Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

E-Commerce Steuern - Steuerberater, Buchhaltung, Rechnungswesen, doppelte Buchführung, SKR 03 04
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putinru
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Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von putinru » 13. Okt 2020 09:48

Moin,

ich bin umsatzsteuerlich in Italien registriert. Meine italenischen Amazon Kunden erhalten über easybill eine pdf-Rechnung mit 22% IT VAT ausgewiesen und natürlich wird auch unsere italenische VAT-Nummer auf dem Dokument angegeben.

Ein italenischer Firmenkunde macht jetzt seit einer Weile Terror.

"to be an Italian VAT number, you must send the invoice electronically and not on paper.
I REPEAT: the invoice sent is not correct.
Correct it, the VAT number is also missing and the VAT cannot be quoted unless it is sent ELECTRONICALLY through the Revenue Agency program"

"you must send the invoice electronically and not on paper" ist doch eleketronisch, via Easybill-pdf. ...

"Correct it, the VAT number is also missing" unsere IT VAT Nummer und die es Kunden sind auf der Rechnng vermerkt.

"the VAT cannot be quoted unless it is sent ELECTRONICALLY through the Revenue Agency program" Weiß Jemand, was es damit auf sich hat?

Gruß!



regalboy
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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von regalboy » 13. Okt 2020 09:49

Er meint vermutlich eine "echte digitale" Versendung. Also Bits und Bytes an ein Steuersystem.

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von Playmospace » 13. Okt 2020 09:56

Er wird wohl das meinen:

https://rechnungsaustausch.org/internat ... talien.htm

Davon ausgehend schreibt nun auch Italien den E-Rechnungsversand verpflichtend vor. Im Einzelnen stellt sich die Neuregelung wie folgt dar:

Ab dem 01.01.2019 müssen alle Rechnungen im B2B- und B2C-Bereich elektronisch über das offizielle Austauschsystem Sdl versandt werden

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von putinru » 13. Okt 2020 10:14

Playmospace hat geschrieben:
13. Okt 2020 09:56
Er wird wohl das meinen:

https://rechnungsaustausch.org/internat ... talien.htm

Davon ausgehend schreibt nun auch Italien den E-Rechnungsversand verpflichtend vor. Im Einzelnen stellt sich die Neuregelung wie folgt dar:

Ab dem 01.01.2019 müssen alle Rechnungen im B2B- und B2C-Bereich elektronisch über das offizielle Austauschsystem Sdl versandt werden
Wie ist das mit dem Amazon Umsatzsteuerservice. Da erstellt ja Amazon automatisiert Rechnungen im Namen des Kunden. Werden diese Rechnungen von Amazon auf diese "zentrale it Plattform" weiter geleitet?

Gruß!

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von Playmospace » 13. Okt 2020 10:31

Ich nutze diesen 'Service' nicht, daher kann ich dir die Frage nicht beantworten. Sorry.
Auch wenn die Chancen auf eine sinnvolle Antwort gering sind :lol: ,: ich würde dazu mal den Verkäuferservice kontaktieren.

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von xMerchant » 13. Okt 2020 10:37

Als nicht in Italien ansässiges Unternehmen bist du von der Nutzung des elektronischen Rechnungsservices der Finanzverwaltung befreit (weiß kaum ein Italiener, dass es da eine Ausnahme gibt). Allerdings darfst Du (als nicht in Italien ansässiger Unternehmer) an einen italienischen Unternehmer, der zur USt registriert ist, keine Brutto-Rechnung mit italienischer USt stellen. Du musst das immer als innergemeinschaftlicher Lieferung machen (auf deine Rechnung muss dann die USt-Id des Versandlandes).
Ist seine USt-Id nicht für das VIES-System aktiviert, musst Du die USt des Versandlandes verwenden (bei B2B gilt in diesem Fall die Lieferschwelle oder eine Registrierung im Land des Käufers nicht). Dem Käufer kann sonst der USt-Abzug verwehrt werden.

Ist der Amazon-Händler nicht in Italien ansässig und nutzt den Amazon Umsatzsteuerservice, dann wird die Rechnung nicht über die "zentrale it Plattform" geleitet sondern der Käufer muss sie dann in seinem Konto herunter laden.

