Statt Kippenpause: Firma gibt Nichtrauchern +6 Urlaubstage

There are 35 replies in this Thread which has previously been viewed 15,116 times. The latest Post (October 28, 2021 at 11:08 AM) was by Siverprours.

  • Quote from welt.de

    Innovative Idee einer japanischen Marketingfirma: Weil sich Mitarbeiter beschwerten, erhalten Nichtraucher im Jahr sechs Urlaubstage zusätzlich. Die neue Regelung zeigt nach nur zwei Monaten bereits erste Erfolge.
    ...
    Seit September gilt diese Regelung bei der in Tokio ansässigen Marketingfirma Piala Inc., nachdem sich zuvor Nichtraucher beschwert hatten, dass sie mehr arbeiten würden als ihre Kollegen, die rauchen. „Einer unserer nicht rauchenden Mitarbeiter hat Anfang des Jahres in der Box für Verbesserungsvorschläge die Nachricht hinterlassen, dass die Raucherpausen Probleme verursachen“, berichtet Firmensprecher Hirotaka Matsushima.
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    CEO Takao Asuka nahm diese Anregung auf – denn der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in der 29. Etage eines Bürogebäudes, sodass jede Zigarettenpause rund 15 Minuten dauert – und entschied sich für den Zusatzurlaub.
    ...
    Laut Matsushima sei dies nach zwei Monaten bereits vier der insgesamt 120 Mitarbeiter gelungen. Und 30 Nichtraucher hätten die zusätzlichen Urlaubstage in Anspruch genommen.


    Quelle / kompletter Artikel: https://www.welt.de/wirtschaft/art…rlaubstage.html

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  • Und nach dem, was mir vorgestern eine Japanexpertin erzählte, die dort jahrelang gearbeitet hat, ist das um so eindrucksvoller: Japaner haben nur 12 Tage Urlaub im Jahr und dürfen dazu 3 Tage krank sein. Sind sie länger krank, geht das vom Urlaub ab. Den nutzen viele aber eh nicht aus, sondern lassen ihn sich auszahlen, weil das beim Chef einen guten Eindruck macht.

    Moderne Verhütung ist keine Hexerei.

  • Quote from maddinsen

    Und nach dem, was mir vorgestern eine Japanexpertin erzählte, die dort jahrelang gearbeitet hat, ist das um so eindrucksvoller: Japaner haben nur 12 Tage Urlaub im Jahr und dürfen dazu 3 Tage krank sein. Sind sie länger krank, geht das vom Urlaub ab. Den nutzen viele aber eh nicht aus, sondern lassen ihn sich auszahlen, weil das beim Chef einen guten Eindruck macht.

    Merkwuerdiger "Japanexperte". Japaner haben je nach KV 16-22 Tage pro Jahr gesetzl. Urlaubsanspruch. Meine Frau ist Japanerin.

  • Hat dort in mehreren Agenturen udn Redaktionen gearbeitet. Wird gesetzliche Regelung evtl. nicht ausgeschöpft?

    Edit: Gurgel gibt auch gleich die Topantwort: "Einem 50-jährigen Japaner stehen mit durchschnittlich 33 Tagen fünf Urlaubstage mehr zur Verfügung als einem deutschen Arbeitnehmer – eigentlich. Laut dem Japan Institute of Labour nimmt er jedoch nur acht Tage davon in Anspruch."

    Moderne Verhütung ist keine Hexerei.

  • wenn du sowas in deutschland machen würdest (was ich begrüßen würde) dann hättest du wahrscheinlich gleich wieder eine klage wegen der gleichstellung von arbeitgebern / arbeitnehmern am hals weil sich die raucher benachteiligt fühlen...

  • Quote from eluno

    wenn du sowas in deutschland machen würdest (was ich begrüßen würde) dann hättest du wahrscheinlich gleich wieder eine klage wegen der gleichstellung von arbeitgebern / arbeitnehmern am hals weil sich die raucher benachteiligt fühlen...


