Betriebskosten einer Kasse

There are 12 replies in this Thread which has previously been viewed 4,763 times. The latest Post (May 17, 2022 at 6:47 PM) was by Wollomo.

  • Moin moin,
    wir haben die Anzahl unserer Kassen von drei auf zwei reduziert - und am liebsten würde ich ganz runter auf eine.

    Grund: Ich habe mir Gedanken um die kalkulatorischen Betriebskosten der Kasse gemacht.

    Offensichtliche Betriebskosten:
    - Strom, Lizenz für Kassensoftware & TES, Mietkosten EC-Gerät

    Weniger offensichtliche Betriebskosten:
    - zumeist auf eine weitere Lizenz für das WWS

    Der größte Batzen steckt aber in den kalkulatorischen Kosten, die so direkt nie in der Fibu auftauchen:
    - 25x20=500 Mitarbeiterminuten monatlich für Kassenabschlüsse (einmal tägliche Zählung durch zwei Personen, Dauer zehn Minuten). Wer untertägig zweimal oder mit nur einer Person oder schneller/langsamer zählt, muss andere Werte ansetzen).
    - Platzverlust, der ansonsten für eine Mittelgondel mit insgesamt ca. 6 Regalmetern Ware reicht (zwei Meter lange Mittelgondel mit zwei Kopfgondeln), oft sogar mehr, wenn für die Kasse eine bestehende Mittelgondel früher enden muss oder ganz verhindert wird. Und das typischerweise am "besten Platz" im Laden.
    - mindestens 50 weitere Buchungssätze pro Monat (25x bar + 25x EC. Je nach Konstellation extra-Buchungen für weitere Zahlarten)


    Schließlich:
    - Je weniger Kassen, umso besser lassen sich Kundenströme in der Vorkassenzone an attraktiven Mitnahmeangeboten entlang kanalisieren.

    Fazit und Empfehlung:
    Kassenbetrieb ist sauteuer.
    Jeder, der mehr als eine Kasse hat, sollte sich einmal die "wahren Kosten" jeder Kasse kalkulieren und dann nochmal über eine Reduzierung der Anzahl der Kassen nachdenken.

    Teillösung:
    In frequenzschwachen Zeiten die zweite Kasse auf EC-Only umstellen. Haben wir so im Sommer gemacht und wird von den Kunden akzeptiert. Spart zumindest das Geldzählen abends.

  • Nur eine Kasse würde bei uns im Laden in Heidelberg niemals funktionieren. Die Leute müssten ewig warten, würden den Kauf wahrscheinlich sogar abbrechen, sie würden sich vor der einen Kasse knubbeln und niemand könnte mehr die Verkaufsfläche für Einkäufe nutzen, weil überall Menschen ständen. Von daher wäre das für mich eine absolute Milchmädchenrechnung.

  • Japp, aus dem Grund brauchen wir auch die zweite Kasse. Mit einer schaffen wir die Frequenz nicht. Die dritte konnten wir aber tatsächlich einsparen und dadurch unser Sortiment erweitern.

    Zwischendurch eine Kasse nur für EC zu machen, funktionierte aber gut. Abends kein Zählen und keine Differenzen (und insgesamt ein schnellerer Kassiervorgang) sind auch schon kleine Gewinne.

  • Für mich ist das auch eine Milchmädchenrechnung. Die Vorteile einer eingesparten Kasse sind mir bewusst (weniger Buchungen, weniger zählen, mehr Platz und Co.) aber du darfst die Kunden nicht aus dem Blick verlieren!
    Wir haben insgesamt 7 Kassen, 2 Kassen sind davon eigentlich nur am Freitag und Samstag sowie an den Tagen vor den Feiertagen voll im Einsatz. Es wird aber immer wichtiger die Kunden schnell und zufriedenstellend zu bedienen - ja bedienen, nicht kassieren! Das ist natürlich auf den ersten Blick deutlich unattraktiver, bindet aber auf Dauer Kunden.
    Mittlerweile reagieren, zumindest bei uns, Kunden doch recht schnell nervös wenn es nicht so schnell geht wie sie sich das wünschen.


  • Mittlerweile reagieren, zumindest bei uns, Kunden doch recht schnell nervös wenn es nicht so schnell geht wie sie sich das wünschen.

    Und ich finde, dass man dies den Kunden abgewöhnen muss. Ich komme selber ursprünglich aus dem Handel. Und natürlich nervt es, wenn zu wenig Kassen offen sind. Dennoch hat das oft Gründe (nicht immer nur Einsparungen!). Und hier dann sich mit anderen Kunden kabbeln, die Kassierer/innen angehen etc. geht gar nicht. Ich selber habe mir vorgenommen das einfach hinzunehmen. Ich kann es doch eh nicht ändern und ob ich jetzt 2 Minuten oder 10 Minuten warte... Dann ist das eben so.

    Zum Thema selber: Ich denke wir müssen uns in der Zukunft immer mehr an Selbstscankassen gewöhnen. Diese sparen Personal (siehe IKEA, Hornbach etc..) und ich als Kunde nutze die tatsächlich gerne. Da stresst mich keiner, der mir von hinten in den Nacken atmet (selbst in Corona Zeiten!!!), weil er / sie / es die Sachen auch aufs Band legen möchte...

    Hast Du Dir dahingehend schon einmal Gedanken gemacht? Natürlich nehmen diese Kassen erstmal wieder mehr Platz in Anspruch...

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  • oder 10 Minuten warte... Dann ist das eben so.


