Mindestverkaufspreis kalkulieren

Verkauf mit Eigenversand oder Versand durch Amazon (FBA)
Ikauma
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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von Ikauma » 23. Apr 2017 19:25

anickl hat geschrieben:
Ikauma hat geschrieben:
latifahmaus hat geschrieben: das erste Ergebnis steht für Amazon-Gebühr nur auf den VK, das 2. Ergebnis steht ergibt sich wenn für die 3 Euro Versandkosten bei Amazon auch noch Gebühren veranschlagt werden-ich weiß nicht wie Amazon das handhabt...
rot=unbekannt, grün=bekannt
(VK+AmazonPorto)/1,19=EK + VSK + Abschluss + 0,15*VK |*1,19
VK+AmazonPorto = 1,19*(EK + VSK + Abschluss) + 1,19*0,15*VK |-AmazonPorto, -1,19*0,15*VK
(1-1,19*0,15)*VK = 1,19*(EK + VSK + Abschluss) - AmazonPorto | /(1-1,19*0,15) entspr. / 0,8215
VK = (1,19* (EK + VSK + Abschluss) - AmazonPorto)/0,8215

Werte einsetzen, fertig. ergibt 15,194 Euro Mindestpreis um +-0 zu machen.
Ich habe jetzt mal eine rekursive Funktion gescriptet, die einen angenommenen Brutto-VK Cent für Cent nach unten hin verkürzt und alles neu kalkuliert, bis am Ende 0 Cent Gewinn herauskommt. Da komme ich auf einen anderen Mindestpreis.

Code: Alles auswählen

EK Netto ....... 10.00                                                    
VK Brutto ...... 12.43 <= Mindestpreis                                    
Rechnung brutto. 15.43                                                    
Mwst Rechnung...  2.46                                                    
Vorsteuer EK....  1.90                                                    
Mwst-Überhang FA  0.56                                                    
kosten_amazon...  2.87 = 1.86  + 1.01                                     
Handlingskosten.  2.00 = Eigenes Porto + Verpackung + Bezugskosten  
Alle Einahmen... 15.43                                                    
Alle Kosten..... 15.43 = EK Netto + Handling + Mwst-Überh. + Amazon
Gewinn..........  0.00               
Habe ich etwas übersehen?
Ja - das Konzept der Mehrwertsteuer. Siehe auch @latifahmaus Berechnungen in "bunt"

Sorry - aber was muss man hier scripten? Das ist eie Rechnung mit einer! Unbekannten (VK) - das ist Trivialmathematik! Das geht in eine Formel - nix scripten - nichts schätzen - fertig.

EK:
10,00
+ 2,00
+ 1,01
======
EK = 13,01

+ 3,00€ Portopauschale die der Käufer zahlt (Brutto / unprovisioniert)

VK/1,19 - 0,15*VK + 2,52 >= EK
(2,52 = 3 / 1,19)

VK/1,19 - 0,15*VK >= EK - 2,52

0,8215 * VK >= 1,19(EK - 2,52)

VK >= 1,19(EK - 2,52)/0,8215 Fertig - beliebigen EK einsetzen und gut.

Zahlen aus deinem Beispiel:

EK 13,01

VK = 1,19(13,01-2,52)/0,8215

VK = 1,19 * 10,49/ 0,8215

VK = 15,19
Gegenprobe:

15,19 * 0,15 = 2,27
15,19 /1,19 = 12,76

12,76 - 2,27 + 3/1,19 = 13,01

fertig.
Okay. Du rechnest die USt von vorne herein komplett heraus. Der Groschen ist jetzt gefallen.

Super! Danke applaus

Die Formel ist also letztlich
VK = 1,19*(FixkostenNetto-(Portopauschale/1,19))/0,8215

Ahnte ich es doch, das es eine Formel gibt. Mir ist nur noch nicht ganz klar, wie ihr auf den Faktor 0,8215 kommt :gruebel:



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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von Ralf » 23. Apr 2017 19:26

Ikauma hat geschrieben:Mir ist nur noch nicht ganz klar, wie ihr auf den Faktor 0,8215 kommt :gruebel:
Das steht sogar in deinem völlig überflüssigen Vollzitat drin ... beiss
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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von Ikauma » 23. Apr 2017 20:21

Ralf hat geschrieben:
Ikauma hat geschrieben:Mir ist nur noch nicht ganz klar, wie ihr auf den Faktor 0,8215 kommt :gruebel:
Das steht sogar in deinem völlig überflüssigen Vollzitat drin ... beiss
Zum einen hast du natürlich völlig recht, zum anderen wäre die Stellenangabe jetzt hilfreicher gewesen. Ich finde es nämlch nicht. Brauch wohl wirklich langsam eine Brille :besserwiss:

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von Ralf » 23. Apr 2017 21:41

Ähhhh ... du bist schon in der Lage "0,8215" mit der Suchfunktion deines Browsers auf dieser Seite zu suchen?

