eBay-Konto gehackt und viel Schaden wegen falscher Auskunft von eBay

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Kulli18
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eBay-Konto gehackt und viel Schaden wegen falscher Auskunft von eBay

Beitrag von Kulli18 » 6. Nov 2019 15:45

Hallo Leute,

vor kurzem ist leider mein eBay-Konto heimlich und ohne mein Wissen gehackt worden. Ich achte viel auf Sicherheit, verwende ÜBERALL ein langes, einmaliges Passwort aber irgendwie hatte wohl ein Hacker für 2 Wochen Zugriff auf mein eBay-Konto.

Dies wurde genutzt um bei einer kleinen Zahl meiner Artikel heimlich die PayPal-Adresse auszutauschen und damit Zahlungen abzugreifen. Weil der Umsatz ja immer etwas schwankt und es nicht mal um 10% meines Sortiments ging, ist mir nichts aufgefallen.

eBay hat meinen Account dann nach 1 Woche deaktiviert wegen des Fremdzugriffs und hat dabei auch die betroffenen Angebote beendet. Das Problem ist nun, dass ich von eBay trotz mehrfacher Nachfrage wirklich 0 Infos dazu erhalten habe, was überhaupt vorgefallen ist. Es hieß immer nur, dass der Account sauber wäre, keine veränderten Einstellungen sichtbar wären und sie keine Details nennen können. Also habe ich alle Passwörter für eBay, Mailadresse & Co. geändert, alles auf Schadsoftware gescannt (nichts gefunden) und da mit dem Account nun laut eBay ja alles in Ordnung wäre, habe ich die beendeten Angebote wiedereingestellt - wie sich nachher rausgestellt hat mitsamt der gefakten PayPal-Adresse, die im Formular nicht als solche erkennbar war (ein einziger Buchstabe wurde verändert). Also wurde weiterhin Geld abgezweigt.

7 Tage später wurde der Account wieder deaktiviert wegen eines angeblichen Fremdzugriffs - also wieder bei eBay angerufen und dieses Mal sinngemäß die Aussage vom Mitarbeiter erhalten. "Ich habe ihren Account nun ausführlich geprüft und konnte nichts feststellen. Es gab keinen Fremdzugriff und muss wohl ein Fehlalarm wegen der Sperrung vor 1 Woche gewesen sein, der Account ist nun wieder für Sie aktiv".

Immerhin hatte ich nun das Glück, dass ich alle Angebote mit meinem Wawi synchronisieren musste und dadurch wurden diese nun zu diesem Zeitpunkt bereinigt.

4 Tage später habe ich nun einen Anruf von eBay bekommen, wo mir nun endlich erklärt wurde, dass die Sperrung 10 Tage zuvor wegen der geänderten PayPal-Adresse war und darüber mein Geld abgezweigt wurde.

Nun ist mir ein Schaden in Höhe von mehreren hundert Euro entstanden und eBay will sich nicht daran beteiligen. Dabei wäre der Schaden wesentlich kleiner ausgefallen, wenn eBay einfach nur einen der folgenden Punkte gemacht hätte:

a) Mich darauf hinweisen, dass die PayPal-Adresse heimlich geändert wurde. Aus diesem Grund wurde mein Account ja auch deaktiviert, also wusste eBay bescheid.
b) Nicht vorgeben, dass mein Account bereinigt wurde, wenn dies nicht geschehen ist.
c) Der Mitarbeiter bei der zweiten Sperre nicht gelogen hätte mit dem Fehlalarm
d) eBay endlich eine nutzbare 2FA anbieten würde ohne SMS/App-Zwang, einfach nur per HOTP/TOTP

So wurden aus 7 Tage insgesamt 14 Tage in denen mir Geld abgezweigt wurde.

Was ist eure Meinung dazu?



roman
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Re: eBay-Konto gehackt und viel Schaden wegen falscher Auskunft von eBay

