Grüne Wiese

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Was bedeutet „Grüne Wiese“?

„Grüne Wiese“ bezeichnet umgangssprachlich einen nichtintegrieren Firmenstandort außerhalb von Innenstädten. Der Ausdruck stammt aus dem Bereich Stadtplanung/Stadtentwicklung und meint in diesem Zusammenhang alle bisher nicht genutzten Flächen in Randbezirken von Städten für Gewerbe-, Industrie- und Wohnbau. Die Grüne Wiese zeigt keinerlei gewachsene Strukturen auf und bietet daher in der Regel größere Freiheiten bei der Bauplanung.

 

Vorteil der Grünen Wiese

Der Vorteil der Grünen Wiese liegt bei günstigen Grundstückspreisen, viel Platz und oft freiem Gestaltungsrahmen. In den letzten Jahrzehnten haben sich daher sehr viele Filialketten außerhalb der Fußgängerzonen auf der Grünen Wiese angesiedelt.Dort bieten sie verkehrsgünstig gelegene Einkaufsmöglichkeiten mit reichlich Parkfläche und einer einfachen Zufahrt.

Ursprung des Standorts Grüne Wiese

Nach dem Zweiten Weltkrieg forderten Merkmale wie der Bevölkerungszuwachs durch Flüchtlinge und die Zunahme individueller Motorisierung neue Konzepte für das Städtewachstum. Das führte bis Anfang der 90er Jahre zu einer Struktur, bei der zentrale Dienstleistungs- und Versorgungsangebote im Zentrum der Stadt angesiedelt wurden und Gewerbegebiete am Stadtrand entstanden, meist durch einen Grüngürtel von den Wohngebieten getrennt.

Erste größere Projekte auf der Grünen Wiese entstanden in den 60er und 70er Jahren mit der Gründung von Trabantenstädten (Suburbanisierung). Typische Vertreter hierfür sind z.B. das Märkische Viertel in Berlin oder der Nürnberger Stadtteil Langwasser. Im gleichen Zuge setzte auch im Einzelhandel der Trend ein, auf die Grüne Wiese zu ziehen, da das Angebot großflächiger Geschäftsräume im Zentrum der Städte nur sehr gering war. Dieser Trend setzte sich bis etwa Ende der 90er Jahre fort.

Aktuell nehmen Ansiedlungen auf der Grünen Wiese wieder ab, teilweise gibt es sogar wieder eine Rückorientierung hin zur Stadt. Das Wohnen in der Stadt ist wieder deutlich attraktiver geworden, was wiederum Nachteile für viele Einzelhandelsstandorte auf der Grünen Wiese nach sich zieht.

Grüne Wiese vs. Shopping in der City

Durch die Gewerbesuburbanisierung entstand eine Konkurrenz zwischen Gewerbe auf der Grünen Wiese und Gewerbe in der City. Die Einkaufszentren, Fachmärkte und Verbrauchermärkte zogen die Kaufkraft von den gewachsenen Strukturen des Handels ab. Durch verändertes Kaufverhalten (eher mehrere kleine Einkäufe statt großem Wochenendeinkauf, erhöhtes Umweltbewusstsein – Einkaufen in Wohnnähe, um auf das Auto zu verzichten, verstärkte Nutzung von Bioläden, Hofläden) sowie der zunehmende Zuzug in den Städten entwickelt sich die Kaufkraft für die Innenstädte wieder positiv, während viele Gewerbeunternehmen auf der Grünen Wiese Verluste zeigen (Bsp.: REAL).

Bildquelle:

© aero-pictures.de – stock.adobe.com

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