Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

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Roemer
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Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Ich denke, hier hat das Land NRW mal eine vernünftige Idee Leerstand in Innenstädte zu "nutzen".
Es hängt natürlich von der Überzeugungskraft des Stadtmarketings ab, daß Eigentümer mitmachen. Kurzversion:

Ein wichtiger Schwerpunkt der Förderung wird es sein, dem Leerstand von Ladenlokalen in der Fußgängerzone entgegenzuwirken. Hier stellt das „Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren“ des Landes NRW bis Ende 2023 aus einem Verfügungsfonds Gelder bereit. Die Stadt kann leerstehende Ladenlokale und Gastronomieräume befristet für bis zu zwei Jahre anmieten, wenn deren Eigentümer bereit sind, die Miete um 30 % gegenüber der Altmiete zu senken.

Die Stadt wiederum vermietet die Ladenlokale dann an Interessenten mit passendem Nutzungskonzept weiter, die nur 20 % der Altmietkosten übernehmen müssen. Die Differenz der Kosten aus Anmietung und Weitervermietung wird durch Fördermittel des Landes (90%) und Eigenmittel der Stadt (10%) finanziert. Das heißt: Für ein Ladenlokal mit einem ursprünglichen Mietpreis von 3.000 Euro zahlt ein Neugründer selbst nur noch 600 Euro Miete. Dabei ist die Förderung auf eine Mietfläche von maximal 300 m² begrenzt und gilt zunächst bis 2023.


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kreien
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Ob man bereits verwaiste Fußgängerzonen wiederbeleben kann, darf bezweifelt werden. Der Kunde hat doch schon längst mit den Füßen abgestimmt, der Strukturwandel geht doch schon seit Jahrzehnten voran, was weg ist kommt sicher nicht wieder.

Vielleicht wäre es besser, Fußgängerzonen schrumpfen zu lassen, umzuwidmen sowie leere Ladenlokale aufzugeben und in dringend benötigten und gut bezahlten Wohnraum umzuwandeln. Also z. B. auch Gebäude abreißen und ein neues Wohngebiet draus machen. Geht natürlich aufgrund des Bebauungsplans nicht so ohne Weiteres.
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monami
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Und was ist nach dem Förderzeitraum? Das wird das Xte Cafe werden. Die haben aktuell auch noch Personalprobleme.... Die aus dem EH und Gastro haben sich während Corona umorientiert.... kenne einige die in die Logistik gegangen sind und zufriedener sind wege weniger bzw. gar keinem Kundenkontakt...
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Roemer hat geschrieben: 3. Sep 2021 19:26Die Stadt kann leerstehende Ladenlokale und Gastronomieräume befristet für bis zu zwei Jahre anmieten, wenn deren Eigentümer bereit sind, die Miete um 30 % gegenüber der Altmiete zu senken.
Und genau hier fangen schon die ersten Probleme an: Die Eigentümer haben - zumindest hier bei uns - überhaupt kein Interesse die Räume für 2 Jahre mit reduzierter Miete zu vermieten. Dann lassen sie die lieber noch leer stehen. Die Stadt Düsseldorf konnte hier bislang keine Räume anmieten ...

Daher versucht man nun ein Zentrenmanagement zu installieren: https://www.duesseldorf.de/stadtplanung ... fonds.html

Mal schauen, ob das funktioniert ...
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fossi
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Kann man diverse Innenstädte nicht einfach mal in Würde sterben lassen?

Ich halte von dieser Förderung recht wenig, denn irgendwie ist es nur ein weiterer Aufschub. Was passiert wohl, sobald die "reduzierte Miete" ausläuft?
Wollomo
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

fossi hat geschrieben: 4. Sep 2021 00:20 Kann man diverse Innenstädte nicht einfach mal in Würde sterben lassen?

