Umweltministerin Schulze plant Verbot von Plastiktüten in Läden

There are 182 replies in this Thread which has previously been viewed 80,694 times. The latest Post (February 28, 2023 at 7:50 AM) was by Technokrat.

  • Quote from Tagesschau

    Der Verbrauch von Plastiktüten ist hierzulande bereits zurückgegangen, doch Umweltministerin Schulze reicht das nicht: Einer Zeitung sagte sie, dass ihr Ressort ein Gesetz für ein Verbot von Plastiktüten vorbereite.
    ...
    Eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handel zur Verringerung der Tüten sei bereits sehr erfolgreich, seit 2016 sinke der Verbrauch deutlich. "Das sichern wir jetzt mit dem Verbot ab", so Schulze.

    Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/schulze…verbot-101.html

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  • Frau Schulze ist lustig.
    Wir haben hier, wie fast alle, eine Ölheizung.

    Gasanschkuss hat das Haus nicht, Wärmepumpe funktioniert ebenso nicht überall und ein paar hundert Quadratmeter Altbau vollelektrisch zu heizen ist nicht nur unbezahlbar, sondern zudem ökologischer Unsinn.

    Und nein: auch eine Luft-Wärme-Pumpe macht keinen Sinn, wenn man kein neues Niedrigenergiehaus mit Fußbodenheizung besitzt. Normale Heizkörper bekommt Sowas garnicht warm, dazu brauchts entsprechende Vorlauftemperaturen...

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  • Ich bin auch darüber gestolpert, weil wir auch eine Ölheizung haben. Per Gas geht ebenfalls nicht. Allerdings würde das soweit ich weiß nur Neubauten betreffen, dann gäbe es vermutlich zig Ausnahmereglungen, um soziale Härten zu vermeiden und am Schluss verpufft es.

    Sinnvoller wäre vielleicht die geförderte Modernisierung bestehender Heizungen und ein langfristiges Konzept für Neubauten. Unsere wird so langsam dafür fällig, da hilft leider auch kein Gesetz dagegen :)

  • Das ist doch alles völlig planlos... Kein Konzept dahinter.

    Dann kauf ich eben meine siebenundvierzigste Stofftasche wenn ich wieder mal beim Einkaufen bin und keine Tasche dabei hab und füg sie zu Hause meiner Sammlung hinzu. Ob das umweltfreundlicher ist, bezweifle ich irgendwie.

    Was mich völlig verückt macht - genauso wie bei dem Trinkhalmverbot ist der Zusammenhang mit der Meeresverschmutzung der da hergestellt wird. Die Preisfrage ist doch dann - wie kommt meine Plastiktüte ins Meer wenn ich sie in Wirklichkeit in den Gelben Sack gesteckt hab? Und wenn wir jetzt die Plastiktüte verbieten - ist ja schön. Aber ich vermute mal das mein Joghurtbecher, die Milchtüte und die Käseverpackung auch dort gelandet sind. Oder gibts da irgendeinen Trinkhalm und Plastiktütenfetischisten der exakt diese zwei Gegenstände aus dem Müll raussucht um sie dann im Meer zu versenken?

  • Zugegeben, persönlich nerven mich die Stofftaschen auch viel mehr als Plastiktüten. Letztere kommen wie bei Koshop halt in den gelben Sack und gut ist. Für Stofftaschen gibt es eine Schublade, die eben immer voller wird. Ich hatte da eher an die Parkplätze gedacht, wo es kein Problem ist, z.B. einen klappbaren Korb im Kofferraum zu haben.

    Wir sammeln das Zeug ja brav und stecken das in vorgesehene Säcke. Ist das überall so? Ich hab´s auch erlebt, dass man eben ein Loch gräbt, und wenn das voll ist, fackelt man das ab. Und über den Fluss ist dann doch wahrscheinlich auch geschickt. Also jetzt bezogen auf die Trinkhalme - das sind ja zwei Baustellen, EU und SPD :)

    "Wir sollten zum Beispiel sagen: Für die nächsten zehn Jahre helfen wir euch beim Umrüsten alter Ölheizungen, danach sind sie komplett verboten. Anders wird es nicht gehen. Nur die Appelle an die Vernunft genügen nicht."

    Das ist ja noch im Zustand des ungelegten Eies (?). Ich hab da gar kein persönliches Interesse, weil hier bei uns die Ölheizung den Zeitpunkt der Modernisierung bestimmt, nicht irgendeine Prämie. Denn das Ding ist zwar betagt, aber in Ordnung und liefert tadellose Werte. So sagt man mir.

    Aber letztendlich ist es halt auch eine Entwicklung, die durch Anforderungen stattfindet. Dass man Leute in einer Idee (weiter ist das ja nichts?) unterstützen will, ineffiziente Ölheizungen zu modernisieren finde ich nun nicht so ganz verkehrt.

