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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 19:06 
wolle hat geschrieben:
in 99,9% der Fälle dürfte es wesentlich billiger sein, einfach ein paar mehr Ressourcen zur Verfügung zu stellen, als zig Programmiererstunden in die Optimierung zu stecken.
Ich glaube, Du siehst das durch die falsche Brille.

Es geht nicht darum, dass man zig Stunden in die Programmierung stecken muss. Es geht darum, dass das Template von jemanden erstellt wird, der sein Handwerk versteht. Wenn man's kann, ist eine saubere Programmierung weniger Arbeit als stümpferhafte Flickschusterei, weil man Fehler gezielt finden und suchen kann (auch das gehört zur Entwicklung), ohne dafür einen Heuhaufen auf der Suche nach der Nadel umschichten zu müssen.

Shops haben die Eigenschaft, sich weiter zu entwicklen. Kaufst Du heute ein billiges Template, kannst Du morgen evtl. richtig Geld reinstecken, weil durch die Programmerung keiner mehr durchsteigt. Im worst case heißt das wegwerfen und neu machen.

Die ganzen Maßnahmen von Google im Bezug auf schnellere Ladenzeiten haben nur einen Sinn: Entlastung des Netzes. Deshalb treibt Google auch eine Entwicklung von mächtigen Sprachen wie HTML5 und CSS3 voran.
Die rasant wachsende Datenmenge soll trotz langsam wachsendem Netzaufbau noch möglich sein. Lasten sollen weg vom Server und auf den Client verlagert werden. Es werden knappe Befehle geschickt, mit denen sich der Browser amüsieren darf, statt fertig darstellbare, riesige Datenmengen über die Leitung zu schicken.

Schlechte Programmierung = schlechte Ladezeiten. Der Server ist in der Regel immer schneller als das Nadelöhr Leitung. Wenn der Server seine Daten nicht los wird, wartet er und die Investition SSD wird zum Unsinn.

Jetzt werde ich mal kaufmännisch: 40 Euro im Monat für eine SSD macht 480 Euro pro Jahr. Wenn Du das Geld auf die geplanten Investionskosten für's Template drauflegst, bekommst Du ein Sahne-Template, das schnell ist und in mehreren Jahren noch lebt.


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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 20:25 
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vollstrom hat geschrieben:
Es geht darum, dass das Template von jemanden erstellt wird, der sein Handwerk versteht. Wenn man's kann, ist eine saubere Programmierung weniger Arbeit als stümpferhafte Flickschusterei, weil man Fehler gezielt finden und suchen kann (auch das gehört zur Entwicklung), ohne dafür einen Heuhaufen auf der Suche nach der Nadel umschichten zu müssen.

Shops haben die Eigenschaft, sich weiter zu entwicklen. Kaufst Du heute ein billiges Template, kannst Du morgen evtl. richtig Geld reinstecken, weil durch die Programmerung keiner mehr durchsteigt. Im worst case heißt das wegwerfen und neu machen.

Das Zauberwort heisst: Evolvierbarkeit (Wikipedia)

Wie leicht lässt sich eine Software anpassen und erweitern?

Mangelnde Evolvierbarkeit hat schon einigen (Software-)Firmen das Genick gebrochen. Code ist nicht mehr wartbar, wenn man versucht einen Fehler zu beheben, baut man 2 neue ein weil ein vollständiges Testen nicht möglich ist, ... usw.

Wobei wir dann die xtc - Codebasis komplett in die Tonne werfen müssten :-}

Aber wir sind schon ziemlich OffTopic.

Ciao,
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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 20:31 
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Eine gescheite Software trennt Datenverarbeitung von der -darstellung. Eine Shopsoftware, bei der im Template gerechnet wird taugt nix.
Angesichts grossen und billigen Arbeitsspeichers sind bei üblichen Shopgrößen die Plattengeschwindigkeiten wenig relevant, die Tabellen sollten im Speicher gehalten werden.
Just my 2 cents


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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 22:47 
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Dass man den Shop gut programmieren sollte, ist doch klar. Das eine schließt das andere doch nicht aus. Man muss aber trotzdem sehen, dass die Kosten für den Betrieb des Servers ja im Vergleich zu den Gesamtkosten so niedrig sind und ein funktionierender Server absolut erfolgskritisch ist, dann sollte man alles, was wenige % Verbesserung erbringt, machen. Man kann ja relativ genau nachvollziehen, wieviel % Conversions 0,1 Sekunden zusätzliche Ladezeiten kosten und bei den meisten von uns dürften bereits wenige Prozente Conversionverlust viel höhere Kosten versursachen als der Server überhaupt kostet. Wenn man den Shop nachgewiesenermaßen so optimiert hat, dass SSD oder was auch immer keine Verbesserung mehr bringt, isses doch top.