Ich halte von dieser Förderung recht wenig, denn irgendwie ist es nur ein weiterer Aufschub. Was passiert wohl, sobald die "reduzierte Miete" ausläuft?
Ich sehe das wie du, entweder es geht ohne irgendwelche Förderungen oder eben nicht. Wer diese Förderung wirklich nötig hat wird sich kein Laden einrichten wenn er nur die Sicherheit bis 2023 hat. Was dann? Welche Ladeneinrichtung hat sich in 2 Jahren abbezahlt? Wer ein schlüssiges Konzept hat und sowieso Kunden anzieht der braucht das sowieso nicht.
Für belebte Innenstädte braucht es Fachgeschäfte mit einer ordentlichen Beratung. Gruschläden wie Galeria Kaufhof und Co. haben alles und nichts, die "Verkäufer" haben meist keine Ahnung von der Materie. Der Kunde kann also gleich Online einkaufen.
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monami
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Da kann Hornbach seinen Pop-Up Baumarkt zum angucken reinpacken. ;)

....oder ein Online-Händler seinen temporären Showroom

... oder eine temporäre Wolken-Filiale als Probearbeitsfiliale...

Ich habe sogar noch Ausstattungspläne für ein Pop-Up-Verkaufskonzept (Reinrollen und alles ist schon aufgebaut) in der Schublade liegen. Passt in einen 7.5er Tonner. Mit meinen Saucen krieg ich aber keinen Laden voll..
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Wolkenspiel
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

monami hat geschrieben: 4. Sep 2021 08:55 ... oder eine temporäre Wolken-Filiale als Probearbeitsfiliale...
Nee, danke. Viel zu aufwändig. Wenn ich allein an die Personalsuche denke, evtl. Schulungen, das Mobbing, dass die dann untereinander anzetteln usw. :roll:
Die meisten Pop-Up-Stores (ich habe jetzt die Hohe Straße in Köln vor Augen) besteht aus Restpostenläden wie Süßigkeiten oder Weihnachtsgebäck, dass zu niedrigen Preisen verschleudert wird. Und davon gibt es dann ungefähr 6 im Laufe von 500 Metern.
An der "Kasse" steht dann ein Mensch, dem ich im Dunkeln nicht begegnen möchte mit den Worten "nur bar, Kasse funktioniert heute nicht". Die Stores an sich sind widerlich und haben einen Zwischenlagerhallen-Charakter.
Und natürlich ist das so, denn wer investiert denn Geld und Zeit in einen Store, der nach einem halben Jahr wieder verschwindet. Diese Pop-Up-Geschichten sind also meist Sortimente, die nicht beratungsintensiv sind und sind im Grunde genommen meist eine Weiterentwicklung von Rudis Resterampe. Auf Zeit halt. Das kann nicht die Zukunft sein.

Ich hätte schon gern Innenstädte, die zum Verweilen einladen. In Heidelberg geht das langsam den Bach runter, weil die Leerstände neuerdings überwiegend mit Fressläden besetzt werden. Auf einmal sind solche Konzessionen überhaupt kein Problem mehr. Frittenwerk, Currywurst-Manufaktur, Macarons, Five Guys und andere dämliche Burgerketten, Coffee Fellows - all dieser Kram boomt momentan. Neben mir war ein Juwelier, jetzt steht da ein Italiener drin und verkauft Pizza, das ganze Haus stinkt. Die armen, die über meinem Laden wohnen müssen.
In ein schönes Geschenkartikel Geschäft uns gegenüber, das raus ist, weil die Miete zu hoch wurde, zieht jetzt eine Macaronnerie ein. Ein Schuhladen, der auch die Mieterhöhung nicht mittragen wollte - ersetzt durch Five Guys. Memories of Heidelberg, ein wirklich alter Laden für Touristen (nicht, dass die irgendwas aus Heidelberg gehabt hätten :lol: ) - weg. Verschwunden. Vor Jahren schon wurde die älteste Parfumerie Heidelbergs an einen Konzern verkauft.
Insgesamt keine schöne Entwicklung.
vbc
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Nee, nicht schön, aber auch wir tragen alle unseren Teil dazu bei.
Gewollt oder ungewollt. Vieles ist nur ein paar klicks entfernt, die Mühe irgendwo hin zu fahren. um es dort teurer zu kaufen macht man sich kaum noch.
Die Zeit zum flanieren, mal die Seele baumeln zu lassen ist auch irgendwie nicht da, oder man verbringt sie halt an schöneren Orten.

