Krank ist Krank aber was ist bei euch "zu viel Krank"

There are 38 replies in this Thread which has previously been viewed 1,610 times. The latest Post (January 21, 2024 at 4:05 PM) was by Olikun.

  • Hallo ihr lieben Unternehmer die auch Angestellt haben.

    Es kann natürlich mal passieren, dass ein Mitarbeiter krank ist... dass ist dann leider nun mal so und auch ok... kann ja schließlich mal passieren.

    Aber wann ist bei euch der Zeitpunkt gekommen, wo ihr denkt "mhh sollte ich die weiter beschäftigen?"

  • Kommt auf die Leistung des Mitarbeiters an. Bei Underperformern ist die Zündschnur kurz. Das ist bei der zweiten KM Ende.
    Bei guten Mitarbeitern bin ich nachsichtiger

    Der [linksextreme] (Anm. d. Red.) Administrator hat dir die weitere Nutzungsberechtigung der Avatar-Funktion aus folgenden Gründen entzogen: keine politische Hetze in diesem Forum

  • Ich mag meine Mitarbeiterin eigentlich sehr.
    Im ersten Jahr 2021 war sie zwar auch in den ersten 3 Monaten krank.
    Einmal Zahnarzt ne Woche und dann hatte Sie einmal einen Stich weil sie durch ne Wiese gelaufen ist und der Fuß war dick für ne Woche...
    kann ich eigentlich alles verstehen.

    2022 war dann mal Corona Krank... ok kann man drüber hinweg sehen... Corona eben...

    Jetzt is sie 3 Wochen krank, weil sie sich bei Gartenarbeit in den Finger geschnitten hat... ich gehe davon aus, dass noch ne weitere Woche dazu kommt.


    Die Krankschreibungen stören mich nicht mal so, es sind eher die Tage dazwischen, an denen Sie irgendwelche Termine mit Ihrem Sohn hat.
    Sie hat einen Sohn der ist etwas Verhaltensauffällig (ADHS) und da hat sie sehr oft Termine beim Arzt wegen Untersuchungen und sonst was.

    Auch macht die Schule wo der Sohn hingeht, manchmal eine Woche zu, weil irgendwas von den Lehrern gemacht werden muss und da muss sie 1 Woche zuhause "unterrichten"
    Ist eine Sonderschule und ist dieses Jahr schon 2x vorgekommen.
    Hat aber nichts mit Corona zu tun.

    Sind im Jahr locker 20 Termine bzw. Tage wegen denen Sie nicht auf Arbeit kommen kann (ohne dieses Homescooling eingerechnet)
    Ist aber nur eine Schätzung, hätte ich mir mal alles aufschreiben sollen von Anfang an... vielleicht sind es auch nur 15

    Bin mir echt unsicher was ich mit ihr machen soll.
    Eigentlich macht sie Ihre Arbeit gut... also wenn Sie da ist kann ich mich voll auf sie verlassen.


  • Aber wann ist bei euch der Zeitpunkt gekommen, wo ihr denkt "mhh sollte ich die weiter beschäftigen?"

    In dem von dir geschilderten Fall geht meine Überlegung eher in eine andere Richtung:
    Gibt es einen zweiten Erziehungsberechtigten mit ebenso tollem Arbeitgeber, die auch eine Hälfte des Einsatzes leisten - oder die man dazu bringen könnte, das zu tun?

    Ansonsten: Wer krank ist, ist krank.
    Was zu viel krank ist, hängt von Leistung, aber auch persönlichen Umständen des Mitarbeiters ab. Ich hatte eine Azubine mit verschiedenen chronischen Krankheiten. Da habe ich keinen Moment über eine Kündigung nachgedacht. Wäre ethisch nicht vertretbar und rechtlich nicht durchsetzbar gewesen.

    Ich habe etwas persönlichen Abstand zu den meisten Mitarbeitern (>80 Personen). Wenn es zu viel Krankheit wird und ich vermute, dass der Mitarbeiter sich auch dafür entscheiden könnte, weniger krank zu sein, gibt's ein persönliches Gespräch mit mir, in dem ich meine Sorgen um Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit ausdrücke. Da gehe ich dann teilweise so weit, dass ich in Frage stelle, ob es für den Mitarbeiter gesund ist, bei uns zu bleiben.
    Andere Punkte in dem Gespräch könnten sein:
    - "Deine Kollegen fangen das alles für dich ab und müssen mehr leisten"
    - "Deine Kollegen haben mich schon drauf angesprochen, wir fürchten, dass du etwas ernsteres hast"
    - "Dein Stand im Team verschlechtert sich dadurch, dass du nicht planbar da bist."
    - "Vielleicht ist es besser, du machst mal ein paar Wochen oder Monate komplett Pause. Wir können dir dafür unbezahlten Urlaub anbieten."
    Weiterhin bitte ich in manchen Fällen den Mitarbeiter, seinen Arzt von der Schweigepflicht zu entbinden, damit wir zusammen mit dem Arzt nach einer Lösung für das Problem suchen können.
    Das wirkt wie ein Warnschuss - löst aber i.d.R. keine Trotzreaktion aus. Die Folge war oft (aber nicht immer) eine positive Verhaltensänderung, die Annahme von Hilfe oder eine Kündigung durch den Mitarbeiter.