Ich war vor ca. 10 Jahren mal in einer Gastvorlesung an unserer Uni von Hasso Plattner. Das ist ja jemand, dem man durchaus mal zuhören sollte. Und der meinte, dass er Informatiker, die sich dran aufgeilen, wie optimal sie ihre Server auslasten, bei 80-90% Systemlast, für Spielkinder hält, da Chancen und Risiken einer so knapp getakteten Kapazitätsgrenze in keinem gesunden Verhältnis stehen.

Man sollte die zusätzlichen Optimierungsmöglichkeiten an seinem Server nicht außer acht lassen und die Kosten dafür mit möglichen Kosten des Unterlassens in Relation setzen. Nicht mehr und nicht weniger hab ich gesagt.


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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 22:55 
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wolle hat geschrieben:
Ich war vor ca. 10 Jahren mal in einer Gastvorlesung an unserer Uni von Hasso Plattner. Das ist ja jemand, dem man durchaus mal zuhören sollte. Und der meinte, dass er Informatiker, die sich dran aufgeilen, wie optimal sie ihre Server auslasten, bei 80-90% Systemlast, für Spielkinder hält, da Chancen und Risiken einer so knapp getakteten Kapazitätsgrenze in keinem gesunden Verhältnis stehen.
Ich weiß ja nicht, in welchem Zusammenhang das war. Aber ich bin einer dieser Informatiker und u.a. verantwortlich für die Mainframe-Performance in einem der größeren RZ in diesem Land. Und es gehört zu meinen Aufgaben, Systeme dauerhaft über 90%, ja sogar über 95% auszulasten und dabei dafür zu sorgen, dass kritische Anwendungen in einem solchen Umfeld top performen. Da muss man sich auch nicht dran aufgeilen - das ist einfach business as usual.

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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 23:03 
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Es ist 10 Jahre her, d.h. ich kann nur noch wiedergeben, was bei mir hängen geblieben ist ;) Ich weiß auch nicht, um was es in deinem Mainframe geht, bei ihm gings um SAP R/3-System.


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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 23:10 
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wolle hat geschrieben:
Ich weiß auch nicht, um was es in deinem Mainframe geht, bei ihm gings um SAP R/3-System.
Davon haben wir auch eine Menge ...

Und natürlich sind 10 Jahre eine Ewigkeit und es war damals schwieriger, Systeme bis zum Anschlag auszulasten.

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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 23:17 
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Ralf hat geschrieben:
Und natürlich sind 10 Jahre eine Ewigkeit und es war damals schwieriger, Systeme bis zum Anschlag auszulasten.


Ich sag mal so: Es ist ja generell das Phänomen, das auch jeder Heimanwender kennt: Wenn 10% Systemlast sind läuft das System wesentlich besser, als wenn 70% Auslastung sind, auch wenn ja eigentlich noch 30% Last "frei" sind.


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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 23:22 
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wolle hat geschrieben:
Ich sag mal so: Es ist ja generell das Phänomen, das auch jeder Heimanwender kennt: Wenn 10% Systemlast sind läuft das System wesentlich besser, als wenn 70% Auslastung sind, auch wenn ja eigentlich noch 30% Last "frei" sind.

Das lässt sich überhaupt nicht vergleichen. Die Möglichkeiten, die es bereits seit 10-15 Jahren im Mainframe-Umfeld gibt, sind heutzutage im Server-Umfeld gerade erst in Ansätzen zu finden (jedenfalls wenn ich meinen Kollegen aus der IX-Fraktion glauben darf). Die Systeme, die wir allgemein zu Hause zur Verfügung haben, sind dagegen Kinderkram. Die Anforderungen sind aber auch ganz andere.

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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 23:30 
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Aber die Systeme, auf denen die meisten Shops hier laufen, ähneln ja wesentlich stärker den Desktop-PCs als Mainframe-Umgebungen.


