

Ein unsinniger Prozess verwandelt sich im Rahmen der Digitalisierung zu einem unsinnigen elektronischen Prozess, nur mit dem Unterschied, dass es teurer wird und eine ganze Branche - vom Juristen über den Consultant bis hin zum Programmierer der Fachanwendung - davon viele Jahre profitiert.

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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von DerRobert » 26. Okt 2019 13:31

kreien hat geschrieben:
26. Okt 2019 13:23
Der gelbe Schein ist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer zur Vorlage beim Arbeitgeber. Für die aufgezählten Situationen lässt du dir besser eine passende ärztliche Bescheinigung (vulgo Attest) ausstellen, die du auch gleich an der Theke der Sprechstundenhilfe bezahlst.
Warum sollte ich das denn bitte tun, wenn die Dame im Finanzamt mich nach einer Kopie vom gelben Schein fragt, nur um sicherzugehen, dass ich nicht einfach zu spät angefangen habe mit der Steuererklärung? An der Uni wollten die auch immer den gelben Schein und nichts anderes. Vor sehr vielen Jahren war ich mal beim Arbeitsamt und habe einen Termin wegen Krankheit abgesagt. Auch da hat der gelbe Schein gereicht. Gerichtstermine hatte ich noch keine.

Wenn man es nur doll genug versucht, kann man sich das Leben wahrlich schwer machen...

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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von kreien » 26. Okt 2019 14:27

DerRobert hat geschrieben:
26. Okt 2019 13:31
Warum sollte ich das denn bitte tun, wenn die Dame im Finanzamt mich nach einer Kopie vom gelben Schein fragt, nur um sicherzugehen, dass ich nicht einfach zu spät angefangen habe mit der Steuererklärung? An der Uni wollten die auch immer den gelben Schein und nichts anderes. Vor sehr vielen Jahren war ich mal beim Arbeitsamt und habe einen Termin wegen Krankheit abgesagt. Auch da hat der gelbe Schein gereicht. Gerichtstermine hatte ich noch keine.
Ich gebe dir völlig recht, wenn das Finanzamt oder die Uni einen gelben Schein sehen möchten, obwohl das Dokument für etwas Anderes gemacht wurde, dann bekommen sie den auch, das ist doch völlig okay so. Diese Zweckentfremdung wird in der Tat künftig ein wenig schwieriger, da das Finanzamt oder die Uni nicht dein Arbeitgeber sind, wird es auf eine ärztliche Bescheinigung hinauslaufen, die anders als die AU-Bescheinigung, Gebühren kostet, die die gesetzliche Krankenkasse nicht übernimmt.

Übrigens bei meinem Finanzamt stellt sich die Frage nicht: Es gibt keine zusätzliche Fristverlängerung, egal aus welchem Grund. Ich habe deswegen schon mal die Steuererklärung mit Petroleumlampe auf einer Baustelle vorbereitet, da wir kurz vorher in eine unfertige Wohnung, sprich eine Baustelle gezogen, ohne Heizung, Strom, Telefon und Internet. Hat das FA nicht weiter interessiert, ist kein Grund. Das Fatale dabei war: Hat papierbasiert irgendwie zu gut geklappt, ich bin noch nie so zügig durchgekommen :lol:.
Zuletzt geändert von kreien am 26. Okt 2019 14:49, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von DerRobert » 26. Okt 2019 14:36

kreien hat geschrieben:
26. Okt 2019 14:27
Übrigens bei meinem Finanzamt stellt sich die Frage nicht: Es gibt keine zusätzliche Fristverlängerung, egal aus welchem Grund. Ich habe deswegen schon mal die Steuererklärung mit Petroleumlampe auf einer Baustelle vorbereitet, da wir kurz vorher in eine unfertige Wohnung, sprich eine Baustelle gezogen, ohne Heizung, Strom, Telefon und Internet. Hat das FA nicht weiter interessiert, ist kein Grund. Das fatale dabei war: Hat papierbasiert irgendwie zu gut geklappt, ich bin noch nie so zügig durchgekommen :lol:
Wow, meinen Respekt hast du dafür :daumenhoch:

Da hab ich ja Glück mit meinem mittlerweile recht freundlichen FA (die haben sich in den letzten Jahren stark gebessert). Das wäre mit meinem papierlosen Büro nicht so einfach gewesen.

bcksbx
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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von bcksbx » 26. Okt 2019 14:54

Wow, hier gehts aber wieder rund. Der Zettel für den Arbeitgeber und der Zettel für die Krankenkasse fällt weg. Die KK wird elektronisch informiert, die KK informiert den Arbeitgeber. D.h. jeden Tag fallen Millionen an Wegstrecken und Briefen weg, um die Krankschreibungen abzugeben oder abzuschicken.
Sonderfälle wie Atteste, Belege für Finanzämter (watt?), Gesundschreibungen (z.B. bei Läusen für den Kindergarten) haben damit nix zu tun und sind eben halt Sonderfälle.
Und, das wird den ein oder anderen überraschen, man kann trotz Krankschreibung wieder Arbeiten gehen, wenn man der Meinung ist, dass man dazu in der Lage ist. Es gibt kein Gesetz, das dies verbietet. Fragt mal Eure Krankenkasse und Eure Ärzte.

kreien
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Re: Neuerung bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - der gelbe Zettel verschwindet 2021

Beitrag von kreien » 26. Okt 2019 17:21

bocksbox hat geschrieben:
26. Okt 2019 14:54
Und, das wird den ein oder anderen überraschen, man kann trotz Krankschreibung wieder Arbeiten gehen, wenn man der Meinung ist, dass man dazu in der Lage ist. Es gibt kein Gesetz, das dies verbietet. Fragt mal Eure Krankenkasse und Eure Ärzte.
Stimmt, das ist ein wichtiger Hinweis, siehe auch hier: https://www.haufe.de/personal/arbeitsre ... 97212.html

Lass uns mal abwarten, die als Bürokratieabbau propagierte elektronische AU-Meldung spart sicher zig Briefe, unter dem Strich wird das Projekt aber
a) nicht pünktlich fertig,
b) deutlich teurer als geplant,
c) für zusätzliche Kosten sorgen und
d) die Ärzte wollen die elektronische Meldung vergütet wissen.

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist auch so ein Vorzeigeprojekt bzw. Milliardengrab oder schau dir das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) an (https://de.wikipedia.org/wiki/Besondere ... tspostfach). Das beA ist für vertrauliche Kommunikation gemacht worden und musste aufgrund von Sicherheitsmängeln zunächst wieder außer Betrieb genommen werden.

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