  • Schwieriges Thema. Ich mache es ähnlich wie Ach. Im Laufe der Jahre entwickelt man auch ein Gefühl dafür und kann ganz gut unterscheiden. Ich habe auch Top-Mitarbeiter, die halt bestimmte Einschränkungen haben, die ich natürlich toleriere.
    Wenn aber 21 jährige, die nach dem Abi mal Geld verdienen wollen bis zum Studium, jeden Tag mehrfach mit handy auf dem WC verschwinden, Montags gerne krank sind und auch sonst öfters fehlen wegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit, dann entferne ich die ganz schnell. Das geht in meinem Falle natürlich nur in den ersten 6 Monaten, da steht hier jeder auf der Beobachtungsliste.
    Der Horror ist halt, wenn man sich jemanden einfängt, der sich 6 Monate zusammen reißt und dann Business as usual beginnt.
    Die meisten wissen aber nicht, dass der Kündigungsschutz erst nach 6 Monaten greift (ich denke, das ist für deinen Fall eh nicht relevant) und fangen dann gern schon nach 3 Monaten Probezeit an, "normal" zu werden. :-}
    Hatte ich auch schon, 3 Monate super, dann sofort die Krankmeldung für viele, viele Wochen wegen Psyche. Da hat also jemand nur eine Arbeitsstelle gesucht, um dann mit Bezahlung krank sein zu können. Tut mir auch leid für diejenige, aber ich kann mir das einfach nicht leisten. Manchmal muss man dann halt einsehen, dass man nicht arbeitsfähig ist und das nicht auf dem Rücken des Arbeitgebers ausleben.

  • Das ist ein ganz individuelles Thema bei dem man sicherlich auf sein Bauchgefühl hören muss.
    Bei der Gartenarbeit in den Finger einschneiden und dann mehre Wochen fehlen finde ich schon fast grenzwertig. Das muss schon ein sehr tiefer bzw. großer Schnitt gewesen sein?
    Auch für die Fehltage wegen dem kranken Kind würde ich besprechen. Auch die Unterrichtung Zuhause kann ich ehrlich gesagt nicht ganz glauben.

    Ich selbst habe aber auch eine Mitarbeiterin die super ins Team passt aber schon mehrfach schon Pech hatte bei schweren langen Krankheiten. Eine Kündigung wäre mir aber nie in den Sinn gekommen.

  • Es ist halt auch Charaktersache, wie Arbeitnehmer mit einer AU umgehen. Viele sagen dann: der hat mich 2 Wochen krank geschrieben. Jo. Man muss sich das ja aber nicht so vorstellen, dass der Arzt die Augenbrauen hochzieht, nachdem er auf den Finger geschaut hat und sagt: Sie MÜSSEN jetzt zu Hause bleiben!
    Man kann mit einem Finger im Verband trotzdem guten Willen zeigen und zur Arbeit kommen, wenn es dann nicht geht, dann geht's halt nicht. Viele behaupten auch, man dürfe mit einer AU nicht arbeiten, was natürlich auch Quatsch ist.
    Dieses Verhalten, dass eine AU in Stein gemeißelt ist und man sie nicht verhindern konnte, das ist das, was mich am meisten stört. Ich habe jetzt eine Schwangere, meine beste Kraft am Packtisch. Der Frauenarzt hatte ihr ein Beschäftigungsverbot angeboten. Da meinte sie, nee, Moment, muss ich erst mit meiner Chefin besprechen, ich will ja irgendwann auch wieder kommen!
    Das fand ich toll. Natürlich habe ich dann selbst das Beschäftigungsverbot ausgesprochen und in die Wege geleitet, schwanger am Packtisch ist wirklich scheisse. Aber das ist ein Beispiel von jemandem, der nicht ohne Grund zu meinen besten Mitarbeitern zählt.

  • Wenn jemand tatsächlich krank ist, dann ist er krank. Da lass ich jetzt auch niemanden hängen. Ich krieg ja auch meine U1 Erstattung und nach 6 Wochen gibts ja Krankengeld.
    Ich hatte eine junge Mitarbeiterin, bei der das anders war. Am Ende hat sie dann nicht mal mehr angerufen, sondern ist einfach nicht gekommen und das noch in der Weihnachtszeit. Da hab ich ihr gekündigt und sie freigestellt. Dann hat sich herausgestellt, dass sie schwanger ist. Naja, Beschäftigungsverbot, dann drei Jahre Elternzeit. Am Ende der Elternzeit habe ich noch mal ein Gespräch mit ihr geführt und sie ist jetzt immer noch da. Kann jetzt nicht mehr über sie meckern, ist eine super Mitarbeiterin. Vielleicht ist es dann doch so, dass bei einigen Leuten die Elternschaft sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt. Oder sie ist einfach nur erwachsen geworden.

