Interne Warenflusskontrolle

Erfahrungen zu Versanddienstleistern wie Deutsche Post, DHL, Hermes, GLS, UPS DPD, sowie Verpackungsfragen und Tipps beim Import / Export von Waren.
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PeHaeF
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Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von PeHaeF » 11. Okt 2018 10:43

Hallo zusammen,

wir erleiden von Zeit zu Zeit internen Warenschwund und möchten gerne einige Produkte überwacht wissen. Optimalerweise soll der Weg des Produktes im Unternehmen elektronisch überwacht und aufgezeichnet werden. Da fiel mir spontan das RFID System ein.

Hat jemand Erfahrungen mit RFID etc bzw. andere Lösungsmöglichkeiten?

Gruß
Jan



qds1
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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von qds1 » 11. Okt 2018 10:53

Hallo Jan,
wir bieten RFID Produkte an, aber in einem anderen Einsatzgebiet. Aber ich kann gerne meine Erfahrungen teilen.

Im Prinzip ist RFID ein elektronischer Barcode. Wenn du also den Weg überwachen möchtest, dann muss an jeder entscheidenden Stelle ein Scanner, so wie man ihn von z.B. Klamottenläden her kennt, aufgestellt werden.

D.h. wenn der MA den Scan irgendwie umgehen kann, nutzt es nix, da so ein Chip nicht geortet werden kann. Wenn aber die MA selbst solche Ware scannen und somit die Warenbewegung dokumentieren sollen, dann reicht auch ein Barcodescanner aus, das muss nicht unbedingt RFID sein.

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von PeHaeF » 11. Okt 2018 11:10

Hi,

ja, ich hatte mir das so vorgestellt, dass alle möglichen Räume/Bereiche diese Scanner an den Eingängen hat und ich genau weiss wo sich die Ware zuletzt aufgehalten hat. Für mich stellt sich die Frage, wie man was für Infos auf die RFID Aufkleber aufspielen kann und wie praktikabel die Lösung dann noch sein wird. Ist ja auch immer wieder ein Groll mit der Wawi Anbindung. Da tendier ich auch schon wieder zur Standalone Lösung. Wobei mein Problem ja auch erstmal da abbildbar sein muss.

Die Geschichte mit dem Barcodescanner wäre auch möglich, ich möchte aber lieber den Angestellten so wenig Aufwand wie nötig bescheren. Und ob die dann immer alles scannen weiß ich auch nicht.

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von monami » 11. Okt 2018 13:15

Wäre interessant zu sehen wann und wie die Fehlbestände auftauchen, da Du schreibst: "von Zeit zu Zeit". Auch interessant ob es sich um Kleinteile oder andere Dinge handelt, wer alles Zugang hat etc. Ich würde eher auf zeitliche / örtliche / personelle Cluster achten.

Hatte einen Mitarbeiter, der ca. 25 T€ an Ware unterschlagen hat. Trotz elektronischer Hilfsmittel.
“Klar kann ich das! Ich hab's nur noch nie gemacht.”

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von miezekatze » 11. Okt 2018 13:23

monami hat geschrieben:
11. Okt 2018 13:15
Hatte einen Mitarbeiter, der ca. 25 T€ an Ware unterschlagen hat. Trotz elektronischer Hilfsmittel.
Hatte ich glaube ich schonmal erzählt wie kreativ MA beim klauen werden. War bei Amazon und der Chef dort erzählte von einem MA der gesehen hat das Deutschlandweit nurnoch einer oder wenige große Blumentöpfe (oder sowas ähnliches? :gruebel: ) an Lager sind und die zufällig an seinem Standort liegen wo der Kerl arbeitet. Was macht der also? Bestellt den einen/die wenigen und legt danach im Lager in diese Blumentöpfe Ipads und sonst alles mögliche teure rein. Aufgefallen ist das denen nur weil Amazon bevor der Aufkleber draufkommt automatisch die Pakete wiegt ob das circa hinkommt und zur Bestellung passt. Dann mal nachgeschaut an wen das ging und naja, er war auch sehr erstaunt über diesen Versuch meinte er :lol:

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von Mitleser » 11. Okt 2018 13:40