    Das könnte man hier durchaus auch machen und eine entsprechende Klage dürfte erfolglos sein. Mit Gleichstellung oder Benachteiligung hätte das jedenfalls nichts zu tun (jedenfalls nicht in dem Sinne, wie die Begriffe rechtlich zu verstehen sind).

    Allerdings fiele so ein Ansinnen unter die betriebliche Mitbestimmung und ein vorhandener Betriebsrat wäre zu beteiligen.

    [size=10]"Das Leben wird nicht an der Anzahl unserer Atemzüge gemessen, sondern an den Momenten, die uns den Atem rauben." George Carlin[/size]

  • Den Versuch gab es hier schon, ob die Klage dann eingereicht wurde, weiß ich nicht, aber es gab mal dazu ein Rechtsgutachten eines Arbeitsrichters a.D.:

    Quote

    3. Zusatzurlaub?

    Fraglich ist allerdings, ob per Betriebsvereinbarung Zusatzurlaub für Nichtraucher gewährt werden kann.
    Zum einen ist der Urlaub generell in Tarifverträgen geregelt. Deshalb verbietet § 77 Abs. 3 BetrVG Arbeitgeber und Betriebsrat eine weitere und verbessernde Urlaubsregelung. Dies wäre ein Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Tarifhoheit.
    Abgesehen von diesem Bedenken stellt Urlaub eine “Freizeitgewährung zum Zweck der Erholung” dar. Erholung aber braucht der Raucher mindestens genauso viel wie der Nichtraucher, möglicherweise aufgrund seiner gesundheitlichen Gefährdung noch mehr.
    Es ist deshalb der falsche Weg, Nichtrauchern Zusatzurlaub zu gewähren. Im Zweifel müßte das Arbeitsgericht dem Raucher Hephaistos diesen Zusatzurlaub von 5 Tagen ebenfalls zusprechen.

  • Natürlich geht das nicht als "tariflicher" Urlaub. Und man muss auch sonstige tarifliche Gegebenheiten beachten. Aber wenn man das richtig anpackt, dürfte man das rechtssicher hinbekommen.

    [size=10]"Das Leben wird nicht an der Anzahl unserer Atemzüge gemessen, sondern an den Momenten, die uns den Atem rauben." George Carlin[/size]

  • Der Beitrag wurde vor einigen Wochen bei Galileo bearbeitet - nicht das man dies als gute Quelle bezeichnen sollte. Alle dort aufgetretenen "Rechtsexperten" waren aber Unisono der Meinung das es geht. Als Raucher (mal sehen was das neue Jahr bringt) bin ich von sowas natürlich nur minder begeistert, als jemand der durchaus Unternehmenorientiert denken soll finde ich die Idee gut. Ich denke aber das die mehr Pause der Raucher gar nicht so viel mehr ist wie die der Schnattertanten am Kaffeeautomaten die Ihre kostenlose Pause - denn Raucher stempeln sich für gewöhnlich aus - halt anders erzwingen.

  • Als ich noch im Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst war, gab es natürlich viele, viele Raucher, die täglich mehrfach in den Aufzug stiegen, um draußen die Raucherpause einzuleiten. Da wurde auch nix ausgestempelt, sowas gab es da nicht. Die waren pro Raucherpause ca. 5-10 Minuten weg.
    Ein Mitarbeiter im Sekretariat hat es auf die Spitze getrieben: man hat dann wirklich mal die Uhr gestellt und beobachtet, wie oft der rauchen war. Und der war von 8 Stunden Arbeitszeit ungelogen (das ist wirklich KEIN Witz) 3 Stunden nicht am Arbeitsplatz. Gut, das war auch einer, der ließ sich sofort 3 Wochen krank schreiben, wenn man ihm mitteilte, dass er jetzt mal (anstatt z.B. Miniaturpanzer bei Ebay zu suchen) eine Aufgabe eines kranken Kollegen übernehmen sollte. Sicher ein Extremfall.
    Aber trotzdem ärgerlich, denn jeder Nichtraucher ärgerte sich darüber und viele fingen natürlich an, diese Pausen selbst irgendwie für sich reinzuholen. Mittlerweile ist es dort so, dass sogar Nichtraucher mit den Rauchern rausgehen, einfach nur, um diese Zeit nicht arbeiten zu müssen. Das ist wirklich ein riesen Problem, jedenfalls dort, wo nicht ausgestempelt wird.