Früher habe ich hier in der Nähe eigentlich alles bekommen, da gab es noch ein Karstadt, gegenüber C&A, eine prima Markthalle in der Fußgängerzone, kleine Läden verteilt in dieser. Eine gute Mischung halt.

Die Mischung ist weg, die Leute sind auch irgendwie "merkwürdiger" geworden (gestresst, genervt, unfreundlich, usw.) und man bekommt halt nicht mehr alles.
Ich brauchte irgendwelche Haken für die Gardienen, ja, da gibt es noch einen Laden, die die auch da hatten, aber zu Preisen, holla die Waldfee.
Brauchte sie, wurde beraten, also habe ich sie auch gekauft. Immer fair bleiben.

Papier in A6, ich bin 3 Läden hier in der Gegend abgefahren, hinterher mit 3 klicks online gekauft, auch der Toner, gleiches Spiel. Die Liste könnte ich noch ewig fortsetzen.

Es geht doch bei der Belebung der Innenstädte/Kieze/Fußgängerzonen um viel mehr, als nur ne billige Ladenmiete.
Das Gesamtpaket stimmt einfach nicht mehr, aber das ist eine Entwicklung der Gesellschaft und das kann man nicht mit popup Stores, Radwegen und was auch immer erzwingen.

Welche Mutti nimmt denn heute noch ihre Kinder an die Hand, um mal neue Klamotten zu kaufen ? Das macht man online. Fertig.
Ich hatte diesen Spaß früher noch, dann gab es danach ein Eis und alles war gut. Wer hat denn heute für sowas noch Zeit und Lust ? Und wenn, dann geht es in irgendeine Mall mit div. Ketten, da gibt’s dann alles, auch das Eis, aber halt von irgendeiner Kette.
Habe ich mit meinem Sohn auch durch, da war es dann das A10 Center, praktisch, gab immer gleich noch den Frisör mit dazu, Mittagessen und wenn es länger gedauert hat vielleicht noch nen Kinobesuch. Aber das war nicht ansatzweise vergleichbar mit dem was ich als Kind hatte.

Ich glaube dass diese Innenstadt-Romatik nur noch an wenigen Stellen funktioniert und ansonten halt einfach vorbei ist. Das mag im Prenzlberg funktionieren, wo man dann feiert auch das letzte Auto verbannt zu haben, um sich herum die ganzen Startups mit den wildesten, nachhaltigen, rettet-die-Welt Ideen. Dazu noch urban-gardening und all das.Aber ein paar Meter weiter im Wedding sieht schon wieder alles ganz anders aus. Da fliegt der Müll einfach so herum, geparkt wird, wo halt Platz ist und nach 22 Uhr haste nicht wirklich Lust alleine da lang zu laufen (auch als Kerl ohne SEK Ausbildung nicht)

Meine Erkenntnis dazu, die Innenstädte haben was mit dem Konsumverhalten zu tun, dass sich einfach grundlegend geändert hat.
kreien
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Ich wurde schon in den 1990er-Jahren im stationären Einzelhandel als Kunde absolut geringschätzig behandelt, das war insbesondere in den Fachgeschäften so fürchterlich - ich vermisse die Zeiten überhaupt nicht: Haben wir net, kriegen wir net wieder rein, machen wir net, weiß ich net, Werkstatt ist geschlossen, Meister ist nicht da, Verkaufspersonal weiß nix, die Frau von Chef hat auch nichts gelernt, Kartenzahlung erst ab xx Euro, bloß kein American Express, Umtausch machen wir nicht, weiß nicht, ob das Teil richtig ist, jedenfalls Zurückgeben ist net, 100-DM-Schein, "haben Sie es nicht kleiner?", "so viele Münzen muss ich nicht annehmen", ... was war das doch für eine Scheiße damals und dann fingen diese Protagonisten auch an rumzulabern von Beratungsdiebstahl und so. Manch alteingesessener Fachhandelsladen war aufgestellt wie eine Kirchengemeinde, das Haus leergepredigt, aber eher geht man unter, als sich zu ändern.

