Selbst etwas produzieren lassen - aber keine Erfahrung

There are 11 replies in this Thread which has previously been viewed 589 times. The latest Post (February 16, 2023 at 6:06 PM) was by vbc.

  • Ich muß vorausschicken:
    Ich bin seit ewig "nur" Händler, habe NULL Ahnung von Produktion und solchen Dingen.

    Aufgrund meiner Handelstätigkeit kenne ich aber manchmal Produkte die nicht mehr hergestellt werden, die aber noch eine gewisse Nachfrage aufweisen.

    In meinem Kopf geistert immer wieder der verrückte Gedanke herum, solche Produkte doch mal nachzuproduzieren und selbst zu vermarkten.

    Als Beispiel hier ein Foto eines Beispielprodukts:
    https://i.ebayimg.com/images/g/3XEAAOSwnRpflngG/s-l1600.jpg
    https://i.ebayimg.com/images/g/TsUAAOSwrptflngH/s-l1600.jpg
    Ist eine Luftführung von einem 30 Jahre alten Opel. Kunststoffteil etwa 40x20 cm.

    Ich hätte von dem Produkt keinerlei Baupläne, keine Skizzen. Ich hätte bloß das Teil selbst.

    Vor allem das Thema KOSTEN wäre mal interessant.
    Ich nehme an, dass die Stückkosten wohl gering sind. Also wohl kein großer Unterschied besteht ob man 50 oder 5.000 Stück produzieren läßt.
    Aber vermutlich sind die Grundkosten, also bis das erste Stück produziert wird, erheblich.

    Mir fällt auf dass es vereinzelt POLNISCHE und TÜRKISCHE Händler (Produktion vermutlich ebendort) gibt die in diesem Segment tätig sind.
    Ich VERMUTE daher, dass es in solchen Ländern Produktionsstätten geben könnte, die auch solchen Kleinschei** angreifen.

    Vielleicht mag hier jemand einwenig Lichts ins Dunkel bringen?

    PS: Mir geht es hier NICHT um rechtliche Belange (Designschutz...), sondern bloß mal um die Frage der Produktion

  • Ich bin absolut niemand vom Fach, habe nur immer mal wieder mit reingelesen.Hier gibt es sicher mehre Personen die dir ordentliche Auskunft geben können.

    Aber Wie du schon gesagt ist der Stückpreis allgemein weniger das Problem. Bei Kunststoffteilen ist das Werkzeug / Form das "Problem".
    Der "übliche" Vorgang ist wohl Sprizguss ( gibt aber verschiedene andere Möglichkeiten, je nach Material und den Anforderungen des Produkts).

    Die Kosten des Werkzeugs beginnen wohl für extrem simple und kleinste Teile bei mind. 1.000$ . Kann dann je nach Komplexität ( Kanten, Ecken, Aussparungen, Größe allgemein ungünstige Form usw.) und Material des Werkzeugs ( es nutzt sich halt ab und beschränkt damit die maximale Stückzahl, billigste ist wohl Alu mit irgendwas von einigen hundert bis wenige Tausend Zyklen andere schaffen dann vielfache davon ) sowie die Anzahl der "Slots" ( kenne jetzt den Fachbegriff nicht, also wieviel Einheiten gleichzeitig in einem "Schuss" produziert werden) stark variieren. Pi mal Daumen soll man wohl grob mit 10.000 $ rechnen. Kann natürlich je nachdem auch viel viel teurer werden.

    Derjenige wo ich mich eingelesen hatte ( war US-Amerikaner) meinte wohl das man durch die Herstellung der Form in China ca 30% gegenüber einem US Hersteller einsparen könnte. Natürlich mit den üblichen Fallstricken ( IP und ob beispielsweise der Produzent das Teil dann bei einer Beendigung der Partnerschaft wieder herausgibt)
    Denke die Einsparungen kann man evtl. hier von Deutschland gegenüber der Türkei usw. sicher ähnlich einschätzen.


    https://qualityinspection.org/plastic-injection-molding-videos/
    Auf seiner Website kannst du mal durchschauen "Molding" "Moulds" sind da ganz gute Suchbegriffe. Da hatte er früher ein paar nette Blogposts zu die immer ganz informativ waren. Ist halt stark auf China bezogen aber der Prozess ist ja überall gleich.
    Ich fand den Autor dort nur immer schon sehr gut da er zumindest den Eindruck von echter Kompetenz macht, wirklich aus der Industrie kommt und nicht nur mit irgendwelchen Buzzwords um sich haut wie viele der "hippen und modernen" Sourcing / China / Private Label Möchtegerngurus".

