Umstieg auf BIO

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anickl
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von anickl » 12. Jul 2015 13:06

Wem empfiehlst du was warum?



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Pflanzenshop
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Pflanzenshop » 12. Jul 2015 13:07

Also ich bin im Laufe der letzten 20 Jahre aufgrund falscher Ernährung und Bewegungsmangel auch ziemlich aus den Nähten geplatzt.

Vor zwei jahren haben meine Frau und ich dann begonnen, nur noch jeden zweiten Tag etwas zu essen. Ich habe inzwischen über 20 kg abgespeckt. Aber das wichtigtste ist, dass man automatisch seine Ernährungsgewohnheiten umstellt.

Der Tag ohne Esssen ist kein so großes Problem, wie viele immer denken. Denn nach dem "Fastentag" kann man praktisch essen, was man will und man nimmt trotzdem stetig ab.
Aber wenn man dann nur noch jeden zweiten Tag etwas isst, dann will man nicht irgendwas in sich reinstopfen. Unbewußt möchte man sich dann als Belohnung für den Vortag etwas Gutes gönnen. Wir essen dadurch inzwischen viel bewußter, bereiten das meiste selbst zu und fühlen uns sauwohl dabei.

Ob Bio oder nicht ist dabei eigentlich schon wieder egal. Wenn man mit offenen Augen und wachem Verstand einkaufen geht, erkennt man gute Lebensmittel auch ohne Siegel.
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JohnGalt
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von JohnGalt » 12. Jul 2015 13:09

Aqua-Olli hat geschrieben:Natürlich ist es besser gentechnischverändertes Getreide mit Pestizidverseuchung zu essen als zu verhungern.
Gentechnik wird seit Jahrhunderten betrieben und ist kein Problem - vermutlich würdest du ohne auch nicht mal leben. Du isst übrigens jeden Tag welches, denn die Ursorten sind schon lange verschwunden. Der Begriff Verseuchung ist dagegen pure Rabulistik.
Aqua-Olli hat geschrieben:Der Kern dieses und vieler andere Probleme ist aber das weitere Bevölkerungswachstum. Da müsste wohl zuerst angesetzt werden. Aber das weicht doch jetzt zu sehr vom Thema ab. Gleich sind wir beim Papst und den Verhüterlis.
Der Kern des Problems ist, dass Bevölkerungswachstum als Problem und nicht einfach als Tatsache anerkannt wird. Da sind wir wieder bei der säkularisierten Erlösungsreligion.
Aqua-Olli hat geschrieben:Bei "Kevin und Schantalle" ist sicher auch nicht das Problem, dass sie sich kein Bio-Gemüse leisten könnten. Sie kaufen sich einfach keines weil sie das Geld für andere Sachen ausgeben und lecker selbst kochen auch nicht deren Lieblingsbeschäftigung ist.
Du wirfst Kevin und Schantalle also vor, dass sie andere Präferenzen haben als ihren Mindestlohn für handmassiertes Rindfleisch auszugeben? Ich möchte gerne, dass Kevin, Schantalle und John Galt ihr Geld für handmassiertes Rindfleisch, das neueste Elektronikspielzeug und noch einen Urlaub auf Mallorca ausgeben können, ohne dass man Scharaden wie den Mindestlohn oder Umverteilung machen muss. Und natürlich auch ohne dass man ihnen Verzicht predigen muss.

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Scienceticker
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Scienceticker » 12. Jul 2015 13:14

Pflanzenshop hat geschrieben: Vor zwei jahren haben meine Frau und ich dann begonnen, nur noch jeden zweiten Tag etwas zu essen. Ich habe inzwischen über 20 kg abgespeckt. Aber das wichtigtste ist, dass man automatisch seine Ernährungsgewohnheiten umstellt.
Super Ansatz. Vermutlich haben unsere Vorfahren auch nicht jeden Tag was zu essen gehabt, daher verfügen wir über unsere internen Speicher für karge Zeiten (die manchmal als Hüftgold sichtbar werden).

