Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

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DavidH
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Das Problem wird nicht der Shop an für sich sein, sondern die Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Das Marketing verschlingt Unmengen an Geld.

Das unterschätzen viele. Dadurch, dass es schon in fast jedem Sektor (langjährige) Marktbegleiter gibt, kommt man an einem kostenintensiven SEM nicht vorbei.
Ansonsten hat man zwar einen (vielleicht) schönen Shop, aber keiner findet diesen.


IT-Recht Kanzlei
bauti
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

bauti hat geschrieben: 1. Nov 2021 19:39 Und warum eine zweite Firma? Doppelte Buchhaltungskosten usw...

Wenn es darum geht die zweite Firma nicht zu gefährden wenn das Projekt schief geht macht es Sinn ansonsten verstehe ich es nicht...
Ich möchte meine Aussage zurücknehmen und das Gegenteil behaupten :durchdreh:

Ich habe mich die letzten Tage etwas bezüglich Steueroptimierung beschäftigt. Für mich gäbe es die Möglichkeit meine Firma zu teilen in Ladengeschäft (als GesmbH) und Onlineshop (weiterhin als Einzelunternehmen). Das würde steuerliche Vorteile bringen da man einerseits die Steuerstufen als Einzelunternehmer ausnutzen kann und für einen Teil welcher dann in eine prozentual Hohe Stufe fallen würde mit der prozentual fixen Körperschaftssteuer versteuert. Ich bin aber aus AT und habe keine Ahnung wie das in DE ist. Das ist bei mir auch noch überhaupt nicht durchdacht, soll nur ein Denkanstoß für dich sein.

Und vermutlich könntest du das auch noch später trennen, anfangs wird ja vermutlich nicht viel Gewinn abfallen. Und es gibt ja zahlreiche Nachteile wenn die Firmen getrennt sind.
Ach
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

bauti hat geschrieben: 11. Nov 2021 14:35
bauti hat geschrieben: 1. Nov 2021 19:39 Und warum eine zweite Firma? Doppelte Buchhaltungskosten usw...

Wenn es darum geht die zweite Firma nicht zu gefährden wenn das Projekt schief geht macht es Sinn ansonsten verstehe ich es nicht...
Ich möchte meine Aussage zurücknehmen und das Gegenteil behaupten :durchdreh:

Ich habe mich die letzten Tage etwas bezüglich Steueroptimierung beschäftigt. Für mich gäbe es die Möglichkeit meine Firma zu teilen in Ladengeschäft (als GesmbH) und Onlineshop (weiterhin als Einzelunternehmen). Das würde steuerliche Vorteile bringen da man einerseits die Steuerstufen als Einzelunternehmer ausnutzen kann und für einen Teil welcher dann in eine prozentual Hohe Stufe fallen würde mit der prozentual fixen Körperschaftssteuer versteuert. Ich bin aber aus AT und habe keine Ahnung wie das in DE ist. Das ist bei mir auch noch überhaupt nicht durchdacht, soll nur ein Denkanstoß für dich sein.

Und vermutlich könntest du das auch noch später trennen, anfangs wird ja vermutlich nicht viel Gewinn abfallen. Und es gibt ja zahlreiche Nachteile wenn die Firmen getrennt sind.
Ein ganz großes Problem (in DE): Sobald du Lieferungen oder Leistungen von der GmbH an das Einzelunternehmen vornimmst, kann dir das Finanzamt vorwerfen, dass die genommenen Preise nicht marktgerecht waren. Das darauf folgende Spiel kannst Du fast nur verlieren.
Wenn, dann vorher mit dem kompetenten Steuerberater besprechen und ggf. mit diesem zusammen im Vorfeld schon eine tatsächliche Verständigung treffen.

