Abmahnfalle: Grundpreise – das steckt dahinter [Partnerartikel]

Fehlerhafte oder fehlende Grundpreise sind ein häufig abgemahntes Thema. Für Online-Händler besonders ärgerlich: Gerade erst verschwand auf Amazon in diversen Angeboten die wichtige Angabe. Das kann am Ende teuer werden, und das Risiko ist hoch, da viele Händler gar nicht zwingend erfahren haben, dass sie betroffen sind.

Reminder zu Grundpreisen: Was ist das?

Grundpreise, das sind die meist eher kleinen Angaben in der Nähe des Gesamtpreises eines Produkts. Erforderlich sind sie nur im Handel mit Endverbrauchern und auch nur dann, wenn es sich um bestimmte Waren handelt. Ihre Funktion besteht darin, Preise für den Kunden vergleichbar zu machen. Das ist bei den Produkten, um die es geht, nämlich mitunter gar nicht so einfach:

Den Grundpreis musst Du angeben, wenn du Waren
– in Fertigverpackungen, offenen Verpackungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung
– nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbietest.

Wem das zu mystisch klingt (Gesetze bringen das manchmal so mit sich), dem helfen vielleicht ein paar Beispiele:

  • Teppich von der Rolle
  • Kaffeebohnen, -pulver etc.
  • Kabel
  • Lebensmittelkonserven
  • Wandfarbe

Und wenn wir schon bei Aufzählungen sind, hier einige Beispiele für korrekte Grundpreisangaben:

  • Bei fester Ware nach Länge: Grundpreis 9,99 €/m
  • Bei fester Ware nach Gewicht: Grundpreis 9,99 € pro kg
  • Bei fester Ware nach Fläche: Grundpreis 9,99 €/m²
  • Bei flüssiger Ware nach Volumen: Grundpreis 9,99 €/L

Die Grundpreise sollte sich im Übrigen stets in unmittelbarer Nähe zum Gesamtpreis befinden.
Welche Details Du generell noch berücksichtigen solltest, zeigen wir auch auf unserer Wissensseite .


Grundpreise auf Amazon – Was ist hier los?

Vor Kurzem berichteten Amazon-Händler darüber, dass die notwendige Grundpreisangabe auf Amazon plötzlich nicht mehr dargestellt werde, obwohl die Werte im System korrekt hinterlegt sind. Nachdem Händler mitunter nur mit viel Aufwand und langwieriger Kommunikation mit Amazon die Grundpreisdarstellung wieder sicherstellen konnten, wies Amazon auch auf eine Änderung hin. Demnach hat der Marktplatzbetreiber neue Datenanforderungen für diverse Produktkategorien eingeführt. Berücksichtigen Online-Händler diese nicht, würden die Daten zu Grundpreisen nicht anerkannt werden.

Selbst wenn die Verantwortung für die fehlerhafte Grundpreisangabe eher bei Amazon zu suchen ist, ergibt sich für Online-Händler hierdurch eine Abmahngefahr. Verkaufst du also grundpreispflichtige Produkte auf Amazon, solltest du dich vergewissern, dass die Angabe in deinen Angeboten vorhanden ist, und falls nicht, unbedingt nachbessern.

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Melvin Dreyer Fachredakteur
Melvin Dreyer


Über den Autor
Melvin Dreyer ist seit Mitte 2018 als juristischer Fachredakteur für den Händlerbund tätig.
Während er sich im Studium besonders mit Steuerrecht auseinander gesetzt hat, berichtet und berät der Diplom-Jurist nun regelmäßig zu rechtlichen Neuigkeiten und Fragestellungen rund um E-Commerce, IT- und Europarecht.

Titelbild: Photo by Марьян Блан | @marjanblan on Unsplash