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Ralf » 12. Jul 2015 13:35

Scienceticker hat geschrieben:Super Ansatz. Vermutlich haben unsere Vorfahren auch nicht jeden Tag was zu essen gehabt, daher verfügen wir über unsere internen Speicher für karge Zeiten (die manchmal als Hüftgold sichtbar werden).
Passend dazu: http://www.ardmediathek.de/tv/Dokumenta ... Id=3822114" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Andre (KM) » 12. Jul 2015 15:31

JohnGalt hat geschrieben: Du wirfst Kevin und Schantalle also vor, dass sie andere Präferenzen haben als ihren Mindestlohn für handmassiertes Rindfleisch auszugeben? Ich möchte gerne, dass Kevin, Schantalle und John Galt ihr Geld für handmassiertes Rindfleisch, das neueste Elektronikspielzeug und noch einen Urlaub auf Mallorca ausgeben können, ohne dass man Scharaden wie den Mindestlohn oder Umverteilung machen muss. Und natürlich auch ohne dass man ihnen Verzicht predigen muss.
Dann muss Kevin, Schantalle und John Galt gut in der Schule aufpassen und was vernünftiges lernen, dann geht das. Oder halt später nochmal die Schulbank drücken um nachträglich etwas zu lernen. (Trifft auf Dich natürlich nicht zu habe dich nur der Vollständigkeithalber im Zitat mit erwähnt )

Aber schon doll wie sich hier bekriegt wird, dagegen ist der USA RUSSLAND Thread ja fast harmlos :-}

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Aqua-Olli » 12. Jul 2015 15:38

Wahrscheinlich muss einfach jeder für sich den richtigen Weg finden. Das Ernährungsproblem der 3. Welt kann ich nicht lösen, aber ich kann durch meinen Einkauf steuern dass faire Löhne gezahlt werden, die Viecher vernünftig gehalten werden und ich meine Familie sowenig mit Pestiziden belaste wie nur möglich. Mehr kann ich nicht machen. Ich kann nur der Gestalter meiner eigenen kleinen Welt sein.

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Andre (KM) » 12. Jul 2015 16:01

Aqua-Olli hat geschrieben:Wahrscheinlich muss einfach jeder für sich den richtigen Weg finden. Das Ernährungsproblem der 3. Welt kann ich nicht lösen, aber ich kann durch meinen Einkauf steuern dass faire Löhne gezahlt werden, die Viecher vernünftig gehalten werden und ich meine Familie sowenig mit Pestiziden belaste wie nur möglich. Mehr kann ich nicht machen. Ich kann nur der Gestalter meiner eigenen kleinen Welt sein.
Genauso sieht es aus, es wäre utopisch zu glauben wir können so ohne weiteres die 3. Welt in eine erste Welt ändern. Das geht gar nicht aufgrund einer Vielzahl von Faktoren (u.a. Weil die 1. Welt von der Ausbeutung der 3. Welt so profitiert). Und der ganze Fair Trade Kram ist in vielen Punkten (natürlich auch nicht immer) auch mehr Schein als sein ( http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-08/fairetrade-kaffee" onclick="window.open(this.href);return false; ). Aber beruhigt natürlich ungemein das Gewissen "ich kaufe Fair Trade ich bin ein guter Mensch".

Aber hier geht's ja um BIO nicht um Fair Trade: interessante Links die hier gepostet wurden, ich werde nach meinem Urlaub auf jeden Fall mich mehr an Bio orientieren :daumenhoch:

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Pflanzenshop » 12. Jul 2015 16:33

Aqua-Olli hat geschrieben:Wahrscheinlich muss einfach jeder für sich den richtigen Weg finden. Das Ernährungsproblem der 3. Welt kann ich nicht lösen, aber ich kann durch meinen Einkauf steuern dass faire Löhne gezahlt werden, die Viecher vernünftig gehalten werden und ich meine Familie sowenig mit Pestiziden belaste wie nur möglich. Mehr kann ich nicht machen. Ich kann nur der Gestalter meiner eigenen kleinen Welt sein.
So sehe ich das auch. Unsere Citrusfrüchte kaufen wir zum Beispiel hier:

http://www.quieronaranjas.com/

Die spanischen Orangenbauern bekommen vom Großhandel 0,30 € pro kg. Davon kann niemand leben geschweige denn die Pflücker vernünftig bezahlen. Deswegen kaufen wir unsere Orangen direkt beim Erzeuger und nehmen die geringen Mehrkosten gern in Kauf. Und wenn in Valencia gerade keine Orangen reifen, dann ist das eben so und wir weichen auf andere Früchte aus.
Zuletzt geändert von Pflanzenshop am 12. Jul 2015 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Marco25
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von Marco25 » 12. Jul 2015 16:33

Ralf hat geschrieben:
Scienceticker hat geschrieben:Super Ansatz. Vermutlich haben unsere Vorfahren auch nicht jeden Tag was zu essen gehabt, daher verfügen wir über unsere internen Speicher für karge Zeiten (die manchmal als Hüftgold sichtbar werden).
Passend dazu: http://www.ardmediathek.de/tv/Dokumenta ... Id=3822114" onclick="window.open(this.href);return false;
interessanter Film.