Kleiner Tipp - es ist gleich die erste Erwähnung im Vollzitat ... inkl. Herleitung ... :durchdreh:
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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von Ikauma » 23. Apr 2017 23:38

Ralf hat geschrieben:Ähhhh ... du bist schon in der Lage "0,8215" mit der Suchfunktion deines Browsers auf dieser Seite zu suchen?

Kleiner Tipp - es ist gleich die erste Erwähnung im Vollzitat ... inkl. Herleitung ... :durchdreh:
Jo hab's hinbekommen ;)

(1-1,19*0,15) entspr. / 0,8215

Vielen Dank nochmals, liebe Kollegen!

Der Mike :)

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von bluewheel » 4. Mai 2017 22:52

Lustiger Thread finde ich - das erklärt ein wenig warum Waren bei eBAY und Amazon mit Verlust verkauft werden. Da fehlen noch dutzende Variablen. Manche Onlinehändler haben scheinbar keine Fixkosten. Gewinn vor und nach Steuern ist auch ein Thema, das man lieber den 'richtigen' Unternehmen überlässt. Viele derjenigen die zu Dumpingpreisen verhökern haben noch nie gemerkt dass es auch Retouren gibt. Klar - wenn man die hinterher einfach entsorgt braucht man sie ja vorher auch nicht einpreisen. Ausserdem kostet Hin- und Rücksendung von Retouren ja nichts - oder doch und in welchen Fällen ? Wann kostet Versand eigentlich wieviel in Abhängigkeit von Ziellland, Artikelgewicht und Aussenmass ? Allein der Faktor Versandsumme über alles oder (Retouren-)Schwund über alles ist doch manchmal höher als die vorher schöngerechnete Marge.
Ich will nicht sagen dass Kostenrechnung trivial ist - natürlich ist sie das nicht. Das merkt man auch daran, dass es bis heute nur ganz zaghafte Versuche von sehr wenigen Entwicklern gibt tatsächlich Kosten im Onlinehandel zu ermitteln. Die ganzen sogenannten bisherigen eBAY-Kostenrechner und was es nicht alles gibt waren immer und sind immer noch ein Witz. Klar - wir sind alle mal drauf reingefallen. Es wäre ja auch schön einfach 5 Zellen in Excel zu füllen und dann den Artikelgewinn zu kennen. Das ist aber auch ganz schön naiv.
Dieses Unverständnis für Gewinnbetrachtung zieht sich aber durch die ganze Gesellschaft - wird nur im Onlinehandel besonders auffällig. Schon in Schule und Bildung versagt das System, denn niemand erhält in der 'normalen' Schule eine Info zu Betriebs- oder Volkswirtschaft. Dabei wäre es so wichtig, wenn jeder Mensch in Grundzügen wüsste, was Selbstständigkeit für Vor- ud Nachteile hat.
Und in der Online-Softwarebranche ist das ein Riesendefizit. Natürlich sollten Firmen wie Plenty oder JTL sich auf die Warenwirtschaft konzentrieren - bei allem was weiter geht würde man sich verzetteln. Das gilt z.B. auch für Steuersoftware, die eben auch sehr komplex sein kann. Auch da ist es ja etwas mühsam für steuerliche Onlinezusammenhänge ein System zu finden oder besser gesagt sich etwas brauchbares zusammenzustellen. Auch das ist schon ein Armutszeugnis 22 Jahre nach der Gründung von eBAY. Aber ganz übel wird es bei Onlinehandel-Kostenrechnung. Da gibt es nichts - Nada - Niente - Zero.
Gruß

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von gelbfiaßler » 5. Mai 2017 10:33

bluewheel hat geschrieben:Lustiger Thread finde ich - das erklärt ein wenig warum Waren bei eBAY und Amazon mit Verlust verkauft werden.
Spielverderber