  • Hinter dem Ölheizungsbann dürften die Gemeinden mit ihren Stadtwerken stecken. Ist eine nette Einnahmequelle. Bei meinem Elternhaus mussten wir vor 3 Jahren auch die Holzpelletsheizung rauswerfen und eine Gasheizung einbauen. Die Stadt hat die Straßen der Wohngebiete auf 7,5 Tonnen beschränkt. Damit können die Holz- und Öl-LKW nicht mehr liefern. Für eine Übergangszeit gab es noch Sondergenehmigungen, aber ab 2015 haben sie keine mehr ausgestellt. Wärmepumpe wäre nicht gegangen, da Altbau und zusätzlich Alpenrand, wo es alle 10 Jahre immer noch mal -20 Grad gibt.

    Das Verbot der Ölheizung wird schneller kommen als sich mancher vorstellt. Irgendwo muss ja auch das Gas aus der neuen Pipeline und Trumps Flüssiggas verbrannt werden. Bisher hatten wir mit nur einer Pipeline keine Versorgungsengpässe beim Gas, selbst damals nicht, als es nur die altersschwache Pipeline durch die Ukraine gab.

  • Hallo,


    Mit den Plastiktüten finde ich in einer Hinsicht nicht verkehrt: Wenn die Leute von dem ständigen Kaufen von Papiertüten im Supermarkt so genervt sind, dass sie was zum Einkaufen mitnehmen, ist ja auch was gewonnen.

    dazu habe ich folgende vorgezogene Weihnachtsgeschichte:

    Die Plastiktüten hatten bei mir immer zahlreiche Einsätze hinter sich und endeten als Mülltüte - d. h., in der Müllverbrennungsanlage (im Fall von Restmüll) oder im Dualen System (im Fall der Gelben Tonne), aber ganz bestimmt nicht in irgendwelchen Gewässern. Jetzt, wo es keine Plastiktüten mehr gibt, muss ich gezwungenermaßen Müllbeutel aus Kunststoff kaufen. Ich tue das gerne, genau in dem Geschäft, das die Plastiktüten abgeschafft hat, denn ich weiß, dass Kunststoff komplett recycelbar ist. Mülltüten sind auch Plastiktüten, jedoch entfällt die mehrfache Nutzung.

    Halten wir mal fest: Das Plastiktütenverbot führt dazu, dass ich Müllbeutel aus Plastik kaufen muss - die bisherige Mehrwegnutzung entfällt, zugunsten von Einweg. Der Gesetzgeber will es so, es ist aber Schwachsinn und jeder weiß es.

    Ein anderes Praxisbeispiel: In den 1980er-Jahren hatten Discounter (z. B. Aldi oder Plus) hinter der Kasse so Kartonecken mit gebrauchten Kartons, die die Kunden kostenlos für Verpackungszwecke nutzen konnten. Heute werden bei meinem REWE hinten die ausgepackten Kartons weggeschmissen. Vorne im Kassenbereich kann ich dafür einen neuen REWE-Kassenkarton als Produkt kaufen. Dieses Produkt wurde extra für REWE hergestellt und mit LKW als Leerkarton angeliefert. Vom NABU wird diese Vorgehensweise in einem Atemzug mit Müllvermeidung genannt (vgl. https://www.nabu.de/news/2016/06/20796.html). Anders als früher werden Papiertüten und Pappkartons nun auch nicht mehr kostenlos an die Kunden verteilt, sondern unter dem Deckmantel des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht an den Kunden verkauft. Dazu holt man sich ausgerechnet den NABU bei REWE in Form einer Kooperation mit ins Boot. Cleverer Schachzug - ich fühle mich aber als Kunde verarscht und abgezockt.

    Selbst, wenn der stationäre Einzelhandel seinen Kunden gebrauchte Kartonagen kostenlos zur Verfügung stellen wollte: Es geht nicht mehr so einfach, weil der Einzelhändler dann für die Leerkartons, die er an private Endverbraucher abgibt, in der Pflicht steht (Verpackungslizenz bei allen Leerkartons vorhanden?). Auch kann der Einzelhändler nicht garantieren, ob nicht doch Transportverpackungen dabei sind, die gar zur Weitergabe an den Endverbraucher bestimmt sind und daher gemäß VerpackG gar nicht lizenziert sind. Der Gesetzgeber will es so, es ist aber Schwachsinn und jeder weiß es. Beim Kreislaufwirtschaftsgesetz reift auch die Erkenntnis: Der Gesetzgeber will es so, es ist aber Schwachsinn und jeder weiß es.