Mit Rfid chip und handscanner wird sowas, meines erachtens kaum einschränkbar sein. Diebe, gerade die mehr als einmal was im Lager mitnehmen sind oft eher dreißt und scheren sich darum dann wenig, solange sie einen Weg finden drumherum zu laufen - oder die halle ein offenes Fenster hat. Was bei uns, zeitweise geholfen hat, war simpel. Keine Taschen mit in den Lagerbereich - ausser komplett durchsichtige. Das ist Nervig für den arbeiter und auch beschämend. Das hilft natürlich nur bei Teilen welche nicht in die Hosentasche passen. Alternativ die Problematik sehr laut ansprechen und stichprobenartige Taschenkontrollen durchführen - ja ich weiß dazu muss der MA seine Zustimmung geben, aber das tut ein Großteil aus Angst vor Konsequenzen, oder weil sie einfach nichts zu verstecken haben. Weiterhin über eine Kameraüberwachung für entsprechende Bereiche nachdenken.

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von monami » 11. Okt 2018 14:40

Weil es so schön ist, was alles geht:

https://www.engadget.com/2018/10/10/iph ... ing-china/

Oder wie NCR entstanden ist weil Mitarbeiter in die Schublade griffen:
https://jamesclear.com/how-to-automate-a-habit
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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von qds1 » 11. Okt 2018 14:46

Jetzt mal ganz dumm gefragt: Schon mit deinen MA darüber in Ruhe darüber geredet? Vielleicht gibt es eine andere Erklärung, als Diebstahl.

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von Mitleser » 11. Okt 2018 14:49

qds1 hat geschrieben:
11. Okt 2018 14:46
Jetzt mal ganz dumm gefragt: Schon mit deinen MA darüber in Ruhe darüber geredet? Vielleicht gibt es eine andere Erklärung, als Diebstahl.
Auch immer möglich, verzählen ist beim Einlagern auch nicht ganz selten, oder unsauberes rausbuchen beim versand.

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von PeHaeF » 11. Okt 2018 16:32

Bei uns sind es Kleinteile einer Warenart die zu 100er bundles auf Kartontray eingeschweisst werden. So ein Tray kann bis zu 19.000,00 € Nettoumsatz bringen. Ich gehe aber vorsichtig gesagt erstmal nicht von Diebstahl aus. Wir haben bereits Kamerasysteme im Wareneingang und Warenausgang. Dazwischen ist dunkle Zone.

Bei uns wird gerne mal falsch einsortiert, etikettiert oder in die falsche Ecke gepackt und vergessen. Daher würde ich gerne den Warenfluss aufzeichnen. Vermutlich auch nur um im Endeffekt mir die richtigen MA zu krallen und zusammenzufalten.

Weitere Überlegung ist noch zusätzlich ein portables Scannersystem anzuschaffen wo dann die Artikel vor dem einlagern gescannt werden.

Der jetzige akute Fall hat sich "fast" aufgeklärt. Einmal falsch einsortiert und einmal verzählt applaus Leider aber auch ein unerklärbarer Fehlbestand den ich gerade rausbuchen durfte... Untersuchung ist aber noch nicht abgeschlossen...

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von eluno » 11. Okt 2018 16:56

Ich habe in dem IT-Grosshandel gearbeitet - dort war z.B. der Lagerleiter einfach so kreativ und hat damals Ware per Paketdienst verschickt. Bei 500 Paketen am Tag fällt es nicht auf, wenn der Lagerleiter einen Arbeitsspeicher-Riegel zu seiner Mutti liefern liess, und dort noch ein paar CPUs reinpackte die er dann bei Ebay vertickerte...

... und nachweisen konnte man ihm das auch nicht - zumindest nicht gerichtlich.

Sowas ist echt ätzend.

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von monami » 11. Okt 2018 16:59

PeHaeF hat geschrieben:
11. Okt 2018 16:32
Bei uns wird gerne mal falsch einsortiert, etikettiert oder in die falsche Ecke gepackt und vergessen. Daher würde ich gerne den Warenfluss aufzeichnen. Vermutlich auch nur um im Endeffekt mir die richtigen MA zu krallen und zusammenzufalten.
Bevor Du mit Technik aufbohrst: Aufräumen, ausmisten, ausleuchten, vereinfachen. Das sind strukturelle Prozesse.
“Klar kann ich das! Ich hab's nur noch nie gemacht.”