Generell denke ich aber, dass es noch in einem "gesunden" Maß sein sollte, ein fast vollständiger Verzicht auf fast alles, außer grünen Bohnen, ein paar Gramm Reis und etwas Gemüse wird auf Dauer auch nicht gut sein.
Ich finde man braucht ein gewisses Mittelmaß und kein schwarz oder weiß. Auf das Essen achten aber auch ab und zu einmal eine Currywurst oder ein Eisbecher etc., ansonsten aber auf gute Essensqualität Wert legen und Fertigprodukte meiden. Das Essverhalten von Veganern, Vegetarier und ich weiß nicht was, finde ich viel zu übertrieben.
Das persönliche verträgliche Essverhalten hängt auch mit der sportlichen Aktivität zusammen, mache ich viel Sport, verbrauche ich dementsprechend mehr Kalorien und kann daher auch mehr essen ohne Gewichtsprobleme zu bekommen. Ich halte es viel gesünder Sport zu machen und sich "normal" zu ernähren, anstatt jede Kalorien abzählen zu müssen und mit knurrendem Magen in der Hängematte zu liegen.

Bei den meisten verläuft es sich ja mit Erwerbseintritt so, dass Sport zur Mangelware wird und aber gleichzeitig das Essen mehr und oftmals wegen Zeitmangel auch ungesünder wird (Fast-Food). Ein gesundheitsschädlicher Effekt, der mit dem älter werden sich exponentiell erhöht. Man kann sich das zu viel Essen ebenso wie das wenig Essen angewöhnen.
Der Körper ist wie ein Gedächtnis, frühere Jugendsünden wirken sich erst in späteren Jahren aus. Das ist auch das gefährliche, wenn man die Folgen sofort spüren würde, wäre eine viel größere Resonanz in diesem Aspekt vorhanden.
In einem Film hat es ein Wissenschaftler, in Bezug auf das Rauchen, mal schön auf den Punkt gebracht:
"Rauchen ist schädlich für den Körper, das größte Problem an der Sache ist aber, dass die Folgen erst im Alter bemerkbar werden und dadurch junge Leute leicht verführt werden können. Es wäre besser, wenn man die Folgen sofort spüren würde, wie beim Auflegen der Hand auf die heiße Herdblatte. Wir Menschen verhalten uns wie der Frosch, der im sich langsam erhitzenden Wasser zu Grunde geht."

Wenn man mal ehrlich ist, dann kann man es sich auch denken, dass das jeden Tag zu sehende Übergewicht fast immer das frühere Los zum Sterben ist. Obwohl es so offen zu sehen ist verfallen die meisten Menschen in keine Panik und fühlen sich damit noch "wohl" und verdrängen die Tatsache aus ihrem Gewissen.
Wie viele sehr alte Personen kennt man, die sehr dick, starke Raucher, Alkoholiker oder sonstige extreme Angewohnheiten haben? Sicherlich keine. Außer man hat sehr gute Gene geerbt in Form eines Heesters oder Schmidts. Aber sich darauf zu verlassen ist m.M.n. reines Glücksspiel und so unwahrscheinlich wie der 6er im Lotto.

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von monami » 12. Jul 2015 16:42

Ich frage mich wieso so viel weggeworfen wird.

Seit ich mit dem guten alten Essensplan für ne Woche im voraus plane und damit jeden Tag frisch koche habe ich

a) weniger Lebensmittel die ich wegwerfe
b) zahle ich weniger für den Einkauf
c) Einkaufsstress ist weniger bei 1 x die Woche Grosseinkauf und 1 x Markteinkauf frisch
d) keinen Entscheidungsstress täglich (Was koche ich heute)
e) Meine Essenspausen sind wie früher zu festgelegten Zeiten (Punkt zwölf wird gegessen, egal ob ich da bin oder nicht ;) )
f) Fixpunkte im hektischen Tag.
g) ich habe nur noch 3 Mahlzeiten pro Tag, keine Zwischenknabbereien mehr (Der Körper dankt es mir ;) )
h) dennoch ne Flexibilität (und manchmal ist es einfach ne Pizza oder Schachtelwirt... nur das schmeckt mir nicht mehr)
i) leider noch keine Bio / Gemüse-Kistenlieferanten gefunden hier in der Gegend, der nicht zu Ökofistisch und -fetischistisch drauf ist (Sorry, ich brauche kein Bio-Apfel aus Chile)

Ahoi
“Klar kann ich das! Ich hab's nur noch nie gemacht.”