  • Ich denke auch nicht, dass jeder Betrieb eben mal 6 Tage Urlaub pro Mann verschenken kann, nur weil irgendwelche Leute ihre Süchte nicht im Griff haben. Ein Paradebeispiel ist der Japaner hier also nicht. Wer meint qualmen zu müssen kann abstempeln und rauchen. Alles andere stört den Betriebsfrieden und ramponiert die Nerven des Chefs.

  • Quote from eluno

    wenn du sowas in deutschland machen würdest (was ich begrüßen würde) dann hättest du wahrscheinlich gleich wieder eine klage wegen der gleichstellung von arbeitgebern / arbeitnehmern am hals weil sich die raucher benachteiligt fühlen...

    Nö. Das Antidiskriminierungsgesetz etc. beziehen sich auf Beschäftigung Behinderter, Mann/Frau, ethnische Herkunft, usw, aber es hat Nichts mit Raucher/Nichtraucher zu tun.

    Nichtraucher dürfen gefördert werden, bzw Raucher bei Einstellung abgelehnt.
    Stempelkarte ist eine Lösung, die Japanidee mit den Urlaubstagen aber auch nicht verkehrt.

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  • Ich weiß ja nicht. Ne Woche Urlaub hätte mich nun nicht dazu animiert, das Rauchen aufzugeben. Mit einem konkreten zeitlich kurzen Vorteil funktioniert das imho eher schlecht, es soll ja dauerhaft sein. Weil der Vorteil dann eben auch mal vorbei ist und der Alltag zuschlägt - dann wird es schwierig. Die Motivation ist weg. Funktioniert imho nur mit eigenem Willen.

  • Ob der Zusatzurlaub für Nichtraucher dann den Betriebsfrieden stört, ist auch zu diskutieren.
    Da fallen mir doch glatt noch die Smartphone - Dauernutzer und Schwätzchenpausen über Kinder, Hund und Haus ein.
    Denen werden die Sondertage natürlich auch nicht angeboten. Ist schon erstaunlich, was heute für die Menschheit alles wichtig ist. :???:


  • Ich denke aber das die mehr Pause der Raucher gar nicht so viel mehr ist wie die der Schnattertanten am Kaffeeautomaten die Ihre kostenlose Pause - denn Raucher stempeln sich für gewöhnlich aus - halt anders erzwingen.


    Also bei uns hatte mancher Raucher zusätzlich zu den Raucherpausen (die seltsamerweise deutlich ausgedehnter ausgefallen sind als wenn sie heute ausstempeln müssen...) diese "Pausen" am Kaffeeautomat. Oder auf dem Klo.

  • Raucherpausen sind Unterbrechungen der Arbeit. Der Arbeitgeber kann dies verbieten (mit Verweis auf die regulären Arbeitspausen) oder z.B. verlangen, dass Raucher dann ausstempeln. Meistens aber werden Raucherpausen toleriert.

    https://www.arbeitsrechte.de/raucherpause/


    Ich finde eine Belohnung für Nichtraucher (während der Arbeitszeit) nicht schlecht. Und zusätzliche freie Tage ist bestimmt ein Ansporn für die Raucher, das Kiffen zu lassen oder auf die regulären Pausen zu beschränken.

    Ich kenne Kollegen, die MEHRMALS am Tag für mindestens 10 Minuten vor die Türe gehen. Da läppert sich ganz schön was aufs Jahr gerechnet. Da kann ich jeden Arbeitgeber verstehen, der dem entgegenwirken möchte. Bestrafung durch Ausstempeln ist "böser Arbeitgeber". Belohnung mehr Urlaub ist "guter Arbeitgeber".

    Слава Україні Slawa Ukrajini

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