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Re: Interne Warenflusskontrolle

Beitrag von cmayr@descartes.com » 12. Okt 2018 13:44

monami hat geschrieben:
11. Okt 2018 16:59
PeHaeF hat geschrieben:
11. Okt 2018 16:32
Bei uns wird gerne mal falsch einsortiert, etikettiert oder in die falsche Ecke gepackt und vergessen. Daher würde ich gerne den Warenfluss aufzeichnen. Vermutlich auch nur um im Endeffekt mir die richtigen MA zu krallen und zusammenzufalten.
Bevor Du mit Technik aufbohrst: Aufräumen, ausmisten, ausleuchten, vereinfachen. Das sind strukturelle Prozesse.
Wobei auch hier eben 'Technik' im Sinne der WaWi helfen kann: Wenn gemäß des aktuellen Falls in Wareneingängen und bei den Einlager-Prozessen falsche Bestandsdaten hinterlegt werden, könnte hier ein System helfen, dass die Prozess-Schritte so stark vereinfacht und die Mitarbeiter Schritt-für-Schritt durch den Vorgang führt, dass damit Fehler grundsätzlich minimiert werden. Ausgeschlossen kann ein Fehler nie werden, etwa wenn man sich bei der Eingabe von Mengen - ob MDE oder am PC - vertippt (10 statt 100), ein Zahlendreher unentdeckt bleibt (13 statt 31) oder kurz vor der Mittagspause anstelle echten Zählens ein inkorrekter Wert vom Lieferschein abgetippt wird.

Da RFID also nicht der Schlüssel zum Erfolg sein wird, Kameras den Schwund durch Diebstahl bereits minimieren könnten und der nun entdeckte Fehler also auf Irrtümern / Schlampigkeit / nicht durchdachter Systeme basiert, wäre eine WaWi 'mit Scannen' zumindest hilfreich, um einerseits den gewünschten Warenfluss vollständig zu kontrollieren, zum anderen ggfs. prüfen zu können, wer's vergurkt hat und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen (andere Aufgabenbereiche zuweisen, Intensivschulung o.a.) und wenn manuelle Prozesse entfallen, sollte der Warenfluss (Ein- und Ausgang) u.U. einfach effizienter laufen und damit ohnehin einen allgemeinen Mehrwert bringen.

Da nun aber eine generische Empfehlung "pro scanner-gestützter WaWi" Blödsinn ist, hilft es n.m.E., erst einmal die Prozesse zu analysieren. Dazu braucht's nicht unbedingt jemanden aus meiner Berufsgattung, der akribisch und mit einem System alles prüft, u.U. hilft es, mal 'n Stündchen den Leuten im Wareneingang und beim Picken / Umlagern zuzusehen und mit Papier und Bleistift exakt zu notieren, wer wann was macht, d.h. wer arbeitet in welchem System, drückt wo auf welche Knöpfe, gibt wo warum Zahlen / Lagerplätze o.a. ein, wie werden die Zahlen verifiziert, woher kommen die Informationen, wie werden die Informationen dem System zugeführt etc.pp. - also wirklich mal jeden Handgriff angucken, selbst mal mit machen und den 'Workflow' Schritt für Schritt dokumentieren und danach reflektieren, wo überall Fehlerpotentiale vorhanden sind. Und ob diese dem bestehenden System und/oder etwaigem Unvermögen eines MA geschuldet sind. Nicht selten macht Software es Mitarbeitern auch viel zu einfach, Fehler zu machen. Bevor nun alles umgeworfen wird, kann man die MA auch in einem Kaffeekränzchen einladen und bitten, Vorschläge zu unterbreiten, wie man mit bestehenden Mitteln Fehler besser vermeiden könnte. Auch wenn es dann widersprüchliche Aussagen gibt (A will X, B findet X doof und will lieber Z), so hilft auch dieses Gespräch, ein Grundverständnis für die Aufgaben und Prozesse zu erhalten und zu betrachten, wer sich jeweils in welchem Aufgabenbereich schwer tut. Und damit bildet sich eine Entscheidungsgrundlage, an welchen Stellschrauben zwingend etwas passieren muss.
;)

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