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von 4now » 12. Jul 2015 18:09

In Europa wird angeblich soviel Essbares vernichtet das man damit den Rest der (hungernden)Welt 2-3 mal ernähren könnte.
Da gehts nicht nur um das was die Haushalte in die Mülltonnenkippen sondern vorallem die Vernichtung durch Hersteller und Handel.
Äpfel mit dem falschen Durchmesser, Kartoffeln die nicht oval sind, Gurken mit der falschen Krümmung, Fleisch, Milch Käse 2 Tage vor dem Ablaufdatum weil angeblich nicht mehr verkaufbar. Brot das eben aufgepacken wurde und morgen nicht mehr verkauft werden kann. Was bei dem Aufbackmüll auch kein Wunder ist,... Das ist natürlich ein Problem der Politik die von Landwirtschaft und Handel geschmiert wird.
Nebenbei kommen immer mehr Kinder hungrig in die europäische Schule und werden von Hilfsorganisationen gefüttert. Es wird viel zu viel produziert und dann umgehend vernichtet während selbst in Europa nicht alle genug zum Essen haben.

In Österreich zeigen sie seit etwa 1 Jahr laufend Dokus die das auch beweisen.
Kartoffeln werden gewaschen , maschinell aussortiert und dann fahren 2mal am Tag die Anhänger wieder raus aufs Feld . Dort werden Berge von Kartoffeln abgeladen und verrotten dann. Kartoffel mit einem Höcker zu viel oder mit dem falschen Durchmesser. Und der Handel behauptet die Kunden verlangen das.
Und dann gibts noch den Trend der meist Jungen die Nachts die Mülltonnen der Supermärkte öffnen und Säckeweise Biofleisch (noch nicht abgelaufen), Gemüse und Obst rausfischen und am nächsten Tag verteilen. Das ist schon so gut organisiert das die Suoermärkte ihre Mülltonnen sichern weil sie den Umsatzrückgang spüren.
Andere Supermärkte spenden freiwillig ihre Ware die sie sonst wegwerfen würden.
Auch in Österreich lebt von 8 Mill EW schon 1 Mill an der Armutsgrenze.
Lasst es euch weiter schmecken.
Bei Bedarf kann ich euch auch diese Dokus suchen - wenn man das sieht begreift man erst den Wahnsinn der da läuft.
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von hkhk » 12. Jul 2015 19:35

Als ich das Thema eröffnet hatte, war mir klar: Es wird Resonanz in beide Richtungen geben. Und auch das Thema wird ausgeweitetet werden in ÖKO, Fairtrade, Tierhaltung etc. Und das ist auch gut so, wenn ein breites Spektrum zu diem Thema "Ernährung" beleuchtet wird.

Ich selbst beschäftige mich seit ca. 1/2 Jahr intensiv mit Ernährungsfragen im Hinblick auf Bio, ÖKO, Tierhaltung, vegetarische/vegane Ernährung und bin (immer noch dabei) meine Ernährung grundlegend umzustellen.
Dieses Totschlagargument, es gäbe ja noch keine Langzeitstudien, die negative Auswirkungen von Pestiziden in Lebensmitteln belegen, ist meiner Meinung nach einfach nur ignoranter Humbug.
Natürlich ist es fast unmöglich, Krankheiten im späteren Alter mit einem gewissen Pestizid-Cocktail im Körper in Zusammenhang zu bringen. Aber wieso sollte ich meinem Körper GIFTstoffe zuführen, wenn es sich vermeiden lässt? KRANK werde ich mangels Gift bestimmt nicht.
Was nachgewiesen ist, ist die zunehmende Resistenz gegen Antibiotika. Durch den übermäßigen und meist einfach nur prophylaktischen und damit unnötigen Einsatz von Antibiotika, v.a. in der Schweine- und Geflügelmast, nimmt unser Körper diese Antibiotika auf und entwickelt so eine Resistenz dagegegen.
http://www.deutschlandradiokultur.de/an ... _id=299302" onclick="window.open(this.href);return false;
https://de.wikipedia.org/wiki/Antibioti ... r_Tiermast" onclick="window.open(this.href);return false;
Wenn wir dann - krankheitsbedingt - diese Antbiotika benötigen, zeigen diese keine Wirkung mehr. Ich kann daher liebend gerne auf derartiges Fleisch verzichten!