Ja, und in den Fußgängerzonen hat die hiesige Kommunalpolitik auch wirklich alles getan, um die Anfahrt maximal zu erschweren und zu verteuern, kaufkräftige Kunden haben sich umorientiert, im Gegenzug sehe - und vor allem höre - ich hier zu allen Zeiten erlebnisorientiertes Publikum, oft mit Migrationsgeschichte rumschreien.

Ja, unsere Fußgängerzone ist so widerlich und hat auch schon einiges erlebt. Glaubt jemand ernsthaft, dass ich mich dort freiwillig länger als nötig aufhalte?:
https://www.journal-frankfurt.de/journa ... 28623.html
https://www.op-online.de/offenbach/scho ... 40174.html

Ausgesprochen toll auch die vegane Menschenhäutungsaktion mitten in der Fußgängerzone, für genau so etwas geht man mit kleinen Kindern natürlich in die Fußgängerzone, um sich so einen Scheißdreck anzuschauen:
https://www.op-online.de/offenbach/vega ... 15801.html

Und die Stadt tut was, nämlich die Laternen und Mülltonnen anstreichen:
https://www.fr.de/rhein-main/offenbach/ ... 55878.html

Ich schließe mich Fossi an, lasst die toten Fußgängerzonen in Würde sterben, eine Wiederbelebung ist sinnlos und nicht zielführend, der Rest kann sich gerne gesundschrumpfen, frei werdende Liegenschaften können im Bebauungsplan gerne als Wohngebiete ausgewiesen werden.
kreien
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Vorhin war ich wieder da, in diesem Dreckloch namentlich Fußgängerzone. Ein Ort der nicht zum Verweilen einlädt, eher so wie der Hinterausgang eines versifften Bahnhofs - das Publikum passend dazu, ein entkleidetes Kind pisst mitten auf die Straße - die Sprache der Eltern klingt, als wenn die sich gegenseitig anschreien, andere Kulturkreise, hätten zu diesem Zweck eine Ecke, einen Baum oder gar die Kundentoilette des Einkaufszentrums aufgesucht. Dank Konjunkturpaket kann man sich das Elend heute kostenlos ansehen, vgl. https://www.offenbach.de/kultur-und-tou ... 8.2021.php, tatsächlich wird das Ganze von den Busfahrern der Offenbacher Verkehrsbetriebe so ausgestaltet, dass der Bus am Marktplatz an der Haltestelle mit verriegelten Türen genüsslich die Rotphase abwartet. Ganze Pulks von Fahrgästen, die aufgebracht, an die Scheiben trommeln und rumschreien sowie ein Busfahrer, der einfach leer abfährt runden den schlechten Gesamteindruck ab - ÖPNV-Neubenutzer werden diese PR-Stunts sicherlich im Gedächtnis behalten.

Es ist mir ein Rätsel, wer oder was wie oft noch gerettet oder gefördert werden soll - ich gehe da nicht so schnell wieder hin und dachte eigentlich, dass ich belastbar bin.
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fonprofi
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Ist halt Offenbach. Da gibt’s Strassenzüge, da würde ich meinen Azubi am Firmenwagen stehen lassen, aufpassen damit der Wagen nicht leer geräumt wird...
einer unserer Auftraggeber meint das in OF die Leute wohnen die sich FFM nicht leisten können.
kreien
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Yo, das war früher mal so, heute haben sich die Immobilienpreise in Offenbach denen in Frankfurt am Main nahezu angeglichen - Frankfurt ist genauso beschissen, ich kann das beurteilen, ich habe schon in beiden Städten gewohnt.

Die Fußgängerzone von Offenbach zeigt nur drastisch auf, wohin die Reise geht, und in welche Richtung unsere Innenstädte vermüllen. Und auch der ÖPNV ist ein weiterer Sargnagel - war übrigens eben einkaufen, wieder mit dem Bus, natürlich bedient der Vollpfosten von Busfahrer die Haltestelle nicht und fährt trotz rechtzeitig gedrücktem Haltesignal durch. Fröhliches Nachhauselaufen mit den fetten Einkaufstüten. So wie die Kommunalpolitik sich das vorstellt, ist das vollends an der lebensnahen Wirklichkeit vorbei. Mir hat dieses (a)soziale Experiment heute völlig gereicht.
JohnGalt
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