Beitrag von roman » 6. Nov 2019 16:31

Kulli18 hat geschrieben:
6. Nov 2019 15:45
Was ist eure Meinung dazu?
Hatte vor vielen Jahren einen ähnlichen Fall: Es gab einen Fremdzugriff auf das Ebay-Konto, es wurden die Bankdaten auf eine rumänische Kontoverbindung geändert (mutmaßlich stammte das Passwort aus einem Ebay-Hack; da hatte das PW lange nicht geändert).
Ebay hatte damals ein Standardmail wegen geänderter Stammdaten geschickt. Diese hatte ich sogar bemerkt und auch konkrete Prüfungen vorgenommen. Da die Mail aber sehr allgemein gehalten war und nicht wichtig wirkte, bin ich nicht sehr ins Detail gegangen und hatte daher z.B. nicht an die - bei Ebay nur unwichtige - Bankverbindung gedacht (sondern nur die PP-Adresse und anderes...).
Da wir nur wenige Überweisungskäufe pro Tage haben, ist das ziemlich lange nicht aufgefallen, erst als vermehrt Kunden reklamierten, was nach gut einer Woche war.
Aufgrund der entsprechend geringen Transaktionsanzahl die per Überweisungen getätigt werden, war die Schadenssumme zum Glück überschaubar, irgendwo im niedrigen vierstelligen Betrag.
Hatte dann auch bei Ebay angerufen. Das Callcenterwürschtel hat - nachträglich gesehen - irrwitzig dämliche Aussagen gemacht: Die Käufer sollten sich an Ebay wenden, Ebay wird diese entschädigen, ich brauche bloß die Polizeianzeige einreichen.
Bin in die Fall getappt, hatte die Kunden dahingehend instruiert und danach die Anzeige bei Ebay eingereicht.
In Wirklichkeit hat Ebay überhaupt nichts erstattet, sogar die Gebührenerstattungen und Bewertungslöschungen wurden abgelehnt, da Ebay ja keine Schuld trifft. Die Aussage des Callcentermitarbeiters deckte sich somit überhaupt nicht mit der offiziellen Ebay-Vorgangsweise.
Die Aussage des Callcenters hat das ganze natürlich noch verkompliziert, da ich die Ebay-Käufer eben an Ebay verwies, anstatt die Ware auszuliefern. Somit hatte ich dann auch noch Troubles mit den Kunden.

Mein Fazit: Seitens Ebay kann man da im Regelfall mit keinerlei Hilfe helfen. In meinem Fall hat die Ebay-Info die Sache sogar noch verschärft, weil sie eben geraten haben dass ich die Ware nicht ausliefern soll, sondern die Kunden von Ebay entschädigt werden.
Hätte ich einfach die Waren alle ausgeliefert, hätte ich mir viele nachträgliche Probleme erspart.

Aufgrund der überschaubaren Schadenssumme würde ich einfach den Deckel draufmachen. Denke nicht dass man da weiterkommt.

PS: Dass man in Deiner Buchhaltung da und dort etwas verbessern könnte wenn man nicht kurzfristig merkt dass Gelder am Paypalkonto fehlen, weißt Du ja sicherlich

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Re: eBay-Konto gehackt und viel Schaden wegen falscher Auskunft von eBay

Beitrag von Kulli18 » 7. Nov 2019 08:15

Danke schon mal für deine Antwort.

Eine Erstattung der Verkaufsprovision hat eBay uns immerhin schon mal zugesichert. Da ist der Kundensupport bei uns zum Glück ziemlich kulant.

Ich finde es aber teilweise schon höhnisch, wenn sie uns schreiben "...dennoch sind Sie nach einem Fremdzugriff Ihrer Daten dafür verantwortlich zu schauen ob alles wieder richtig eingestellt ist" während dies für uns aufgrund der falschen Auskünfte vom eBay-Support kaum möglich ist.

Sie schreiben jetzt, dass wir die Kunden auffordern sollen, einen PayPal-Fall zu eröffnen, der sich dann gegen den Hacker beziehen würde. Anschließend könnten wir die Kunden auffordern, das Geld direkt an uns zu bezahlen. Das kommt mir nun auch sehr spanisch vor. Dem eBay-System wird das sicherlich nicht gefallen, wenn ich nun eine ganze Reihe von Kunden nach dem Kauf auffordere, Geld direkt an unser Bankkonto oder unsere PayPal-Adresse zu senden. Abgesehen davon dürften dem wohl keine 10% der Kunden nachkommen.

roman
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Re: eBay-Konto gehackt und viel Schaden wegen falscher Auskunft von eBay

Beitrag von roman » 7. Nov 2019 10:09

@Kulli18
Kunde soll also für einen Artikel, den er erhalten hat, einen Fall wegen Nicht-Erhalt eröffnen. Werden die meisten nicht machen.
Die paar die es trotzdem machen, "belasten" dann voll Deinen Ebay-Account (Mängel etc.), was im ungünstigen Fall zu einer Abstufung Deines Account führen kann, daher Du verkaufst weniger (schlechtere Sichtbarkeit), möglicherweise hast Du sogar weitere negative Konsequenzen (Verkaufslimit oder gar Accountsperrung).
Wenn diese Kunden dann ihr Geld zurückerhalten ist die Frage ob das wirklich vom damals hinterlegten PP-Account abgebucht wird, oder nicht doch von Deinem aktuell bei Ebay hinterlegten PP-Account. Wenn zweiteres, dann wäre es eine oberirrwitizige Sache.
Und wo es tatsächlich durchgezogen wird und funktioniert, müsste der Kunde "freiwillig" das Geld nochmals manuell an Dich überweisen. Sehe ich prinzipiell als kein Problem, wird aber auch nicht jeder machen.

Fazit: Finger weg!

Bei Ebay ists halt so, ruft man 5x an, bekommt man 5 unterschiedliche Aussagen. Manchmal sogar Aussagen die der vorigen Sache komplett widersprechen. Wenn Du jetzt nochmals anrufst, wird Dir der nächste Mitarbeiter daher möglicherweise auch sagen dass dieser Lösungsansatz komplett dämlich wäre.

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