Wenn man bedenkt, dass zur "Produktion" von 1kg Fleisch 10-25 kg Getreide als Futter benötigt werden (Quellenangaben liefern da unterschiedliche, teilweise sogar noch höhere Werte), wird auch schnell klar, dass mit dem Bevölkerungswachstum die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen der Erde nicht mehr lange ausreichen, wenn wir unseren Fleischkonsum nicht drastisch reduzieren.
Einige haben ja schon bestätigt, dass es weniger Fleisch (aber dafür qualitativ hochwertigeres) und mehr vegetarische Beilagen gibt.
Und genau dieses Bewusstsein ist bei mir auch angekommen. Fleisch als Beilage, nicht als Hauptbestandteil. Und ich muss sagen: Ich leide deswegen an keinen Mangelerscheinungen. Im Gegenteil, da ich dies BEWUSST mache, fühle ich mich dabei auch richtig gut. Und das ist bestimmt nicht nur Einbildung.
Solange es hell ist, kann die Sonne scheinen
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von wolle » 12. Jul 2015 19:58

Zum Thema: Warum wird soviel Essen weggeschmissen? Da kann ich auch was schönes dazu beitragen. Hat einer von euch neulich den Wallraf gesehen? Als er in Großküchen war. Die Recherche schien ja wirklich alles andere gelungen gewesen sein. Bis auf Einzelfälle, die als solche zu erkennen waren, konnte ja wirklich nix gefunden werden, deswegen hat man sich dann darauf aufgehangen, dass von diesen Kantinen gezielt Lebensmittel aufgekauft wurden, die kurz vor Ablauf des MHD stehen. Welch Skandal! Selbst das überschreiten des MHD ist per se ja noch kein Anzeichen für einen Verderb, der gewerbliche Verarbeiter ist so oder so immer für die Güte verantwortlich. Aber genau wegen sowas müssen wir als gewerblicher Verarbeiter auch konsequent alles wegschmeissen, was das MHD erreicht. Egal, ob es noch gut ist, oder nicht: Wenn deswegen mal die Sau durchs Dorf getrieben wird, hast du keine Chance.

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von hkhk » 12. Jul 2015 20:17

Diesen Wallraff habe ich auch gesehen. Bei mir ist die Sendung aber anders angekommen.
Natürlich darf der gewerbliche Verwerter Nahrungsmittel nahe des MHD oder darüber hinaus noch verwerten, er trägt ja die Verantwortung. Es wäre aber wünschenswert, wenn der Kunde (hier: Altersheime, Kindergärten, Schulen) darüber auch informiert werden würden, dass die Speisen aus Zutaten über MHD zubereitet wurden.
Darüber hinaus gibt es ein "Verzehr" Datum. Ist dies erreicht, darf die Ware keineswegs mehr verwendet werden. Dagegen wurde verstoßen. Es wurde auch Ware mit MHD weit über 1 Jahr Ablauf verwertet. Es wurde bei der Zubereitung der Speisen eklatant gegen Hygienevorschriften verstoßen.

Und wieso das alles: PREISDRUCK PREISDRUCK PREISDRUCK!
Der Verbraucher ist nicht willens, einen fairen Preis zu bezahlen. You get what you pay for. eBay-Mentalität im echten Leben!
Das Problem aber ist: Auch wenn du einen Caterer mit tollen Werbeversprechen auf toll gestalteten Internetseiten findest - wo QUALITÄT groß geschrieben wird - und man daher ein paar Cent mehr verlangt - das ist alles kein Garant mehr. Selbst dort wurde - nachgewiesener Maßen - Schindluder und Verbrauchertäuschung getrieben.
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von wolle » 12. Jul 2015 20:25

hkhk hat geschrieben:Es wäre aber wünschenswert, wenn der Kunde (hier: Altersheime, Kindergärten, Schulen) darüber auch informiert werden würden, dass die Speisen aus Zutaten über MHD zubereitet wurden.
Was genau soll den Leuten denn gesagt werden? Es gibt doch überhaupt nix bedenktlich dabei?
hkhk hat geschrieben:Darüber hinaus gibt es ein "Verzehr" Datum. Ist dies erreicht, darf die Ware keineswegs mehr verwendet werden. Dagegen wurde verstoßen. Es wurde auch Ware mit MHD weit über 1 Jahr Ablauf verwertet. Es wurde bei der Zubereitung der Speisen eklatant gegen Hygienevorschriften verstoßen.
Ja, das hatten sie gefunden und es selbst als Einzelfälle dargestellt. Vermutlich, weil es in mehreren Monaten wirklich nur ein paar mal in geringem Umfang passiert ist. Das sollte nicht passieren und sowas macht imho niemand in der Branche absichtlich.

