vollstrom hat geschrieben:
Keine. Nur Bares ist Wahres.
Ich hasse diese Kartenzahlerei. Was ich nicht im Geldbeutel habe, kann ich nicht ausgeben.
Ich bin auf den üblichen Ansturm der Entrüstung vorbereitet.
- Autovermietung
- niedrige Transaktionskosten und gute Umtauschkurse (Kreditkartenausgeber beachten) in anderen Währungen. Da ist man ohne Kreditkarte oft aufgeschmissen bzw. muss zu (meist) teureren Lösungen greifen:
- UK-Reisen
- Bestellungen in UK und USA
- Geld besorgen und Zahlungen im Außereuropäischen Ausland
- Die Kreditkarte gehört für mich zum "Sicherheitsportfolio" und ergänzt den Traveller-Checque unter der Schuhsohle.
Und vor allem: Was ich nicht im Geldbeutel habe, kann mir nicht geklaut werden.
{CoDer} hat geschrieben:
bevorzuge ich schon immer Bargeld. Nicht nur weil es ein ganz anderes Gefühl vom Einkaufen ist, sondern weil man auch einen ganz anderen Umgang mit Geld entwickelt.
ilsignore hat geschrieben:
Diese pauschale Aussage stimmt so definitiv nicht. Fakt ist, dass die wenigsten Menschen überhaupt sich mit ihrem Geld auseinandersetzen bez. es nie gelernt oder gelehrt bekommen haben, mit Geld vernünftig umzugehen.
Es spielt im Prinzip keine Rolle, ob Bargeld oder Kreditkarte, wenn man den Umgang gelernt hat. Vor allem auch den Umgang mit Zahlen und Kopfrechnen. Dazu gehört auch, dass man früh lernt, dass man für Geld tatsächlich arbeiten muss, um es ausgeben zu können (damit meine ich nicht, dass man 5 EUR kriegt, um Papas Wagen zu waschen - das sind "kostenlose, selbstverständliche Haushaltstätigkeiten"). Wer Blättchen austrägt, der reichen Erbtante für 5 Mark den 1500qm-Garten mäht, kann eine ganz andere Beziehung zum Geld entwickeln. Wer nicht in einem marxistisch-leninistischen oder wir-spielen-nur-mit-Naturmaterialien-Kindergarten ist, kann auch durch "Post" und "Kaufladen" spielend lernen. Wir Kinder aus der Nachbarschaft haben z.B. schon im Kindergarten- und Grundschulalter am Hoftor einen Losstand mit vielen Nieten aufgebaut oder einen Verkaufsladen (glitzernde Steine und ausgediente Gestecke vom Friedhof, Obst und Gemüse aus dem Garten, gebrauchte Sachen wie Bücher oder Heftchen). Darüber haben sich auch immer wieder Touristengruppen amüsiert.
Viele Sachen kann man selbst machen:
- vor einer Anschaffung überlegen, ob es unbedingt sein muss.
- Energieverbrauch kontrollieren
- andere laufende Kosten kontrollieren und optimieren
- nur mit Einkaufszettel einkaufen gehen und vernünftig kochen
Mit Ausnahme von Bayern gibt es in immer noch keinem Bundesland ein Wirtschaftsfach in der Schule. Dazu gehört auch, den Umgang mit zunehmenden Kaufanreizen und Werbung zu lernen und Persönlichkeiten zu entwickeln, die sich nicht über Äußerlichkeiten (z.B. Markenklamotten) definieren. Ich bin mal (Ende der 80er) von einer Mitschülerin massiv gehänselt worden, weil ich keine Markenjeans hatte (komisch, wie sich sowas einprägt). Da muss man lernen drüberzustehen - das ist heute nicht einfacher geworden. Wenn man aber grinsend denken kann: "Die fette Kuh muss halt irgendwie die Unzufriedenheit mit ihrem Körper übertünchen", kann das auch schon helfen.