    Ich bin in der Tat vom stationären Einzelhandel genervt und seit Jahrzehnten enttäuscht - ich habe diese Transportprobleme und andere Eskapaden (z. B. an der endlosen Kassen-Warteschlange, private Parkraumüberwacher, Umtausch) im Online-Handel nicht. Ich bin aber sicher, dass während der stationäre Einzelhandel in Deutschland mit Sterben beschäftigt ist, sich die Politik den Online-Handel auch vorknöpfen wird, um sich weitere klimagerechte Verbote und Gebühren auszudenken, bei denen die Beteiligten folgendem Satz zustimmen werden: Der Gesetzgeber will es so, es ist aber Schwachsinn und jeder weiß es,

    ... und während wir mit uns selbst beschäftigt sind Arbeitsplätze abzubauen, die nicht nur am Auto oder der Kunststoffindustrie, sondern auch im Sondermaschinenbau am Kunststoff hängen (Deutschland ist z. B. Weltmarktführer bei Verpackungsmaschinen, vgl. https://www.verpacken-info.de/hochleistungstraeger-mit-system), optimiert der China-Mann seine Geschäftsprozesse und versorgt fleißig die Welt mit seinen Erzeugnissen.

    Wir sind so bescheuert, es lässt sich manchmal nicht mehr in Worte fassen, aber was solls, es ist ja von einer Mehrheit gewollt.

    Viele Grüße
    Michael


  • Was mich völlig verückt macht - genauso wie bei dem Trinkhalmverbot ist der Zusammenhang mit der Meeresverschmutzung der da hergestellt wird. Die Preisfrage ist doch dann - wie kommt meine Plastiktüte ins Meer wenn ich sie in Wirklichkeit in den Gelben Sack gesteckt hab? Und wenn wir jetzt die Plastiktüte verbieten - ist ja schön. Aber ich vermute mal das mein Joghurtbecher, die Milchtüte und die Käseverpackung auch dort gelandet sind. Oder gibts da irgendeinen Trinkhalm und Plastiktütenfetischisten der exakt diese zwei Gegenstände aus dem Müll raussucht um sie dann im Meer zu versenken?

    du sagst es
    das Problem ist nicht das Sortieren
    sondern:
    der Weg des gelben Sackes zur Industrie und zum neuen Joghurt-Becher. (und das Weltweit !)

    gestern im TV:
    in Holland werden die Fahrradwege aus Alt-Kunsstoff hergestellt
    Fazit: Kunststoff ist gut - kommt nur drauf an, was man drauss macht

  • Dass eine regionale Meinungsäußerung des BUND Naturschutz e.V. keine Gesetzeskraft hat und nichts mit einem pauschalen "wir verbannen" zu tun hat, das ist aber schon klar, oder?

  • Kannst mal Deinen Beissreflex etwas zurückschrauben? Es ging mir um den Gegensatz, dass die Nachbarn überlegen Straßen mit Kunststoff zu bauen während wir überlegen den Kunststoff von den Sportplätzen zu entfernen. Das ist auch keine regionale Sache, das ist inzwischen auf EU Ebene gelandet. Dort sammelt man Informationen, ob die Kunststoffbeläge verboten werden sollten. Ich habe nur nicht au die EU verwiesen, damit nicht gleich wieder dasEU bashing los geht, da die EU nur Erfüllungsgehilfe ist. Die Initiative kommt immer aus den EU-Staaten

  • Dann formuliere es doch bitte gleich entsprechend, dann ist es einer sachlichen Diskussion auch zuträglich. Mit "wir verbannen" hat der Artikel nichts zu tun und auch wenn das bei der EU liegt, ist das immer noch sehr weit von der suggerierten "wir verbannen"-Verbindlichkeit weg. Dass Dinge diskutiert werden, das ist ja nichts verwerfliches - auch wenn diese nach unsrer beiden Meinung nicht zielführend sind.

  • @ Kreien
    Vielen Dank, ich kann das alles absolut nachvollziehen. So hat eben jeder seine Abläufe und Gewohnheiten. Ich habe Plastiktüten immer direkt in den Sack gehauen. Ich mag das Zeug nicht herumfahren haben, oder in Schubladen sammeln. Ich hab mal gesehen, dass jemand die Butterfolie sammelte - wofür habe ich nicht herausgefunden. Einkaufstüten passen bei uns auch nicht über den Rand des Mülleimers, es nervt mich, ich richte das dann mit einer Mülltüte und tüte um ;)

    Jetzt könnte man sich in Statistiken verlieren, mit welcher Wandstärke Tüten eigentlich gebraucht werden, wie oft sie verwendet werden und wo sie letztendlich (bei uns) verbrannt oder exportiert werden (um fernab ggf. in irgendwelche Flüsse gekippt zu werden).

    Aus meiner Sicht finde ich es wahrscheinlich, dass z.B. Papiertüten viel öfters direkt weggeworfen werden, zumindest nerven die mich noch mehr als Plastiktüten. Ich hab halt meistens so einen Korb zum Einkaufen dabei. Man steckt eben in seinem eigenen Kosmos.

    In diesem eigenen Kosmos finde ich es eben logischer, wenn man nicht darüber nachdenkt, wie das Zeug bestmöglich entsorgt werden kann, sondern es gar nicht erst produziert wird.

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