Händlerbund-Studie zur Coronakrise – Die Mehrheit der Online-Händler profitiert nicht von der Krise

In den vergangenen Wochen mussten aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus nahezu sämtliche nicht systemrelevanten Einrichtungen und Geschäfte schließen, nur langsam werden diese Regelungen gerade wieder gelockert. Dies führt unter anderem dazu, dass immer mehr Menschen auf den Online-Handel zurückgreifen, um sich mit Waren und Produkten zu versorgen.

Während knapp ein Drittel der Online-Händler ein positives Umsatzwachstum verzeichnen kann, hat die Krise auf die Mehrheit im E-Commerce derzeit eher negative Auswirkungen. Mehr als die Hälfte der Händler verzeichnete innerhalb der letzten Wochen einen Umsatzeinbruch von im Schnitt 68 Prozent. Das sind die Ergebnisse der zweiten Händlerbund-Studie zu den Auswirkungen des Coronavirus auf den Online-Handel von April 2020, für die 490 Händler anonym befragt wurden.

Zugenommen haben zuletzt Probleme mit Dienstleistern: Knapp zwei Drittel der Teilnehmenden beklagten Engpässe und Lieferprobleme – dieser Anteil hat im Vergleich zu einer ersten Umfrage des Händlerbundes im März um 11 Prozent zugenommen. Trotz wirtschaftlicher Probleme lehnt ein Großteil der Händler (55 Prozent) bislang staatliche Hilfen ab, etwa ein Viertel macht bislang von den Soforthilfen Gebrauch. Ein Lichtblick: Die eigene Kundschaft wird aktuell deutlich verständnisvoller wahrgenommen und es gibt weniger Beschwerden.

In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie umgesetzt. Im Zuge dessen führten Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie die Schließung nahezu sämtlicher nicht systemrelevanten Einrichtungen und Geschäfte unter anderem dazu, dass immer mehr Menschen auf den Online-Handel angewiesen waren, um sich mit Waren und Produkten zu versorgen. Paketdienstleister bestätigten eine Zunahme des Paketaufkommens aus der E-Commerce-Branche.

Einige Online-Geschäfte können ein positives Umsatzwachstum beobachten, doch auf die Mehrheit der Online-Händler hat die Krise aktuell eher negative Auswirkungen. Das zeigen die Ergebnisse der mittlerweile zweiten Händlerbund-Studie zu den Auswirkungen des Coronavirus auf den Online-Handel von April 2020.

Über drei Viertel aller Händler sind direkt von der Krise betroffen

Bereits im März hatte der Händlerbund eine erste Umfrage unter Online-Händlern durchgeführt. Damals gab noch die Hälfte an, dass die Coronakrise nachweislich zur Veränderung der eigenen Geschäften führe. Mittlerweile sind 78 Prozent der Händler direkt von den Auswirkungen betroffen. „Obwohl weiterhin die Bestellungen reinkommen, können wir wegen der Lieferschwierigkeiten nicht wie gewohnt Umsatz machen“, berichtete ein Befragter.

Mehr als die Hälfte der Befragten verzeichnete einen Umsatzeinbruch von 68 Prozent innerhalb der letzten Wochen. Bei einem Drittel der Händler (31 Prozent) haben sich die Umsätze im Schnitt allerdings verdoppelt. Und anders als noch vor vier Wochen kann mittlerweile jeder vierte Händler (27 Prozent) positive Auswirkungen auf das eigene Geschäft feststellen. Im März lag dieser Anteil noch bei 9 Prozent. Die Sortimenten Kleidung, Freizeit und Garten erzielten dabei aktuell den meisten Umsatz.

Demgegenüber zeigen sich aber vermehrt Probleme mit Dienstleistern. Knapp zwei Drittel der Teilnehmenden beklagten Engpässe, vor vier Wochen waren es noch 11 Prozent weniger. „Der Umsatz im Online-Shop ist stark gestiegen, aber die Lieferanten können nicht mehr liefern“, so eine Händlerstimme zu diesem Thema.

Soforthilfen des Bundes werden mehrheitlich nicht in Anspruch genommen

Um Liquiditätsengpässe auszugleichen, können Händler aktuell auch Soforthilfen vom Bund beantragen. Von dieser Möglichkeit machten bislang 37 Prozent der Händler Gebrauch, die Mehrheit (55 Prozent) beanspruche aber zur Zeit keine finanziellen Hilfen. Ein befragter Händler gab an, dass die ausgezahlte Summe nicht ausreichend für die Umsatzeinbuße entschädige. Ein geringer Anteil gab aber auch an, dass die Anträge auf staatliche Hilfe abgelehnt wurden. Ausführliche Informationen dazu, wie Soforthilfen beantragt werden können und welche Voraussetzungen notwendig sind, hat der Händlerbund in einer Broschüre zusammengestellt.

Kunden reagieren mit mehr Verständnis

Jeden Zweiten verunsichert die aktuelle Krise, jeder Fünfte gab an, Ängste zu haben – 11 Prozent mehr, als noch im März. Rund ein Viertel glaubt, dass sich auch auf lange Sicht wenig an der aktuellen Situation änderte. Ein Lichtblick bei vielen Händlern ist jedoch, dass ihnen eine verständnisvollere Kundschaft begegne. Mit 33 Prozent verzeichnet etwa jeder dritte Online-Händler im Kundenservice zudem weniger Beschwerden.

Der Händlerbund hat zu den Auswirkungen der Coronakrise insgesamt 490 Händler befragt. Die Studie versteht sich als aktuelles Meinungsbild der Branche und ist nicht repräsentativ, die Beteiligung der Händler war freiwillig und die Befragung fand anonym statt. Die komplette Händlerbund-Studie geht des Weiteren auf eigene Verhaltensweisen der Händler in der Krise sowie Veränderungen im Sortiment und bei Dienstleistern ein.

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Über die Autorin:

Hanna Behn fand Anfang 2019 ins Team der OnlinehändlerNews. Sie war mehrere Jahre journalistisch im Bereich Versicherungen unterwegs, dann entdeckte sie als Redakteurin für Ratgeber- und Produkttexte die E-Commerce-Branche für sich. Als Design-Liebhaberin und Germanistin hat sie nutzerfreundlich gestaltete Online-Shops mit gutem Content besonders gern.