vbc hat geschrieben: 5. Sep 2021 12:08 Meine Erkenntnis dazu, die Innenstädte haben was mit dem Konsumverhalten zu tun, dass sich einfach grundlegend geändert hat.
Und mit der sich wandelnden Demographie.
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Wolkenspiel
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Naja, ich glaube eher, die Innenstädte haben etwas mit dem sinnlosen Angebot zu tun.
Läden, die wirklich einen Mehrwert bieten und nicht einfach nur redundante Kopien von Internetshops und Amazonablegern sind, laufen momentan wie die Sau. Wenn ich unsere Umsätze anschaue, könnte man meinen, nächste Woche ist Weihnachten. Die Menschen gehen durchaus in die Städte und möchten gern ihr Geld loswerden.
kreien
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Ich sehe das ähnlich, nur, wenn eine Fußgängerzone erstmal ein Lost-Place und Dreckloch mit entsprechendem Publikum geworden ist, dann ist diese Entwicklung - die ja nicht von heute auf morgen so passiert - wenig bis gar nicht umkehrbar. Wir haben einige solcher ehemaligen Einkaufsstraßen. Ich sehe wenig Sinn darin, solche gescheiterten Geschäftsstraßen künstlich wiederbeleben zu wollen. Um Fossi nochmals zu zitieren, lasst sie in Würde sterben. Es wäre genauso sinnlos, in Offenbach die Lederindustrie neu beleben zu wollen - die Branche ist auch weg für immer.
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hkhk
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Wenn es nach den Grünen geht, dann werden Fußgängerzonen doch zu echten Oasen der Erholung!
3-formatOriginal.jpg
(https://www.tagesspiegel.de/berlin/mehr ... 82478.html)

Schöne Illusion, oder?
Keine e-scooter. Keine Menschen mit islamischen/arabischen Hintergrund.
[sarkasmus]Die Grünen sind doch noch rechter als die AfD![/sarkasmus]

Dass diese "Flaniermeilen" nicht lange so aussehen werden, wie das hier dargestellt wird, dürfte jedem klar sein, besonders in den Sädten, in denen jetzt schon die (a)sozialen Menschen die Überhand haben, genau so, wie kreien das geschildert hat und das ich leider von meiner Stadt so auch bestätigen muss.
hkhk - leidenschaftlicher Amazon-Hasser.

Ein Leben ohne Amazon ist wie ein Leben ohne Krebsgeschwür.
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koshop
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Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Jedesmal wenn ich dem Handel in der Innenstadt mal wieder eine Chance geben will, werde ich enttäuscht. Am Wochenende meine Küche umorganisiert und zur Überzeugung gelangt, dass ich dringend Aufbewahrungsboxen für Müsli, Reis usw. brauche, weil ich wegen Lebensmittelmotten schon wieder eine Menge wegwerfen musste. Und zwar sofort und auf der Stelle.
In die Stadt gefahren, ins Haushaltswarengeschäft gegangen. Hab Boxen gefunden, aus dem Regal genommen und bin zur Verkäuferin: "Von der hier bitte fünf und von der Box hier bitte drei Stück."
Antwort: "Nur was im Regal steht."

Hab ich halt zwei Boxen gekauft und den Rest im Internet bestellt. Soviel auch zum Thema "Kaufen vor Ort" sei umweltfreundlicher. Im Prinzip ist es eine unnötige Fahrt zusätzlich um dann enttäuscht doch wieder online zu bestellen.
CNC-Holzwelt
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Registriert: 26. Sep 2016 13:06
Land: Deutschland
Wohnort: Sachsen

Re: Mal eine interessante Förderung der Innenstädte

Gestern auf so eine Open Air Messe "LebensArt – Messe für Garten, Wohnen und Lifestyle"
gewesen.
Alles ganz nett, aber bei den augerufenen Preisen bekommste einen Herzstillstand.
Automticgürtel angeschaut...59 € (!) das Stück...nee Danke.
Abends bei Ebay danach geschnüffelt... ahh geht doch... deutlich mehr Auswahl und
15€ für den Riemen inkl. Versand.
Ich glaube nicht das die da was anderes verscherbelt haben?
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