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von fonprofi » 12. Jul 2015 20:32

hkhk hat geschrieben: Darüber hinaus gibt es ein "Verzehr" Datum. Ist dies erreicht, darf die Ware keineswegs mehr verwendet werden. Dagegen wurde verstoßen. Es wurde auch Ware mit MHD weit über 1 Jahr Ablauf verwertet. Es wurde bei der Zubereitung der Speisen eklatant gegen Hygienevorschriften verstoßen.
und deshalb haben hier mehrere Einrichtungen fristlos den Vertrag mit diesem Caterer gekündigt.
Dieser Wallraff-Caterer ist übrigens nicht der einzige. In der Schule menes Sohnes wurde der Caterer rausgeschmissen, nachdem sich fast alle Schüler geweigert haben an der Schulspeisung teilzunehmen. Von 200 Essen sind vlt. 10-20 übern Tresen gegangen. Dabei wares es Haare im Essen, Matschig, kalt, ...

Nun bekommen die hier von einem lokalen Caterer der das Essen warm liefert und nicht frosten muss.

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von hkhk » 12. Jul 2015 20:34

Dass die Qualität abnimmt, je weiter das MHD erreicht wird, z.B. Vitaminverlust etc wurde ja von Nahrungsmittelexperten belegt.

Und dass niemand dies absichtlich macht? Ich glaube, wir reden dann wohl von verschiedenen Sendungen.
Solange es hell ist, kann die Sonne scheinen
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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von fonprofi » 12. Jul 2015 20:41

hkhk hat geschrieben:Als ich das Thema eröffnet hatte, war mir klar: Es wird Resonanz in beide Richtungen geben. Und auch das Thema wird ausgeweitetet werden in ÖKO, Fairtrade, Tierhaltung etc. Und das ist auch gut so, wenn ein breites Spektrum zu diem Thema "Ernährung" beleuchtet wird.
Auch unsere Familie hat sich seit letzem Jahr stück für Stück umgestellt. Fast kein Fleisch mehr, kaum Milch, fast alles Bio. Klar, Bio ist teuer, aber ich vertraue auf den Einzelhandel, und beim Discounter steigt die bezahlbare Auswahl auch. In den einschlägigen Rezepteportalen gibt es alternative Rezepte zu Bolognese, Gulasch etc, eben mit Tofu oder Soja. Wenn man mal die alternativen Rezepte ohne Fleisch probiert hat dann fällt es nicht schwer, auch für mich als Fleischesser / Griller.

Ob ich mich wohler fühle, kann ich nicht sagen, eher fühle ich mich (im Bauch) gleich, aber im Kopf besser.

Wenn ich hier lese was ihr für Für und Wider schreibt, hört es sich wie eine Religion an ob Bio oder nicht.
Ich - für mich - kann eine Bio-Tomate sooo essen, die Geschmack hat und muss sich nicht erst von dem matten Belag reinigen, der immer ein wenig bitter schmeckt.

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Re: Umstieg auf BIO

Beitrag von wolle » 12. Jul 2015 20:43

hkhk hat geschrieben:Dass die Qualität abnimmt, je weiter das MHD erreicht wird, z.B. Vitaminverlust etc wurde ja von Nahrungsmittelexperten belegt.

Und dass niemand dies absichtlich macht? Ich glaube, wir reden dann wohl von verschiedenen Sendungen.
Du vermischst, wie die meisten Verbraucher, anscheinend MHD und Verbrauchsdatum.

Ein Verbrauchsdatum darf man gesetzlich gesehen nicht überschreiten. Das ist verboten und da gibts auch keine Grauzone. Deswegen macht das sicher auch keiner absichtlich, planvoll und in großem Umfang, wenn er nicht kriminell ist.

Und dass Lebensmittel frisch besser sind, sehen glaube ich alle so. Aber dass sie mit erreichen des MHD schlagartig schlechter werden, ist sicher quatsch. Das ist eine willkürliche Grenze, sonst nix.

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