Ich weiß nicht, ob diese Strategie des Finanzamtes mittlerweile bei allen Steuerberatern bekannt ist. Wenn nicht: Mit einem Steuerberater sprechen, der sie schon kennt und Gegenmaßnahmen kennt. VORHER.
Tony
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Ach hat geschrieben: 11. Nov 2021 14:57 Ein ganz großes Problem (in DE): Sobald du Lieferungen oder Leistungen von der GmbH an das Einzelunternehmen vornimmst, kann dir das Finanzamt vorwerfen, dass die genommenen Preise nicht marktgerecht waren.
Dann mußt Du halt marktgerechte Preise nehmen. Ist doch sowieso im Wesentlichen linke-Tasche-rechte-Tasche.
Also ich sehe das nicht problematisch, unter der Voraussetzung, dass es realistische Preise sind. EK+2% als Beispiel.
Ach
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Tony hat geschrieben: 11. Nov 2021 15:45
Ach hat geschrieben: 11. Nov 2021 14:57 Ein ganz großes Problem (in DE): Sobald du Lieferungen oder Leistungen von der GmbH an das Einzelunternehmen vornimmst, kann dir das Finanzamt vorwerfen, dass die genommenen Preise nicht marktgerecht waren.
Dann mußt Du halt marktgerechte Preise nehmen. Ist doch sowieso im Wesentlichen linke-Tasche-rechte-Tasche.
Also ich sehe das nicht problematisch, unter der Voraussetzung, dass es realistische Preise sind. EK+2% als Beispiel.
Das IST leider problematisch. Über marktgerechte Preise lässt sich trefflich streiten.
Beispiel: EK+2%: Hier kann das Finanzamt gucken, welchen Aufschlag du bei anderen Kunden nimmst.
Rechenbeispiel: Bei anderen Kunden nimmst du 22% Aufschlag.
Das Finanzamt nimmt jetzt für den Prüfungszeitraum 20% deines internen Umsatzes und verlang die Nachversteuerung und Verzinsung auf die zu wenig gezahlten Steuern. Das kann, je nach Umfang der internen Leistungen, richtig teuer werden.
Das von bauti vorgeschlagene Modell basiert ganz wesentlich darauf, intercompany-Leistungen in großem Umfang abzurechnen und dabei geschickt mit dem Verrechnungspreis zu spielen. Wenn das Finanzamt mit der von mir geschilderten Methode zulangt, wird das richtig, richtig teuer.
bauti
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Das Problem welches du beschreibst würde beim Pflanzenshop/Zierfischshop ja nicht auftreten.

Bei mir ist das aber natürlich schon ein Thema, wobei das in AT wohl nicht ganz so problematisch ist. Aber Fremdüblich (ich glaube so war der Ausdruck) müssen die abgerechneten Leistungen natürlich auch in AT sein. Ein kurzes Gespräch hatte ich hierzu bereits mit einem Steuerberater und da habe ich das auch angesprochen. Aber wie gesagt bei mir ist das noch nicht viel mehr als eine Idee...
Tony
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Ach hat geschrieben: 11. Nov 2021 16:20 Das IST leider problematisch. Über marktgerechte Preise lässt sich trefflich streiten.
Beispiel: EK+2%: Hier kann das Finanzamt gucken, welchen Aufschlag du bei anderen Kunden nimmst.
Rechenbeispiel: Bei anderen Kunden nimmst du 22% Aufschlag.
Das Finanzamt nimmt jetzt für den Prüfungszeitraum 20% deines internen Umsatzes und verlang die Nachversteuerung und Verzinsung auf die zu wenig gezahlten Steuern. Das kann, je nach Umfang der internen Leistungen, richtig teuer werden.
Glaube ich nicht. Unter EK verkaufen ist problematisch, aber ob ich beim einen Kunden 2% und beim anderen 10% und beim dritten 20% aufschlage ... das muß meine Entscheidung sein.
Im übrigen habe ich genau diese Vorgehensweise bereits vollzogen was auch einer Außensteuerprüfung stand gehalten hat.
Ach
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Tony hat geschrieben: 11. Nov 2021 17:14
Ach hat geschrieben: 11. Nov 2021 16:20 Das IST leider problematisch. Über marktgerechte Preise lässt sich trefflich streiten.
Beispiel: EK+2%: Hier kann das Finanzamt gucken, welchen Aufschlag du bei anderen Kunden nimmst.
Rechenbeispiel: Bei anderen Kunden nimmst du 22% Aufschlag.
Das Finanzamt nimmt jetzt für den Prüfungszeitraum 20% deines internen Umsatzes und verlang die Nachversteuerung und Verzinsung auf die zu wenig gezahlten Steuern. Das kann, je nach Umfang der internen Leistungen, richtig teuer werden.
Glaube ich nicht. Unter EK verkaufen ist problematisch, aber ob ich beim einen Kunden 2% und beim anderen 10% und beim dritten 20% aufschlage ... das muß meine Entscheidung sein.
Im übrigen habe ich genau diese Vorgehensweise bereits vollzogen was auch einer Außensteuerprüfung stand gehalten hat.
Ich hab die Vorgehensweise auch vollzogen. Dabei auch (wie oben beschrieben) Leistungen verrechnet, um die Steuerlast zwischen EU und GmbH richtig zu platzieren. Das hat mehrere APs gut geklappt. Bei einer anderen AP (wir sind für kontinuierliche Prüfung eingestuft) waren wir dann fällig und mein Steuerberater hat sich nur entschuldigen können und den Preis in der Verhandlung mit dem FA gedrückt, abwenden konnte er es aber nicht. Das ganze war sehr, sehr teuer.
Wenn du mit der gleichen Konstellation arbeitest und dabei nennenswerte interne Leistungen von GmbH an EU erfolgen: Bitte, nimm das Thema ernst. Und wenn Du mir nicht glauben möchtest, dann nimm dir etwas Zeit und frage einen zweiten Steuerberater, der Ahnung von der Materie hat. Bei Interesse kann ich dir gerne einen per PN nennen. Nicht den, der uns ins offene Messer rennen ließ.