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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 23:41 
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wolle hat geschrieben:
Aber die Systeme, auf denen die meisten Shops hier laufen, ähneln ja wesentlich stärker den Desktop-PCs als Mainframe-Umgebungen.
Das würde ich so auch nicht sagen. Server-Betriebssysteme sind schon noch eine andere Klasse als das, was die meisten so am laufen haben. Auch die Hardware-Architektur ist bei Servern wesentlich besser auf die Verarbeitung vieler Prozesse ausgelegt als bei den üblichen Heim-Rechnern.

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BeitragVerfasst: Sa 28. April 2012, 23:42 
wolle hat geschrieben:
Ich sag mal so: Es ist ja generell das Phänomen, das auch jeder Heimanwender kennt: Wenn 10% Systemlast sind läuft das System wesentlich besser, als wenn 70% Auslastung sind, auch wenn ja eigentlich noch 30% Last "frei" sind.
Du redest von Windows? In dem "Betriebssystem" gibt es so einiges, was mal als Phänomen bezeichnen kann.

Zitat:
Aber die Systeme, auf denen die meisten Shops hier laufen, ähneln ja wesentlich stärker den Desktop-PCs als Mainframe-Umgebungen.
Hast Du eigentlich schon mal auf einem Server gearbeitet? Mit einem Destop-PC hat so ein Ding aber rein nichts zu tun.


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BeitragVerfasst: So 29. April 2012, 09:20 
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vollstrom hat geschrieben:
Hast Du eigentlich schon mal auf einem Server gearbeitet? Mit einem Destop-PC hat so ein Ding aber rein nichts zu tun.


Definiere Server. So´n Ding, wo man reingehen kann und das die Kühlleistung eines großen Hotels in der Wüste benötigt? Nö. So´n Ding, auf dem 99% der Webseiten liegen, die im Einkauf 500-1000 Euro kosten und auf denen irgendein Linux-Ding läuft? Ja.


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BeitragVerfasst: So 29. April 2012, 09:46 
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Xantiva hat geschrieben:
vollstrom hat geschrieben:
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In welchem Jahrhundert lebt ihr? Es gibt heute "fast" Standards für das "richtige" programmieren:

- Software Engineering
- Programmieren in Paaren
- Scrum, Waterfall, V-Modell
- MVC, MVVM , MVP
- Kapselung von Code und Design
- Unit-Tests
- Usability Agenturen, Extra Personal für die Dokumentation

Das geht soweit, dass man heute nicht sagen kann, "wann" eine Software fertiggestellt ist. Die steigende Bürokratie für Software bläht den Entwicklungsprozess dermaßen auf. Ihr seid euch ja zu schade in Software zu investieren.. sie sei ja so "teuer", dann wundert euch nicht über Geschwindigkeit und Qualität. Wer nicht zahlt muss mit (verzeiht) Scheisse rechnen.


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BeitragVerfasst: So 29. April 2012, 10:13 
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Ich nutze Unit Tests, Kapselung von Code, Design Pattern u.s.w. Mir sind das agile Manifest und die Clean-Code-Developer Bewegung durchaus ein Begriff ...

... aber es ist ein Unterschied, ob ich auf der grünen Wiese beginne, oder - wie z. B. bei XTC - ein (dark) "Brownfield" vorfinde.

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BeitragVerfasst: So 29. April 2012, 10:51 
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Xantiva hat geschrieben:
... aber es ist ein Unterschied, ob ich auf der grünen Wiese beginne, oder - wie z. B. bei XTC - ein (dark) "Brownfield" vorfinde.


Warum sollte ich mir so ein System dann antun? Wohlgemerkt, als Shopbetreiber, nicht Dienstleister der in ganz anderen Sachzwängen steckt? Und wie kann ein Berater dann noch einem Kunden so einem Dinosaurier raten?

Was dabei rauskommt habe ich gelernt, als ich (in den 80ern) einen solchen "Dino" pflegen durfte: 800.000 Lines of Code in "Business Basic"... ich hätte gedacht, die Erkenntnisse hätten sich bis heute besser herumgesprochen.

Offensichtlich sind wir nicht schlauer geworden, und wer aus seinen Fehlern nicht lernt ist gezwungen, sie zu wiederholen.


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