    Dann ist das aber auch so, dass mich dieser Laden nicht wieder sieht, wenn das regelmäßig passiert. Die Wartezeit an den Kassen ist bei mir eines der Kriterien, nach denen ich mir die Läden aussuche. Deswegen gehe ich z.B. selten bei mir zum Penny. Die haben meist nur eine Kasse auf während beim EDEKA oder Lidl dann die Auffüller gerufen werden und schnell weitere Kassen öffnen.

  • 10 Minuten warten - oh je. Da hätte ich als Kunde auch keinen Bock drauf. Das mache ich nur, wenn der Laden wirklich Dinge hat, die ich nirgendwo anders bekomme oder wenn ich sehe, dass es wirklich nicht anders geht, weil schon alle Kassen geöffnet sind.
    Selbstscannerkassen finde ich ganz furchtbar und meide sie, wo es nur geht. Ich fühle mich ständig beobachtet von der Aufsichtsperson, die ja irgendwo rumsteht und wie ein Dieb. Ständig bin ich darauf gefasst, dass mich jemand nach Verlassen des Selbstscanbereiches kontrollieren möchte und meist ist das Ganze noch nicht mal selbsterklärend. So unterschiedlich sind die Sichtweisen.

  • Ich liebe Selbstscankassen. Wenn man einmal weiß, wie die in dem jeweiligen Laden tickt, dann funktioniert das super. Bei uns wird man bei EDEKA inzwischen auch nicht mehr beobachtet.

  • Selbstscankassen sind natürlich noch sparsamer :)

    Ist bei uns systematisch nicht sinnvoll, sonst hätte ich die schon als Ergänzung laufen.

    Quote

    Es wird aber immer wichtiger die Kunden schnell und zufriedenstellend zu bedienen - ja bedienen, nicht kassieren!


    Das war auch bei uns ewig der Grund, warum wir mehr Kassen hatten. Und das wichtigste Argument, das gegen die Reduzierung sprach.

    Jetzt ist die Grundregel: Bedient wird auf der Fläche, am Regal, an der Ware. Dort soll alles in die Wege geleitet werden, dass an der Kasse nur noch abkassiert und nicht mehr bedient werden muss. Bei großen Einkäufen schreibt der Verkäufer schon auf der Fläche die Verkaufsrechnung, an der Kasse wird dann nur noch der Beleg gescannt und kassiert.

    Dadurch hat sich der Kassiervorgang beschleunigt. Selbstbedienungskunden sind schneller durch, weil sie in der Kassenschlange nicht mehr auf Bedienungskunden warten müssen. Jeder Kunde hat jetzt sein Tempo und nicht mehr das Tempo des langsamsten Kunden, der mit ewigem Bedienungsbedarf die Kasse blockiert.

    Ist das gleiche Prinzip wie bei der Systemgastronomie, die auch Auftragsannahme und Bezahlung/Essensausgabe getrennt hat.

  • Zum Thema selber: Ich denke wir müssen uns in der Zukunft immer mehr an Selbstscankassen gewöhnen. Diese sparen Personal (siehe IKEA, Hornbach etc..) und ich als Kunde nutze die tatsächlich gerne. Da stresst mich keiner, der mir von hinten in den Nacken atmet (selbst in Corona Zeiten!!!), weil er / sie / es die Sachen auch aufs Band legen möchte...

    Hast Du Dir dahingehend schon einmal Gedanken gemacht? Natürlich nehmen diese Kassen erstmal wieder mehr Platz in Anspruch...

    Du wirst lachen aber das habe ich gerade sehr akut auf dem Schirm. Am Wochenende stand ein Messebesuch an und ich konnte mich von drei verschiedenen Systemen überzeugen. Das wäre sogar ein zusätzlicher kleiner Laden am derzeitigen Standort. Ich habe bereits gestern mit den rechtlichen Dingen begonnen. Ich werde mich hier in einen Graubereich bewegen wenn 24/7 geplant ist. In Bayern sind die Landschlussgesetzte leider ziemlich strikt und lassen für solche Angebote nur 24/6 (Sonntag geschlossen) zu. Ich bewege mich jedoch in einer Schiene (frische Lebensmittel incl. sehr hoher Anteil an eigenerzeugten Produkten) bei der der es dann doch nicht so eindeutig ist und evtl. auch ein 24/7 möglich sein könnte.
    Wir haben bereits 5 Verkausautomaten (3 könnten dann ersetzt werden), die gerade in der Nacht + am Wochenende richtig brummen. Wenn man das angebotene Sortiment dann deutlich erweitern könnte, wäre das sehr gut.

    Selbstscannkasse im eigentlich Laden halte ich für schwieriger umzusetzen. Unser Landkreis ist recht strikt mit dem Thema Jugendschutz und Alkohol. Das wäre ein sehr schmaler Grad SB Alkohol anzubieten (auch mit Alterskontrolle durch Bankkarte). Natürlich könnte man diese Artikel auch sperren, dann wird das jedoch irgendwie recht unübersichtlich.

    Die Technik ist übrigens relativ günstig und mittlerweile sehr weit entwickelt.


  • Stimmt, das sieht man hier beim örtlichen Expert auch. Das funktioniert eigentlich auch recht gut, auch wenn ich manchmal nicht verstehe warum man unbedingt eine große Rechnung benötigt und der Mitarbeiter ewig im System nach meinen Namen suchen muss.

    Das funktioniert bei deinen Artikeln sicherlich auch sehr gut, bei unseren Lebensmitteln dann doch leider nicht mehr. Der Kunde möchte einfach eine kleine Info zum Produkt oder zwei Sätze persönlichen Kontakt.

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