  • Muss ich vielleicht ergänzen: Hier gibts meistens keine Umlage. Wir zahlen den Mitarbeiter aus eigener Tasche weiter. Mit Umlage ist es deutlich einfacher, den Mitarbeiter mal krank sein zu lassen.

    Quote

    Viele behaupten auch, man dürfe mit einer AU nicht arbeiten, was natürlich auch Quatsch ist.


    Richtig, da ist viel Irrglaube in der Welt. Ich hatte auch schon den Fall, dass jemand trotz AU zur Arbeit erschienen ist und dann fast von seinem Vorgesetzten nach Hause geschickt wurde, weil er doch nicht arbeiten dürfe.
    Er hat sich dann zum Glück bei mir beklagt, dass er arbeiten wolle und ich konnte das aufklären :D

  • Die Umlage gibts halt ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl nicht mehr. Sonst wäre mir sowas auch fast egal.
    Und bis 6 Wochen lassen diese Kandidaten, von denen wir hier sprechen es ja gar nicht kommen.

  • Wenn jemand mehrere Monate krank ist, braucht man keine Umlage, dann greift ja das Krankengeld nach 6 Wochen. Die Umlage greift ja nur bei Krankmeldungen unter 6 Wochen. Oder was genau meinst du?


  • Wenn jemand tatsächlich krank ist, dann ist er krank. Da lass ich jetzt auch niemanden hängen. Ich krieg ja auch meine U1 Erstattung und nach 6 Wochen gibts ja Krankengeld.
    Ich hatte eine junge Mitarbeiterin, bei der das anders war. Am Ende hat sie dann nicht mal mehr angerufen, sondern ist einfach nicht gekommen und das noch in der Weihnachtszeit. Da hab ich ihr gekündigt und sie freigestellt. Dann hat sich herausgestellt, dass sie schwanger ist. Naja, Beschäftigungsverbot, dann drei Jahre Elternzeit. Am Ende der Elternzeit habe ich noch mal ein Gespräch mit ihr geführt und sie ist jetzt immer noch da. Kann jetzt nicht mehr über sie meckern, ist eine super Mitarbeiterin. Vielleicht ist es dann doch so, dass bei einigen Leuten die Elternschaft sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt. Oder sie ist einfach nur erwachsen geworden.


    Vielleicht hatte sie auch schon mehrere Versuche schwanger zu werden oder Abbrüche. Die Phase "schwanger werden" und "schwanger bleiben" ist für viele Frauen eine heikle Angelegenheit. Dass man beim ersten positiven Schwangerschaftstest nicht sofort den AG anruft obwohl man eigentlich müsste, ist eigetnlich auch klar.

  • Vielleicht hatte sie auch schon mehrere Versuche schwanger zu werden oder Abbrüche. Die Phase "schwanger werden" und "schwanger bleiben" ist für viele Frauen eine heikle Angelegenheit. Dass man beim ersten positiven Schwangerschaftstest nicht sofort den AG anruft obwohl man eigentlich müsste, ist eigetnlich auch klar.

    Nee, aber man muss sich trotzdem melden und Bescheid sagen, dass man nicht zur Arbeit kommt. Das ist ja wohl das Mindeste und natürlich die Pflicht des Arbeitnehmers. Denn, surprise, surprise, die haben nicht nur Rechte.


  • Wenn jemand mehrere Monate krank ist, braucht man keine Umlage, dann greift ja das Krankengeld nach 6 Wochen. Die Umlage greift ja nur bei Krankmeldungen unter 6 Wochen. Oder was genau meinst du?

    So, wie du sagst. Aber bei ein, zwei Krankentagen ist das ja den Aufwand nicht wert.

  • Quote

    Vielleicht hatte sie auch schon mehrere Versuche schwanger zu werden oder Abbrüche. Die Phase "schwanger werden" und "schwanger bleiben" ist für viele Frauen eine heikle Angelegenheit. Dass man beim ersten positiven Schwangerschaftstest nicht sofort den AG anruft obwohl man eigentlich müsste, ist eigetnlich auch klar.

    Ne, sie hatte keine Versuche, sie war von der Schwangerschaft sehr überrascht. Das war auch ihre Begründung, warum sie sich nicht gemeldet hat. Schockstarre....

  • Dass man beim ersten positiven Schwangerschaftstest nicht sofort den AG anruft obwohl man eigentlich müsste....

    Das ist im §15 Mutterschutzgesetz eine Soll-Vorschrift, kein Muss.

    Es ist aber natürlich im eigenen Interesse der Schwangeren möglichst früh geschützt zu werden. Ich würde das spätestens erwarten, wenn nach ca. 12 Wochen der Geburtstermin auf einem ärztlichen Attest genannt werden kann.

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