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von bluewheel » 5. Mai 2017 13:09

gelbfiaßler hat geschrieben:
bluewheel hat geschrieben:Spielverderber
stimmt - hab mir auch überlegt ob nicht jeder selber wissen muss was er tut
Gruß

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von Ikauma » 16. Mai 2017 21:21

bluewheel hat geschrieben:Lustiger Thread finde ich - das erklärt ein wenig warum Waren bei eBAY und Amazon mit Verlust verkauft werden. Da fehlen noch dutzende Variablen. Manche Onlinehändler haben scheinbar keine Fixkosten. Gewinn vor und nach Steuern ist auch ein Thema, das man lieber den 'richtigen' Unternehmen überlässt.
Anscheinend funktioniert die Benachrichtigung bei mir nicht. Habe gerade erst gesehen, dass du noch geantwortet hast und nicht zuletzt wegen deiner Anmerkung "vor und nach Steuern" möchte ich das Thema noch mal beleben, auch auf die Gefahr hin, dass mich nun der Blitz trifft :durchdreh:

Gerlernt habe ich aus den bisherigen Antworten, wie ich an die Provision komme, wenn ich nur den EK habe. Nochmals danke dafür. Geblieben ist aber das dumpfe Gefühl, dass sich da noch was drücken läßt am Mindestverkaufspreis. Nach obigemm Beispiel

VK = 1,19(13,01-2,52)/0,8215

ergab sich ein Mindestpreis von 15,19€. Hierbei ist zwar berücksichtigt, dass auf den Bruttoverkaufspreis+Versandkostenpauschale=Rechnungsbetrag 19% Mwst (2,90€) enthalten sind, aber der Vorsteuerbetrag (1,90€), den ich auf din NettoEK gezahlt habe, taucht garnicht auf. Nach meinem Verständnis fehlt dieser in der Berechnung, denn ich überweise dem FA ja nicht die Mwst aus BruttoVK+VSK, sondern abzgl Vorsteuer auf den NettoEK den Überhang i.H.v. 1,00€.

Steigt da noch jemand durch? Ich brauche wirklich den absoluten Minimalverkaufspreis, dass ist bei mir in der Sparte Medien leider unumgänglich.

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von latifahmaus » 17. Mai 2017 10:42

...sicherlich lässt sich da immer was machen. Zieh deinen 1 Euro Überhang vom berechneten Mindestpreis ab, den Rest löst dann die Zeit....

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von Ikauma » 17. Mai 2017 11:49

latifahmaus hat geschrieben:...sicherlich lässt sich da immer was machen. Zieh deinen 1 Euro Überhang vom berechneten Mindestpreis ab, den Rest löst dann die Zeit....
Du meinst die Vorsteuer, oder? Weil die Umsatzsteuer ist ja in der Berechnung schon abgezogen :-y

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Re: Mindestverkaufspreis kalkulieren

Beitrag von bueroundco.net » 11. Jun 2017 11:55

Bin leider eben erst dazu gekommen, mir das ganze Mal durchzulesen.

Ich finde es echt interessant, wie ihr rechnet. Leider bin ich auch etwas verwundert, dass die Kalkulation beim einen oder anderen nicht ganz so im Mittelpunkt steht. Dabei ist das Pricing doch das wichtigste überhaupt, denn dadurch verdienen wir unser Geld.

Ich habe mir eine Exceltabelle mit allen Werten (EK, Versandkosten, Verpackung, Amazongebühren, Ebaygebühren, Paypal-Gebühren, ...) gebaut und sehe sofort was ich verdiene, wenn ich alles sauber gepflegt habe.
Dadurch kann ich auch sagen, ob ich einen Preis nach unten anpassen kann/will oder sogar ein Produkt rausnehme oder gar nicht erst aufnehme, wenn mir die Marge nicht gefällt.

Ein Tipp:
Das Pricing wird in der Zukunft immer wichtiger, denn es werden immer mehr Onlinehändler mit dem Traum von der schnellen Millionen kommen und somit wird es schwerer ordentliche Margen zu generieren. Befasst euch mit dem Thema, sonst tut ihr euch echt schwer und mit nur 2% Gewinn will doch keiner arbeiten, oder?
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