Anders sieht's beispielsweise aus, wenn du eine Einheits-GmbH&Co. KG hast - mit dem Konstrukt kann man sich letztlich auch aus der Situation befreien, wenn keine tatsächliche Verständigung mit dem FA möglich ist.
Ach
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Nachtrag: Ja, im Prinzip kannst Du Deine Preise selber bestimmen. Aber die Differenz zum "korrekten" Preis sind dann Entnahmen/Einlagen. Wenn Du die nicht als solche verbuchst, sind es "verdeckte" Entnahmen/Einlagen.
Das FA geht dann so vor, dass sie einen "korrekten" Preis unterstellen, der von dem von dir gewählten abweicht. Die Differenz ist dann verdeckte Entnahme in der GmbH (und nachzuversteuern in der GmbH) oder verdeckte Einlage in der GmbH (und nachzuversteuern im Einzelunternehmen).
Das heißt: Das FA kann sowohl unterstellen, dass dein Verrechnungspreis zu hoch als auch dass er zu niedrig gewesen wäre. Es gewinnt immer. Und wenn du zu eifrig gegenan argumentierst, drehen sie möglicherweise mitten in der Diskussion ihre Argumentation um und schließen sich deiner Argumentationsrichtung an, um in der anderen Richtung zu gewinnen. Es ist wie Elfmeterschießen ohne Torwart.
Tony
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Puh, das ist bitter. Kann ich mir vorstellen. Das FA sitzt am Ende am längeren Hebel.
Bei mir war es nur einmalig, bzw. über einen begrenzten Zeitraum - Verkauf der Ware des alten Einzelunternehmens an die neue GmbH & Co. KG. Wie gesagt, das gab keine Beanstandungen.
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Zierfischprofi
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Trotz ausbleibender Empfehlung durch den Bundesrat wurde das Importverbot in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

„Den Kampf gegen die Wilderei wollen wir intensivieren und den illegalen Handel mit geschützten Arten auch im Online-Handel unterbinden sowie den Vollzug durch eine Task-Force stärken. Wir setzen uns für ein Importverbot von Wildfängen für den Heimtiermarkt ein.“
Wir führen für den Onlinehandel mit Heimtieren eine verpflichtende Identitätsüberprüfung ein. Die Kennzeichnung und Registrierung von Hunden werden obligatorisch. Wir aktualisieren die Leitlinien für Tierbörsen und erarbeiten eine Positivliste für Wildtiere, die nach einer Übergangsfrist noch in Zirkussen gehalten werden können."
Ach
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Den Kampf gegen die Wilderei wollen wir intensivieren und den illegalen Handel mit geschützten Arten auch im Online-Handel unterbinden sowie den Vollzug durch eine Task-Force stärken. Wir setzen uns für ein Importverbot von Wildfängen für den Heimtiermarkt ein.
Das ist mehr, als ich gedacht hatte.
Handelt es sich bei deinen Tierchen um Wilderei?(sicherlich nicht?) Oder Wildfänge?
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Zierfischprofi
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Natürlich um legale Wildfänge.
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TammRiva
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Die Analyse der Wettbewerber kann vereinfacht werden, indem man sich über Preisaktualisierungen auf dem Laufenden hält. Viele nützliche Funktionen werden Ihren Umsatz steigern.
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Re: Lohnt sich ein neuer Online-Shop noch?

Der Preis ist glaube ich fast das am wenigsten Interessante. Ich kalkuliere meine Preise und was es kostest das kostet es halt.
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