    Edited once, last by Navu (February 9, 2023 at 5:05 PM).

  • Ich werfe mal in den Raum: Designschutz für alle sichtbaren Kfz-Ersatzteile

    Da verstehen die Hersteller oder auch die ursprünglichen Designer wohl gar keinen Spaß.

  • Ich habe mit sowas mal etwas Geld verbrannt, aber überschaubar.

    Neufertigung eines Griffes eines älteren Fahrzeuges. In Absprache mit dem Fahrzeughersteller auch kein Problem, die hatten sogar eins davon bei sich in der Qualitätskontrolle da sie es dann über ihre ihre "Tradition" Plattform sogar anbieten wollten, aber ich konnte den Preis nicht erreichen, den sie max / Stück hätten bezahlen wollen.
    Dazu hat dann noch ein anderer den Griff mit allen zusätzlichen Anbauteilen auf den Markt geworfen, da war ich dann doppelt zu teuer.

    Gibt aber gerade in dem von dir angesprochenen Bereich durchaus viel Nachfrage und mittlerweile viele Kleinserien-Prodzenten (findet man viel auf Insta).
    Speziell im Bereich Embleme / Schriftzüge kenne ich auch ein paar, die wirklich qualitativ super Sachen machen zu fairen Preisen.

    Wollte auch mal Befestigungsclips produzieren lassen, aber die Werzeugkosten im Kunststoff Spritzguss waren echt enorm.
    Bei der Luftführung sehe ich aber die Machbarkeit im 3D Druck durchaus als mach- und bezahlbar.

    Und Designschutz ist da tatsächlich kein großes Thema, eher im Gegenteil dass sich die Hersteller (einige weiß ich definitiv) freuen, wenn sie ihren Kunden die Teile noch anbieten können.

  • Ich glaube den Fachbegriff für sowas ist "Entfallteiledienst".

    Die Firma Gutsche GmbH http://www.vw-entfallteiledienst.eu/ hat sich für VW und Audi spezialisiert und bauen immer wieder Kleinserien nach und kennen da viele Produzenten.

    Wende Dich an die, Fragen kostet nichts. Der eine Gründer (Norbert) war früher mal ein Kunde von mir. Aber das ist auch schon etwa 15 Jahre her.

    “Klar kann ich das! Ich hab's nur noch nie gemacht.”

  • monami
    Einen einheitlichen Fachbegriff gibt's dafür nicht, kann man nennen wie man möchte :)

    Gutsche scheint etwa das selbe zu machen wie z.B. VW-Classic-Parts.
    Daher einerseits alte Ware ("NOS") billig zusammenkaufen und zu horten, andererseits auch bisschen Gebrauchtzeug als Ergänzung, und sonst bei Nachbauherstellern Ware zu ordern. Tatsächlich selber produzieren tun die ziemlich sicher nix.

    Es gibt noch ein paar weitere Player in diesem Segment, wobei sich diese alle eher auf die luftgekühlte Ära bzw. auf Fahrzeuge bis max. 70er/früher 80er Jahre beschränken.


  • Tatsächlich selber produzieren tun die ziemlich sicher nix.

    VW CP ist eine Tochter von VW, die bekommen daher entfallene Teile vom Mutterkonzern und lassen auch selbst produzieren, wie aber auch dazukaufen.
    Gutsche hat auch eine Menge NOS Teile, aber teilweise auch unter deren Marke, da es damals einen großen Streit mit VW gab.
    Ansonsten gibt es noch durchaus eine Menge an playern am Markt, die selbst produzieren (lassen), auch für den wassergekühlten Bereich.

    Opel hatte auch mal eine offizielle Classic Schiene, die sogar selbst bei ebay verkauft haben, finde ich jetzt aber nicht (mehr?). Dann gibt es solche wie reprotec, die viel für Opel machen und und und. JP, topran, etc. kennt man ja eh.

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