Verlängerte Rückgabefrist bei Amazon

Coronakrise: Amazon verlängert Rückgabefrist

Schon seit vier Jahren können Kunden, die etwas bei einem Amazon-Händler kaufen, auf eine verlängerte Rückgabefrist vertrauen. Das betrifft sämtliche Produkte, die Kunden über Amazon erwerben und die nicht über das Fulfillment von Amazon versendet werden. „Im Interesse eines positiven Einkaufserlebnisses“, so Amazon, müssen dafür eigens von Amazon vorgegebene und zur Verfügung gestellte Rücksendeinformationen von den Marketplace-Händlern eingefügt werden. Unser FAQ beantwortet die wichtigsten Fragen zur Umsetzung der aktuellen Änderung.

Die Rückgabegarantie ist nicht neu. Wo liegen aktuell die Änderungen?

Die bisherige Regelung lautete, dass Produkte, die unter die freiwillige Rückgabegarantie fallen, innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Ware an Amazon zurückzusenden sind. Amazon hat die sogenannten „freiwilligen Rückgabebedingungen“ für gewerbliche Verkäufer angepasst und das Rückgabefenster für alle Bestellungen erweitert. Nun gilt: „Die meisten der zwischen dem 15. Februar 2020 und dem 30. April 2020 bei Amazon oder unseren Verkäuferpartnern bestellten Artikel können jetzt bis zum 31. Mai 2020 zurückgegeben werden.”

Warum ändert Amazon die Rücknahmegarantie?

Um in Zeiten der Coronakrise mehr auf Kunden zuzugehen, hat Amazon die Lieferzeiten angepasst und will auch bei Rücksendungen nachgiebiger sein. „Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Kunden, Mitarbeiter und der Communitys, die wir bedienen, stehen an erster Stelle”, so Amazon.

Wer ist betroffen?

Betroffen von den Änderungen sind nur Händler, die Amazon noch nicht als Versender nutzen, d.h. keine FBA-Händler sind.

Was ist zu tun?

Bei Händlern, die zumindest teilweise noch selbst Artikel versenden, ist eine Aktualisierung der freiwilligen Rückgabegarantie erforderlich, die in allen Amazon-Shops unterhalb der Widerrufsbelehrung ausgetauscht werden muss.

Gibt es Änderungen an anderen Rechtstexten?

Nein. Amazon ändert nicht die Widerrufsbelehrung selbst, sondern wählt die Form einer eigenständigen und vom Widerrufsrecht unabhängigen Rücknahmegarantie. Weitere Änderungen oder Aktualisierungen der Rechtstexte sind in diesem Zusammenhang nicht erforderlich.

Ist die Rücknahmegarantie rechtssicher?

Jein. Aus juristischer Sicht ist der Text der freiwilligen Rücknahmegarantie nicht rechtssicher. Beispielsweise tragen Verbraucher nie das Transportrisiko bei einer Rücksendung. Zudem sind Widersprüche zur Widerrufsbelehrung generell problematisch. Jedoch hat es unseres Wissens nach bisher keine Abmahnung der Konstellation gegeben.

Darf Amazon zur Verwendung der Rücknahmegarantie verpflichten.

Ja. Da Amazon an sich nichts Gesetzeswidriges von seinen Händlern verlangt, dürfen sie die Bedingungen für den Handel festlegen. Wer die Änderungen nicht übernehmen will, ist nicht verpflichtet. Es kann jedoch dazu kommen, dass Amazon dann zu Sanktionen greift.

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Über die Autorin

Yvonne Bachmann ist als Juristin seit 2013 für den Händlerbund tätig. Dort berät sie Online-Händler in allen für den Online-Handel relevanten Rechtsfragen und berichtet auf dem Infoportal OnlinehändlerNews regelmäßig zu Rechtsthemen, welche die E-Commerce-Branche bewegen.