Erfahrungswerte zu abgelehnter Reklamation

There are 3 replies in this Thread which has previously been viewed 956 times. The latest Post (June 2, 2023 at 7:57 PM) was by Krosser87.

  • Hey,

    ich bräuchte mal einen kurzen Ratschalg, ob von meiner Seite alles richtig gelaufen ist.
    Es handelt sich um ein elektronisches KFZ Bauteil.

    - Kunde bestellt im Januar Ware und erhält diese auch ordnungsgemäß im genannten Lieferzeitraum.
    - Kunde reklamiert um Mai, dass die Ware inzwischen defekt sei (ich bitte um Einsendung zur Überprüfung)

    Vorhin ist das Bauteil bei mir eingegangen, zu sehen ist, dass an der + Verbindung eindeutig eine Verpolung stattgefunden hat, quasi saß der Kontakt nicht korrekt und der Strom hat an dieser Stelle immer übergeschlagen.
    Weiterhin ist der vordere Teil stark zerkrazt und verbeult, dies wurde bei der Reklamation nicht beanstandet, auch nicht im Januar.


    Ich habe dem Kunden jetzt Bilder von dem Bauteil geschickt und die Reklamation abgelehnt, da meiner Meinung nach das Teil nicht korrekt verbaut war, auch wenn es sich nur um 2 Kabel gehandelt hat.

    In der ersten Email wurde mit jetzt mit negativer Bewertung gedroht, dieser entgegnete ich, dass ich dagegen vorhehen werden, wenn das ganze nicht sachlich korrekt ist.

    Es ging dann noch 2-3 Email hin und her, wo ich meiner Meinung nach ebenfalls unsachlich diffamiert wurde.


    Jetzt zu meiner eigentlichen Frage:

    Da der Kunde das Bauteil zurück möchte und mir bereits eine Frist genannt hat, habe ich ihm geschrieben, dass der die Portokosten zu tragen hat, da ich diese aus genannten Gründen nicht aus Kulanz tragen werde.

    Normalerweise sende ich sowas zu meiner Entlastung auf meine Kosten zurück, dass ist mir bei dem Kollegen hier aber zu blöd.

    Bin ich gesetzlich dazu verpflichtet die Kosten für die Rücksendung zu tragen? Oder war meine Handlung korrekt, dass er die Kosten tragen muss?

  • Der Beitrag ist von 2016, aber vielleicht hilfts ja: https://www.ra-rehfeldt.de/2016/01/19/tra…er-muss-zahlen/.

    "Stellt sich im Nachhinein heraus, dass kein bzw. ein nicht im Verantwortungsbereich des Unternehmers liegender Mangel vorliegt, können die Kosten unter Umständen vom Kunden zurück verlangt werden. Dies setzt in der Regel aber einen klaren und eindeutigen Hinweis voraus. In AGB dürfte dieser Hinweis grundsätzlich jedoch nicht ausreichen."


  • Vorhin ist das Bauteil bei mir eingegangen, zu sehen ist, dass an der + Verbindung eindeutig eine Verpolung stattgefunden hat, quasi saß der Kontakt nicht korrekt und der Strom hat an dieser Stelle immer übergeschlagen.

    Nein es ist leider nicht alles richtig gelaufen. Für mich als Elektrotechniker ist die Befundung schwer nachvollziehbar, für den Kunden, wenn er vom Fach ist, evtl. auch, daher vermutlich die zusätzliche Verärgerung.

    Eine Verpolung stellt eine Leitervertauschung dar, z. B. Plus- und Minuspol wurden vertauscht. Solche Phänomene werden für gewöhnlich über eine Schutzdiode abgefangen. Überschläge bei Wackelkontakten gehen physikalisch immer von der Spannung aus und werden vom Strom aufrecht erhalten, daher der Begriff Überschlagsspannung und Störlichtbogenstrom.

    Was du jetzt beschreibst, ist aber ein mangelhaft gesteckter Steckverbinder an der Plusverbindung, der zu einer schlechten Kontaktgabe und Störlichtbogenbildung geführt hat. Eine Sichtprüfung zeigt Farbveränderungen und Brandspuren an den veredelten Metalloberflächen, die auf eine thermische Überlastung schließen lassen. Da es sich bei Steckverbindern im Automotive-Bereich um selbstreinigende Kontakte handelt, kann das vorliegende Schadensbild nicht alleinig mit hohen Übergangswiderständen begründet werden. Am Steckergehäuse ist eine Rastnase ausgebildet, sodass eine vibrationsbedingte lockere Steckverbindung ebenfalls ausscheidet, sodass sich nach alledem das typische Schadensbild einer nicht ordentlich verriegelten und damit vom Kfz-Mechatroniker nicht fachgerecht ausgeführten Steckverbindersteckung zeigt.

    Eigentlich wäre das Thema besser im Labor des Herstellers angesiedelt. Gibt es diesbezüglich keine Unterstützung?

  • Da es sich bei Steckverbindern im Automotive-Bereich um selbstreinigende Kontakte handelt, kann das vorliegende Schadensbild nicht alleinig mit hohen Übergangswiderständen begründet werden. Am Steckergehäuse ist eine Rastnase ausgebildet, sodass eine vibrationsbedingte lockere Steckverbindung ebenfalls ausscheidet, sodass sich nach alledem das typische Schadensbild einer nicht ordentlich verriegelten und damit vom Kfz-Mechatroniker nicht fachgerecht ausgeführten Steckverbindersteckung zeigt.


    Die Verbindung wird mit handelsüblichen Flachsteckern (Kabelschuhe) hergestellt und hier muss auch der Fehler liegen, da wie du schon sagtest ,,Verbrennungen,, entstanden sind.

    Es ist deutlich zu erkennen, wie der + Pol verbrannt ist und der - Pol neuwertig aussieht.

    Weiterhin wurde auf das Bauteil mechanisch eingewirkt, da auch der Vorderseite Beulen und Kratzer sind.

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