Abmahnfallen im Monat August – So kannst du sie vermeiden

An dieser Stelle werden wir dir ab jetzt immer die Abmahnfallen des letzten Monats vorstellen. So weißt du immer direkt, auf welche Themen es Ido, Sandhage und Co. jetzt wieder abgesehen haben. Was aber natürlich noch viel wichtiger ist: Wir zeigen dir, wie du diese Fallen umgehen kannst. Also: Los geht’s!

Fehlende Grundpreisangabe
Im letzten Monat haben Händler nicht schlecht gestaunt: Auf Amazon schien die Angabe zu den Grundpreisen in manchen Kategorien einfach verschwunden zu sein. Nicht nur hier im Forum, sondern auch auf Facebook und in der Sellercentral wurde das Thema heiß diskutiert und das nicht ohne Grund: Die fehlende Grundpreisangabe zählt zu den Abmahnklassikern schlechthin. 

Die Pflicht zur Grundpreisangabe ist in der Preisangabenverordnung zu finden. Produkte, die nach Volumen, Länge, Gewicht oder Fläche verkauft werden, müssen mit einem Grundpreis versehen werden, der gemeinsam mit dem Gesamtpreis vom Kunden wahrgenommen werden kann. Sinn und Zweck der Pflicht ist eine bessere Vergleichbarkeit von Produkten. Wer die Angabe weglässt, riskiert eine Abmahnung.

Daher haben bei den Händlern zu Recht alle Alarmglocken geschrillt, denn: Auch, wenn der Fehler bei Amazon liegt, haftet der Händler im ersten Schritt für das Fehlen der Grundpreisangabe.

So geht’s richtig bei Amazon: Mittlerweile hat sich auch Amazon zu dem Problem gemeldet und auf eine Ankündigung vom 23. Juli in der Sellercentral verwiesen. 

So geht’s richtig auf Ebay: Auf Ebay hast du als Händler hingegen das Problem, dass die Grundpreisangabe nicht immer angezeigt wird, wenn auch der Gesamtpreis angezeigt wird. Daher lautet hier unsere Empfehlung, die Angabe zum Grundpreis zusätzlich mit in die Artikelbezeichnung ganz vorn aufzunehmen.

Inhaber im Impressum
Dass du als Online-Händler ein Impressum brauchst, ist klar. Doch Vorsicht: Mit Begriffen, wie etwa Inhaber oder Geschäftsführer solltest du vorsichtig sein. 

Geschäftsführer: Juristisch gesehen nennt man eine Person Geschäftsführer, die diese Rolle in einer GmbH, OHG oder KG ausführt. Daher darf diese Bezeichnung nur dann gewählt werden, wenn das Unternehmen diese Gesellschaftsform führt.

Inhaber: Hier ist die Rechtslage etwas uneindeutiger. Rein umgangssprachlich wird die Bezeichnung Inhaber für unterschiedliche Situationen verwendet. Ein Verbraucher kann diesen Begriff durchaus einfach mit einer Person assoziieren, die einen größeren Betrieb führt. Juristisch gesehen taucht die Bezeichnung aber in Zusammenhang mit Firmen auf. Man ist Inhaber einer Firma. Eine Firme wiederum wird von einem Kaufmann betrieben. Wer kein Kaufmann ist, sollte daher auf die Bezeichnung Inhaber verzichten.

So geht’s richtig: Als Einzelunternehmer steht im Impressum an erster Stelle der eigene Name. Dann folgt gegebenenfalls der Phantasienamen, unter dem du dein Gewerbe betreibst. Dann folgen alle weiteren Angaben, also

  • eine ladungsfähige Anschrift
  • Telefonnummer
  • Telefax, soweit vorhanden
  • E-Mail-Adresse
  • die Umsatzsteuer-ID, soweit eine vorhanden ist

Der Händlerbund hilft dir!
Abmahnung erhalten? Kein Problem: Der Händlerbund greift dir auch rückwirkend unter die Arme und unterstützt dich aktiv dabei, Abmahnungen auch künftig zu vermeiden. Wir machen gemeinsam deinen Shop rechtssicher. Komm einfach zu uns und profitiere jetzt von deinem Rabattcode Seller25, mit dem du vier Monate bei einem Mitgliedschaftspaket deiner Wahl sparen kannst. 


Über die Autorin
Sandra May schreibt seit September 2018 als juristische Expertin für OnlinehändlerNews.
Bereits im Studium spezialisierte sie sich auf den Bereich des Wettbewerbs- und Urheberrechts. Nach dem Abschluss ihres Referendariats wagte sie den eher unklassischen Sprung in den Journalismus. Juristische Sachverhalte anschaulich und für Laien verständlich zu erklären, ist genau ihr Ding.