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von fonprofi » 13. Okt 2020 10:40

Mal aus Neugier:
Als Italiener bekommt man keine Rechnung mehr per PDF direkt, sondern nur noch über ein IT-System der Finanzbehörde dazwischen?

cashew
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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von cashew » 13. Okt 2020 10:41

Puuuh, "Frage der Zeit" wann es in Europa, also auch DE, ausgerollt wird. Noch mehr Bürokratie....hrmpf

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von fonprofi » 13. Okt 2020 10:43

cashew hat geschrieben:
13. Okt 2020 10:41
Puuuh, "Frage der Zeit" wann es in Europa, also auch DE, ausgerollt wird. Noch mehr Bürokratie....hrmpf
Und mehr Kontrolle der Finanzbehörden.

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von cashew » 13. Okt 2020 10:47

Das sowieso

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von xMerchant » 13. Okt 2020 10:49

fonprofi hat geschrieben:
13. Okt 2020 10:40
Mal aus Neugier:
Als Italiener bekommt man keine Rechnung mehr per PDF direkt, sondern nur noch über ein IT-System der Finanzbehörde dazwischen?
Ja. Die Rechnung wird sogar von der Finaz erstellt. Man lädt einen XML-Datensatz mit den Rechnungsangaben hoch bzw. füllt die Rechnung auf einer Website aus. Daraus wird dann die elektronische Rechnung generiert, elektronisch signiert und in das Postfach der IT-Mail gesendet.

Andere EU-Staaten gehen einen etwas anderen Weg. Dort erstellt man die Rechnung selbst, muss aber dann jede Rechnung als XML-Datensatz an das Finanzamt übermitteln (z.B. Polen)

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von fonprofi » 13. Okt 2020 10:54

Als Ersten Eindruck finde ich das System recht gut. Es werden saubere Rechnungen erstellt gemäß Gobd. Es gibt nach Versand kein zurück mehr, die Steuererklärung ist aktuell und muss nicht zum 10. raus.

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von putinru » 13. Okt 2020 10:54

xMerchant hat geschrieben:
13. Okt 2020 10:37
Als nicht in Italien ansässiges Unternehmen bist du von der Nutzung des elektronischen Rechnungsservices der Finanzverwaltung befreit (weiß kaum ein Italiener, dass es da eine Ausnahme gibt). Allerdings darfst Du (als nicht in Italien ansässiger Unternehmer) an einen italienischen Unternehmer, der zur USt registriert ist, keine Brutto-Rechnung mit italienischer USt stellen. Du musst das immer als innergemeinschaftlicher Lieferung machen (auf deine Rechnung muss dann die USt-Id des Versandlandes).
Ist seine USt-Id nicht für das VIES-System aktiviert, musst Du die USt des Versandlandes verwenden (bei B2B gilt in diesem Fall die Lieferschwelle oder eine Registrierung im Land des Käufers nicht). Dem Käufer kann sonst der USt-Abzug verwehrt werden.

Ist der Amazon-Händler nicht in Italien ansässig und nutzt den Amazon Umsatzsteuerservice, dann wird die Rechnung nicht über die "zentrale it Plattform" geleitet sondern der Käufer muss sie dann in seinem Konto herunter laden.
Grundlegend zum Thema habe ich das hier gefunden:

https://blog.taxdoo.com/e-rechnung-sdi-italien/

Aber verstehe ich dich richtig: mein Firmensitz ist in de, bin aber in it umsatzsteuerlich registriert. Wenn nun ein italenischer Firmenkunde mit valider IT VAT ID bei mir bestellt, MUSS ich eine Reverse Charge Rechnung austellen?
Von Reverse Charge Rechnungen hat meine Steuerkanzlei mir nämlich nach kurzer Testphase abgeraten, weil bei amazon auch viele Leute mit FAKE Vat IDs bestellen und bei einer Steuerprüfung das dann alles um die Ohren fliegen würde...

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Re: Amazon: Italenischer Verkäufer stresst rum

Beitrag von xMerchant » 13. Okt 2020 11:12

Annahme: Du versendest aus DE nach IT an einen Unternehmer

Ist die UStId gültig: Reverse Charge
Ist die UStId ungültig: deutsche USt (bei Versand aus PL oder CZ entsprechend USt aus PL oder CZ)

Dein Kunde in Italien geht halt davon aus, dass er die Rechnung nicht steuerlich geltend machen kann, weil sie nicht über das elektronische Postfach gekommen ist. Eventuell gibt er ja Ruhe, wenn Du ihm erklärst, dass Du nicht über das elektronische Postfach gehen musst, weil Du ein Unternehmer aus Deutschland bist.

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