PayPal verweigert dem Händler den Verkäuferschutz bei Kreditkartenbetrug

There are 28 replies in this Thread which has previously been viewed 3,730 times. The latest Post (June 15, 2024 at 10:48 AM) was by bauti.

  • Ich bin jetzt nicht der KK-Typ. Aber m.E. gibt es für KK-Zahlungen im Internet ein 2-Faktor Gedöns mit Namen 3D-Secure. Und m.E. ist das mittlerweile eine Pflichtveranstaltung in der EU.

    Hier wurde anscheinend mit US-Karten in D online eingekauft ohne das 3D-Secure-Verfahren. Das kann doch PayPal nicht einfach ignorieren, ganz egal was der Händler intern einstellen kann. Das ist in der EU Gesetz.

    Oder mache ich da gerade einen Denkfehler ?

  • Das Gesetz ist wohl dafür gedacht um EU Bürger zu schützen, nicht Bürger von außerhalb der EU und auch nicht um Händler zu schützen. Abgesehen davon kann man zB. auch bei Stripe die 2Faktor Authentifizierung auch für Karten aus der EU abschalten. PayPal ist also nicht alleine. Allerdings sollte schon standardmäßig die 2Faktor Authentifizierung aktiviert sein.


  • Wenn der Verkäuferschutz nicht greift bei diesem Paypal Produkt, würden mich die Gebühren interessieren. Diese sollten dann wenigstens auch ähnlich niedrig sein wie bei anderen KK Zahlungsabwicklern. Wenn die normalen PP Gebühren verrechnet werden und es gibt keinen Schutz, ist es eine Frechheit.

    Ich komme auf eine Gebühr von ~ 2,38% für die Transaktion, die PayPal pro entsprechende Kreditkartenzahlung veranschlagt.

  • Tatsächlich steht in den Transaktionen bei Details drin "Verkäuferschutz: Nicht berechtigt".
    Das habe ich mir auch bei unproblematischen Bestellungen mit der Zahlungsart Kreditkartenkauf angesehen.

    Es würde also nur noch übrig bleiben, dass PalPal darauf behaart, dass die Kreditbank zu zahlen hat auf Grund von Kreditkartenbetrug.
    Wenn sich PayPal aber die Mühe nicht machen will, hat man Pech oder muss schauen, wie man PayPal dazu verpflichtet bekommt falls PayPal es nicht eh ist?!

    Natürlich kann man noch auf Fehler von PayPal in deren Vereinbarungen hoffen, aber dass ist eher schwer.

    Was man auf jedenfall machen sollte ist die Zahlungsmethode entfernen.


    Hat meines Erachtens nichts mit Paypal zu tun
    Chargeback gewinnen kannst du als Händler nur, wenn der wirkliche Karteninhaber eine Zahlung vorgenommen hat und ein unberechtigtes Chargeback beantragt.
    Bei einem Kreditkarten Chargeback wegen Diebstahl/Missbrauch/Betrugsfall ziehst du als Händler oft den Kürzeren, weil dies halt meist berechtigte Chargebacks sind. Auch bei Abwicklung von Kreditkartenzahlungen über andere Anbieter.

    Weil du geschrieben hast es waren US-Kreditkarten, eventuell die Konten auch von USA aus registriert, dann wird Paypal vermutlich auch den Standpunkt vertreten, dass es unter US seller protection fällt. Und dort steht auch glasklar drin, dass externe Chargebacks nicht unter Käuferschutz (Seller protection) fallen:
    https://www.paypal.com/sm/cshelp/arti…buyers-help1102

    Scheint auch da einige Verkäufer gegeben zu haben, die von dieser Änderung überrascht wurden:
    https://www.paypal-community.com/t5/Security-an…on/td-p/3114990

    Aber hast ja mittlerweile selbst gesehen, dass diese Zahlungen als nicht berechtigt angegeben sind.


  • Wir bieten seit weit über 10 Jahren PayPal als Zahlungsart in unserem Shop System an und haben im März 2024 einige Bestellungen mit "Kreditkartenzahlung by PayPal" erhalten. Dabei waren Bestellungen von 500 - 5.000 € dabei.

    Nach wenigen Wochen wurden etliche Streifälle bei PayPal geöffnet mit dem Vermerk "Kreditkartenrückbuchung".
    Umgehend haben wir PayPal alle benötigten Daten und Abliefernachweise zur Verfügung gestellt.

    Leider hat PayPal aber jeden einzelnen Fall gegen uns entschieden. In der Hotline wurde mir mehrfach mit Gesprächsaufzeichnung versichert, dass es einen Verkäuferschutz auch bei Kreditkartenzahlungen gibt und dass dieser natürlich auch bei Kreditkartenbetrug greift.

    Wir hatten so einen Fall mal vor ca. 7 Jahren.

    Da hat Frau ABC ein PayPal Konto eröffnet mit der Kreditkarte von Herrn XY. Keine Ahnung woher die Dame die Daten hatte. Frau ABC hat bei uns im Shop für ~700 Euro bestellt und zu der in PayPal angegebenen Adresse liefern lassen. Eine abweichende Adresse wäre bei uns nicht durchs System gekommen. Natürlich wußte Herr XY nichts davon bis er die Abbuchungen auf der Kreditkarte gesehen hat. Anschliessend lies er die Buchungen rückgängig machen. Damit hat PayPal uns die Zahlung ca. 3 Wochen nach der Lieferung wieder abgezogen.

    Bis wir die ganze Geschichte eruiert hatten, hatte Frau ABC die Ware längst weiterverkauft/verschwinden lassen.
    PayPal Kundenservice hat ebenso reagiert wie oben, zugesichert das hier der Verkäuferschutz greift jedoch die Kohle trotzdem nie rausgerückt.

    Wir haben damals Anzeige gegen Frau ABC erstattet wegen Betrug sowie das Inkasso-Büro beauftragt, war natürlich nichts zu holen. Mutter mit 3 Kindern, kein Einkommen usw. Die Polizei dürfte aktiv geworden sein, jedoch weiß ich nicht was rausgekommen ist.

    Unser Anwalt meinte damals man könnte gegen PayPal gerichtlich vorgehen ob sich das jedoch auszahlt wegen der 700 Euro sei fraglich da sich das sicher über mehrere Instanzen und Jahre ziehen würde. Unser Rechtsschutz war von der Idee übrigens auch nicht sehr angetan. Also haben wir damals die Summe abgeschrieben.

    Ich würde gerne mehr helfen, kann jedoch nur meine Erfahrung von damals teilen.

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